Nach mehreren Taschendiebstählen in Steinhagen: Polizei mahnt zu noch mehr Aufmerksamkeit und Vorsicht
Geschickt, dreist und sekundenschnell

Steinhagen -

Erst vor zwei Wochen hatte die Polizei in einem Lebensmittelgeschäft in Gütersloh eine Taschendiebin auf frischer Tat ertappt; die 24-jährige Bulgarin hatte gerade in die Handtasche einer Kundin gegriffen und deren Geldbörse stehlen wollen. Doch längst nicht immer können die Täter erwischt werden. Auch in Steinhagen hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Taschendiebstähle gegeben.

Montag, 09.11.2020, 18:44 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 18:46 Uhr
Eine kurze Unachtsamkeit genügt, und schon ist es zu spät: Auf dem gestellten Foto stiehlt ein Junge einer Frau ihre Geldbörse aus der Handtasche. Foto: dpa

 

Ein Leser berichtete dem WESTFALEN-BLATT, dass ihm im Aldi-Markt das Portemonnaie aus seinem Rucksack gestohlen worden sei. Er weiß von einer weiteren Kundin, deren Geldbörse ihr im Lidl aus der Jackentasche entwendet wurde. Ein weiterer Diebstahl ereignete sich im Bereich Rossmann/Ernstings. Einige Tage zuvor war einer Steinhagenerin mit Rollator ihr Portemonnaie im Lidl aus der Handtasche gestohlen worden, die sie kurzzeitig nicht im Blick hatte.

Weil kreisweit die meisten solcher Taten in Gütersloh begangen werden, plant die Polizei dort Informationsstände, um die Bürger zu sensibilisieren. „Hohe Fallzahlen gibt es im Kreis Gütersloh aber nicht“, relativiert Polizeisprecherin Katharina Felsch. „Doch jetzt in der dunkleren Jahreszeit haben es Diebe leichter.“

Eine solche Präventionsaktion ist derzeit in Steinhagen nicht geplant, sagt Ursula Rutschkowski. Die Kriminalhauptkommissarin ist Opferschutzbeauftragte der Kreispolizeibehörde. „Da die Fallzahlen für den Bereich Bahnhofstraße 22-25, also das dortige Einkaufszentrum, sich im September und Oktober auf jeweils einen Fall beschränken, sehen wir hier noch keinen Schwerpunkt“, erklärt sie, betont aber: „Wir werden die Zahl der Diebstähle in Steinhagen aber im Blick behalten und gegebenenfalls natürlich auch dort eine Aktion durchführen.“

Die Polizei mahnt generell zur Vorsicht. Unter dem Motto „Augen auf und Tasche zu!“ gibt sie Tipps zum Schutz gegen Trickdiebe: Tragen Sie Wertsachen eng am Körper. Taschen-/Trickdiebe nutzen unauffälligen Körperkontakt im Gedränge, lenken ihre Opfer ab und nutzen Unachtsamkeit.

Bewahren Sie Bargeld, Bankkarten und Ausweise getrennt voneinander auf. Der Diebstahl einer kompletten Brieftasche/Geldbörse kostet das Opfer viel Geld, Zeit und Nerven.

Wertsachen, Mobiltelefone und Digitalkameras sind am sichersten in verschließbaren Innentaschen. Denn Diebe sind oft extrem geschickt. Sie werden den Diebstahl vermutlich gar nicht bemerken.

Tragen Sie in der Öffentlichkeit Hand- und Umhängetaschen verschlossen vor dem Körper oder eingeklemmt unter dem Arm.

Tragen Sie im Gedränge Rucksäcke vor dem Körper. Wertsachen in Außentaschen von Rucksäcken sind leichte Beute, selbst wenn diese verschlossen sind.

Sollte man bestohlen worden sein, ist es wichtig, zügig die gestohlene Bankkarte und das gestohlene Handy sperren zu lassen: unter dem Sperrnotruf 116 116. Die Polizei ist unter dem Notruf 110 erreichbar. Einige Daten, die man zudem im Fall des Falles kennen sollte, sind: Kreditkartennummer, Kartenprüfnummer, Konto-IBAN, SIM-Kartennummer der Telefonkarte.

Die Polizei kennt die meisten Tricks der Taschendiebe und warnt vor den folgenden typischen Situationen:

 

Das unauffällige Hineingleiten

Die Täter nutzen Situationen, in denen die Menschen vorübergehend mit anderen Dingen beschäftigt sind – etwa beim Aussuchen am Obst- und Gemüsestand – und entwenden dann geschickt Wertgegenstände.

 

Die verdeckte Hand

Die Täter benutzen einen Gegenstand wie zum Bei-spiel einen Mantel, eine Zeitung oder eine Tasche, um den Diebstahl damit geschickt zu verdecken, und greifen dann darunter unbemerkt zu..

Tricks zur Ablenkung

Trickdiebe „arbeiten“ im Team. Der „Ablenker“ zieht Ihre Aufmerksamkeit auf sich, während der Dieb Ihnen in die Tasche greift und die Beute an einen Dritten weitergibt, der damit unerkannt verschwindet.

Häufige Ablenkungsmaschen der Täter: das Vorhalten eines Stadtplans mit der Bitte um Hilfe bei der Suche; Vorhalten einer Unterschriftenliste mit der Bitte um Beteiligung; das Beschmutzen der Kleidung mit der sofortigen „Hilfe“ beim Reinigen; die Bitte, Geld zu wechseln; das freudige Antanzen.

 

Drängel- oder Rempeltrick

Beim Einsteigen zum Beispiel in einen Bus, im Eingangsbereich eines Geschäftes oder in einer Menschenmenge bleibt der „Provokateur“ plötzlich vor Ihnen stehen und verursacht ein Gedränge. Der eigentliche Dieb nutzt die Gelegenheit, um in Ihre Tasche zu greifen.

 

Die günstige Gelegenheit

Die Täter nutzen Situationen, in denen Taschen unbeaufsichtigt abgestellt oder über Stuhllehnen gehängt werden (zum Beispiel in Geschäften, Restaurants, Kino, Bussen).

 

Bankkunden im Visier

Die Täter beobachten Geldautomaten und passen diejenigen ab, die gerade Geld abgehoben haben. Die Täter wissen jetzt ganz genau, wo Sie Ihr Geld aufbewahren.

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