Horst Feye und Anne Untiedt haben für das Historische Museum Steinhagen wieder eine besondere Spezialität kreiert
„Mädchen-Gin“ kommt auch bei Männern an

Steinhagen -

Am Stand beim Steinhagener Weihnachtsmarkt ist schon explizit nach dem „Mädchen-Gin“ verlangt worden. Und auch beim Verkauf an der Tür des Historischen Museums läuft die neue Kreation gut. Brennmeister i.R. Horst Feye und seine Kollegin Anne Untiedt haben offenbar einmal mehr den Geschmack des durch ein gutes Dutzend selbstkreierte hochprozentige Spezialitäten verwöhnten Steinhagener Publikums getroffen.

Freitag, 04.12.2020, 19:18 Uhr
Einen fruchtigen Gin haben Anne Untiedt (Destillateurin und Getränketechnikerin) und Brennmeister i.R. Horst Feye diesmal kreiert. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

 

Aber warum eigentlich Mädchen-Gin? Weil Lavendel drin ist, sagt Anne Untiedt, ein lilafarbenes Gewächs. Lila, die Frauen-Farbe. „Grundlage ist unser Dry Gin. Der wird gut angenommen. Vielleicht weil er mit Liebe gemacht ist. Dem haben wir mit einem Hauch von Zitrus und Lavendel ein größeres Geschmacksprofil gegeben“, erklärt Anne Untiedt. Zum Winter bringen die beiden Experten sommerliche Frische in das In-Getränk. Denn das ist Gin nach wie vor.

„Der hat aber auch in der Herrenwelt guten Anklang gefunden“, wirft Horst Feye ein und verweist auf seinen Enkel, der vor Wochen mit seiner Clique schon mal den Vorkoster gespielt hat. 150 Liter haben die beiden an der historischen Destille im Museum gebrannt. In der ersten Auflage – aber bekanntlich ist nach der ersten vor der zweiten Auflage. Man darf offenbar noch mehr erwarten von dem Gespann, das sich so gut ergänzt. „Die Chemie hat gleich gestimmt“, sagt Horst Feye. Das mag an den gemeinsamen Wurzeln im Emsland/Osnabrücker Land liegen. „Unsere Elternhäuser liegen nur 20 Kilometer voneinander entfernt“, haben die beiden festgestellt.

Ihre Ausbildung hat die heute 38-Jährige als Destillateurin bei Berentzen gemacht und danach in Lemgo Getränketechnik studiert. Dem Alkohol hat sie damals abgeschworen – jedenfalls beruflich – und ist in die Milchwirtschaft gegangen. 2015 ist die junge Familie nach Steinhagen gezogen, über die Tanzschule mit der Familie Glösenkamp bekannt geworden und im Historischen Museum gelandet. Erhard Glösenkamp ist seit diesem Jahr Vorsitzender.

Vielleicht verständen sie sich ja so gut, weil sie beide Plattdeutsch sprechen, mutmaßt der 85-jährige Brennmeister i.R. „Ich profitiere von seiner Erfahrung“, sagt Anne Untiedt. Bei ihren Kreationen sprechen sie in jedem Fall die gleiche Sprache. „Die Idee war, den Gin zu erweitern. Jeder hatte was im Kopf. Und dann sind wir ins Labor gegangen und haben überlegt, mit was er wohl schmecken könnte“, sagt Anne Untiedt.

So kamen Lavendel, Orange und Zitrone ins Spiel. „Wer Steinhäger kann, der kann auch Gin. Aber nicht umgekehrt“: So erklärt sich Horst Feye die gelungenen Kreationen des Wacholdergetränks. Dritte im Bunde des kreativen Teams ist Renate Stölting. Die Steinhagenerin hat wie immer das Etikett entworfen.

Und wie trinkt man den „Mädchen-Gin“? Am liebsten pur – jedenfalls, was Anne Untiedt betrifft: Ich würde nur Eis dazugeben“, sagt sie. Harte Sache, oder? „Natürlich ist er auch mit Tonic möglich.“

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