Bewegung, Frischluft, Spaß und soziales Miteinander: Grundschule Brockhagen zeigt, was eben doch noch alles möglich ist
Wenn die ganze Schule „Jerusalema“ tanzt

Steinhagen-Brockhagen -

In Düsseldorf tanzt die Uniklinik, in Stuttgart Angestellte des Flughafens, in Italien Franziskanermönche und -nonnen – und jetzt auch die ganze Grundschule Brockhagen: Das Lied „Jerusalema“ des südafrikanischen DJs Master KG und der Sängerin Nomcebo Zikode ist innerhalb weniger Wochen zu einem Ohrwurm geworden und weltweit Ausdruck von guter Laune, Hoffnung und Zuversicht in der Corona-Pandemie.

Mittwoch, 09.12.2020, 19:16 Uhr
Foto: Volker Hagemann

 

In dem christlichen Text heißt es übersetzt unter anderem: „Jerusalem ist meine Heimat, rette mich, er ging mit mir, verlass mich hier nicht“. Nomcebo Zikode singt allerdings in ihrer Sprache Zulu. Doch die Tanzbewegungen sind relativ einfach umzusetzen. Und so ist „Jerusalema" in sozialen Netzwerken zu einem regelrechten Wettbewerb, einer Challenge, geworden: Fast jeder kann dazu nahezu überall tanzen; vor allem draußen und auf größeren Plätzen entsteht trotz Maske und Mindestabstand ein Gefühl der Verbundenheit.

Genau das ist der Grund, warum jetzt auch in der Grundschule Brockhagen Arme, Beine und Hüften geschwungen werden: „Gerade in dieser Zeit, wenn immer wieder Negatives berichtet wird, von Einschränkungen und Entbehrungen die Rede ist, wollen wir deutlich zeigen: Ja, es gibt auch noch schöne Dinge, die möglich sind“, erläutert Kathrin Münch. Die Brockhagener Grundschul-Sekretärin hat „Jerusalema“ zigfach auf mehreren Radiosendern gehört, „neulich sogar im Baumarkt. Irgendwann dachte ich: Da müssen wir mitmachen, das ist doch recht einfach für alle Schüler möglich!“

Mit ihrer Idee rannte Kathrin Münch offene Türen ein – in ihrem Kollegium und bei Schulleiterin Susanne Kordes ebenso wie im Steinhagener Schulamt. „Die Hygieneregeln wie Abstandhalten und Masketragen müssen natürlich befolgt werden, sie lassen sich problemlos mit dem Tanzen vereinbaren, zumal es draußen ist“, sagt Münch.

Gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Britta Brinkmann und Lehrerin Gudrun Poschmann hat sie einige der Tanzschritte etwas vereinfacht. Seit der vergangenen Woche üben nun alle 126 Schüler und ihre Lehrerinnen regelmäßig auf dem großen Sportplatz neben der Mehrzweckhalle. Und nicht nur dort: „Wir haben auch kleine Einzel-Choreografien auf der Wiese oder auf dem Trampolin einstudiert“, berichtet Britta Brinkmann. Hinzu kommt etwas Theorie im Rahmen des Sozialen Lernens, ein Unterrichtsfach, das jede Klasse wöchentlich hat.

Und die Schüler? Haben sichtlich Spaß an der Sache! „Auch wenn der eine oder andere der Älteren das anfangs noch etwas ‚uncool‘ fand – doch mittlerweile sind alle begeistert dabei“, freut sich Kathrin Münch. Sie und ihre Mitstreiterinnen reizt diese große und dennoch einfache Möglichkeit, mit der Tanz-Challenge gleich mehrere wichtige Dinge zu kombinieren: „Wir merken, wie toll bei allen Schülern jahrgangsübergreifend der Zusammenhalt ist. Das Projekt vereint Bewegung, frische Luft und soziales Lernen“, sagt Britta Brinkmann.

Eine Reihe der bisherigen Tanz-Übungseinheiten hat das Kollegium gefilmt. Obendrein ließ jetzt Brinkmanns Ehemann Bastian seine Drohne samt Kamera über den 126 „Tanzschülern“ aufsteigen – von oben ein eindrucksvoller Anblick. „Wir arbeiten nun an einer großen Überraschung für die Eltern und anderen Angehörigen, am 18. Dezember wird dieses Geheimnis gelüftet“, kündigt Kathrin Münch vielversprechend an.

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