Entwurf des Regionalplans ist in der Offenlage und zeigt Steinhagens Entwicklungsmöglichkeiten
„Mit dieser Fassung können wir gut leben“

Steinhagen -

Wie wird sich die Gemeinde Steinhagen bis 2040 entwickeln? Eine Frage, auf die der Regionalplan der Bezirksregierung Detmold Antworten geben soll. Jeweils 49 Hektar für Wohnbebauung und für neue Gewerbeflächen gesteht die Bezirksregierung der Gemeinde Steinhagen zu. Das ist zwar weniger als sich die Gemeinde gewünscht hätte, aber Bauamtsleiter Stephan Walter sagt: „Mit dieser Fassung können wir gut leben. Sie zeigt uns jede Menge Potenziale auf, so dass wir Auswahlmöglichkeiten haben und unsere Planungshoheit ausüben können.“

Dienstag, 08.12.2020, 20:58 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 21:00 Uhr

 

Bis Ende März 2021 läuft die Offenlage der Pläne. In Steinhagen wird der Entwurf der Bezirksregierung im Januar im Bauausschuss diskutiert und bis März eine Stellungnahme erarbeitet.

Wichtig ist dem Bauamtsleiter zu betonen: „Alle Flächen, die im Konzept dargestellt sind, sind nur potenzielle Flächen. Kein Eigentümer muss Sorge haben, dass über seinen Kopf etwas entschieden wird.“ Baulandentwicklung geschehe nur im Konsens.

Doch die Gemeinde hat indes konkrete Flächen zur Entwicklung benannt, als sie zur Neufassung des in die Jahre gekommenen Regionalplans von 2003 aufgerufen war, zu benennen, wohin die Gemeinde wachsen soll. „Wir wollen angemessene Entwicklung ermöglichen“, sagt Stephan Walter. Stichwort Wohnbebauung: Obwohl große Gebiete in Amshausen und Brockhagen zur Verfügung stehen, wird deutlich, dass die Gemeinde bei der räumlichen Entwicklung nachlegen muss. Mit 380 Anfragen in Amshausen und 170 für die Riegestraße in Brockhagen sind beide „bei weitem überzeichnet“, wie der Bauamtsleiter sagt. Natürlich müsse man auch über das Raumkonzept nachdenken: Das klassische Einfamilienhaus mit Garten soll im ländlichen OWL weiterhin gebaut werden können, aber auch Geschosswohnungsbau rückt vielleicht etwas mehr in den Fokus – auch was bezahlbaren Wohnraum betrifft. Innenverdichtung statt weiterem Flächenverbrauch ist eine Maßgabe, die schon der aktuelle Landesentwicklungsplan vorsieht.

85 Hektar an Wohnbaufläche hat die Gemeinde beantragt in Detmold. „49 Hektar hat uns die Bezirksregierung bis 2040 zugestanden“, sagt Stephan Walter. Potenzielle Flächen befinden sich im Südosten Steinhagens im Bereich der Queller Straße und im Südwesten zwischen der bestehenden Bebauung am Hilterweg und der Patthorst sowie in Brockhagen westlich der Riegestraße. Aber konkret wird nichts vor 2023 – alles ist erst einmal eine Idee.

Tatsache ist aber auch: „Steinhagen wird als einzige Altkreiskommune bei den Bevölkerungszahlen wachsen“, so Walter. Auch das steht in der Regionalplan-Prognose: +2,5 Prozent. Aber: Vor allem die Gruppe der über 65-Jährigen wird, wie überall, größer, während die Gruppe der 19- bis 64-Jährigen kleiner wird.

Auch davon hat die prosperierende Gemeinde Steinhagen zu wenig: Gewerbeflächen. Als Priorität Nummer eins sind die Flächen Detert mit 25 Hektar angemeldet worden – vier Hektar sind dank eines gültigen Flächennutzungsplanes bereits in der Entwicklung. Und der Rest wird wohl kein interkommunales Gewerbegebiet werden, wie das lange befürchtet worden war: „Auch das sagt der Regionalplan. Detert wird nur als lokal, nicht als regional bedeutendes Gewerbegebiet definiert. Damit können wir die Flächen eigenständig entwickeln“, so Walter.

Priorität Nummer zwei ist gleich gegenüber der Bahnhofstraße bei Jückemöller. „Der Gemeinde gehört schon eine Teilfläche. Das Problem wird aber die Erschließung und angrenzende Wohnbebauung sein“, sagt Stephan Walter.

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