Umbau der Sanitäranlagen im Heimathaus Steinhagen ist aufwendiger und teurer als geplant
Die Tücken einer alten Gussleitung

Steinhagen -

Eigentlich soll es doch vor allem eine optische Auffrischung werden. Doch inzwischen hat sich die nach mehr als 30 Jahren notwendige Renovierung der sanitären Anlagen im Keller des Heimathauses als ein technisch aufwendiges und langwieriges Bauvorhaben erwiesen.

Dienstag, 01.12.2020, 19:55 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 19:58 Uhr

 

Grund ist – unter anderem – eine alte gusseiserne Leitung unter der Sohle des Heimathauses. Aber auch die Verlegung und Neugestaltung des Behinderten-WCs und der Einbau einer zweiten Hebeanlage waren nicht von Anfang an mit eingeplant, als der Haushaltsplan für 2020 verabschiedet wurde. Und so rechnet Sebastian Klopfer, Gebäudemanager der Gemeinde, statt mit Kosten von den veranschlagten 113.000 nun mit etwa 138.000 Euro.

Aufwendig war schon der Bau des Kellers. Denn das Ackerbürgerhaus aus dem Jahr 1709 hatte gar keinen. Erst als es vor 33 Jahren zur Begegnungsstätte, zum Heimathaus Steinhagen werden sollte, da hat man ihm einen Keller gegraben. Dazu wurde das damals völlig entkernte Fachwerk-Gerippe – alteingesessene Steinhagener erinnern sich – zweimal mit dem Kran in spektakulären Aktionen versetzt, um schließlich auf der Decke des neugeschaffenen Untergeschosses Platz zu nehmen.

Damals hat man für die Toiletten, die man neben der Technik und Lagermöglichkeiten eben im Keller einrichtete, besagte gusseiserne Leitung unter die Bodenplatte gelegt. Darüber schüttelt Sebastian Klopfer den Kopf: „Da kommt heute kein Mensch mehr ran“, sagt er. Müsste man aber eigentlich. Denn eine Kamerabefahrung des Rohres ergab deutliche Schäden.

Und so entschloss man sich, neue Anschlüsse zu legen – nunmehr nicht unter die Sohle, sondern in den Estrich hinein mit seitlichem Ablauf in eine weitere Hebeanlage, für die just ein tiefes Loch direkt vor der Tür des Heimathauses gebuddelt worden ist.

Gut, dass derzeit coronabedingt außer einem Integrationskurs der VHS – Bildungsprogramm – keine Begegnungen im Heimathaus stattfinden dürfen. Schlecht aber, dass das alte Gussabwasserrohr Probleme macht, obwohl es stillgelegt werden soll. „Durch die alten Abläufe, auch wenn sie nun inaktiv sind, haben wir eine Durchdringung der Sohle. Diese Durchlässe könnten bei aller Abdichtung undicht werden, sodass Grundwasser von unten in den Estrich fließt“, schildert Sebastian Klopfer eine technische Tücke, die nur mittels eines Sachverständigen zu umschiffen ist. „Wir brauchen einen Experten, der uns erklärt, wie wir das zuverlässig abzudichten haben“, so Klopfer.

Doch der Experte war schwierig zu bekommen, ist aber vor Ort gewesen, und nun wird sein Gutachten erwartet. Derweil laufen die Bauarbeiten an den Toiletten weiter. Dabei wird die Behindertentoilette komplett neu gebaut. „Es gab zwar eine, die aber so eng war, dass sie heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht“, so Klopfer. Ihr früherer Raum wird den beiden anderen Toiletten zugeschlagen, ihr neuer war früher ein Abstellraum.

Angefangen haben die Bauarbeiten nach den Herbstferien Ende Oktober. In diesem Jahr wird die Baustelle im Kellergeschoss des Heimathauses durch die Verzögerungen nicht mehr fertig. Sebastian Klopfer hofft aber, dass im Januar alles abgeschlossen werden kann.

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