Steinhagener Gelände von Gronemeyer & Banck: Ist ein zusätzlicher Fußweg möglich?
Hagedorn will Gewerbehallen bauen

Steinhagen -

Ein separat geführtes Stück Fußweg über das ehemalige Gro­nemeyer & Banck-Gelände: Hat dieser Wunsch eine Chance? Die Steinhagener CDU erhofft sich damit Entlastung für den viel genutzten Fuß- und Radweg an der Bielefelder Straße auf dem Abschnitt zwischen Waldbadstraße und Bahnübergang.

Mittwoch, 09.12.2020, 12:46 Uhr
Die Firmengebäude von Gronemeyer & Banck an der Steinhagener Waldbadstraße werden bald abgerissen, wenn das Unternehmen Hagedorn dort einen Gewerbepark errichtet. Foto: Volker Hagemann

 

Darüber wurde jetzt im Bauausschuss heftig debattiert – was schnell zu der Frage führte: Wie geht es überhaupt weiter auf dem Areal des früheren Tank- und Spezialbehälter-Herstellers an der Waldbadstraße? Immerhin geht es hier um eine Fläche von etwa 45.000 Quadratmetern.

Die Firma Gronemeyer & Banck hatte im Zuge des harten Konkurrenzkampfs in der Branche Ende 2018 beim Bielefelder Amtsgericht Insolvenz angemeldet. Bis Mitte 2019 wurde schließlich der letzte Großauftrag in zweistelliger Millionenhöhe für die Kraftwerke Mainz abgewickelt.

Im Sommer 2020 erwarb die Gütersloher Firmengruppe Hagedorn das Areal samt Gebäuden. Zu welchem Preis, wurde nicht bekannt, der Insolvenzverwalter schätzte die Immobilie insgesamt auf etwa 3,5 Millionen Euro. Hagedorn ist vor allem im Bereich Abbruch und Altlastensanierung tätig, kümmert sich auch um Revitalisierung und neue Nutzungskonzepte.

Und so liegt denn auch laut Steinhagens Bauamtsleiter Stephan Walter bereits eine Bauvoranfrage von Hagedorn für das Areal vor, derzeit wird ein Verkehrsgutachten erstellt. Wegen der nahen Wohnbebauung soll auch ein Schallgutachten folgen. „Die Unternehmensgruppe plant zunächst den Abriss der sanierungsbedürftigen Produktionshallen und der weiteren Gebäude“, berichtet der Bauamtsleiter. „Im Anschluss daran will Hagedorn hier mehrere Gewerbehallen errichten mit Größen zwischen 1000 und 5000 Quadratmetern. Die sollen dann modulartig angemietet werden können. Die Zufahrt würde allerdings nur an ähnlicher Stelle genehmigt, wo sie sich jetzt auch schon befindet“, erläutert Stephan Walter und vergleicht das Projekt mit dem ehemaligen Florex-Komplex an der Waldbadstraße; dort hatte der Bielefelder Investor Karl-Heinz Esdar die Hallen erworben, um sie an Firmen und Privatleute zu vermieten.

Die CDU hofft, dass ein Stück des ehemaligen Gronemeyer & Banck-Geländes für den beschriebenen Fußweg-Abschnitt zur Verfügung stehen könnte. Ein stimmig votierte der Bauausschuss dafür, dass die Gemeindeverwaltung entsprechende Grundstücks-Verhandlungen mit der Hagedorn-Gruppe aufnehmen möge. Ob ein solcher Fußweg Sinn macht, ist umstritten: Die SPD gibt zu bedenken, dass das Landesstraßenbauamt ein Wörtchen mitzureden habe. SPD, FDP und Grüne sehen zudem die Problematik, dass der Fuß- und Radweg vor dem Bahnübergang ja wieder zusammengeführt werden müsse – „da wird‘s dann wieder richtig gefährlich“, prognostiziert Roland Albersmann (SPD).

Wie auch immer die Verhandlungen mit Hagedorn ausgehen werden, Stephan Walter weist darauf hin, dass der jetzt 1,80 Meter breite Fuß-/Radweg unabhängig davon noch um 50 Zentimeter verbreitert werden dürfe.

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