Bauausschuss beschließt Satzung für Amshausen-Nord – ein Bereich wird abgekoppelt
Endlich fertig!

Steinhagen-Amshausen (WB). Sieben Jahre hat es gedauert. Doch nun ist die Planung für das Wohnbaugebiet Amshausen-Nord abgeschlossen. Am Donnerstagabend haben die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 13 gefasst, den am 11. November der Gemeinderat bestätigen muss.

Samstag, 10.10.2020, 04:43 Uhr aktualisiert: 10.10.2020, 04:50 Uhr
So sieht das Baugebiet zwischen Amshausener Straße (unten links) und L756, früher B68, (oben rechts) aus. Ausgeklammert bleibt die geplante neue Bebauung auf vier Grundstücken an der südlichen Falkenstraße (rosa Bereich unten in der Mitte). Foto: Gemeinde Steinhagen

Dann werden umgehend die Erschließungsarbeiten ausgeschrieben, wie Bauamtsleiter Stephan Walter mitteilte, so dass die Aufträge im Frühjahr 2021 vergeben werden können. Etwa acht Monate wird es dauern, Baustraßen und Kanäle anzulegen, so dass frühestens Ende 2021 oder im Frühjahr 2022 die ersten Häuser gebaut werden können. Viele Familien warten darauf.

Teilgebiet an der Falkenstraße ausgeklammert

Zwischenzeitlich haben bereits mehr als 170 Familien auf der Bewerberliste gestanden. In dem elf Hektar großen Gebiet sind 35 Grundstücke für Einfamilienhäuser, zehn für Doppelhaushälften und neun für Mehrfamilienhäuser geplant. „Anfang nächsten Jahres werden wir alle noch einmal anschreiben“, sagte Stephan Walter.

Um die Auswertung der, so Walter, „noch einmal verstärkt“ eingegangenen Einwendungen und Anregungen ging es in der Sitzung am Donnerstagabend. Dass es dabei nicht zu weiteren Verzögerungen des Bauvorhabens kam, lag vor allem daran, dass ein Teilgebiet, gegen das es erhebliche Kritik gegeben hat, herausgenommen worden ist: Stadtplaner Roger Loh (Büro Tischmann-Loh) hatte den Vorschlag gemacht, die geplante Bebauung am südlichen Ende der Falkenstraße auszugliedern und in einem Extra-Verfahren zu betrachten – um es dann entweder als Grünbereich zu belassen, eine neue aktive Bauleitplanung zu betreiben oder eine sogenannte Innenverdichtung vorzunehmen.

Monitoring zur Verkehrsbelastung

Somit hofften Politik und Planer, den Anwohnern der Falkenstraße zunächst die Sorge übermäßiger Belastung nehmen zu können. Roger Loh betonte in der Sitzung noch einmal, dass die Planung dazu ohnehin nicht geführt hätte. Zur Verträglichkeit von Verkehrsbelastung wies er auf Regelwerke und Gutachten hin: „Man geht in Wohnstraßen von 150 Fahrzeugen pro Stunde aus, die sich begegnen. Für die Falkenstraße sind 70 ermittelt worden.“ Dennoch soll die Belastung für die Altanlieger auch in Zukunft im Blick behalten werden. Loh empfahl ein Monitoring, sprich: eine regelmäßige Messung von Verkehr und gegebenenfalls Maßnahmen.

Vor allem auch einen anderen Bereich hat man dabei im Blick: die Erschließung des Wohngebiets – der Knackpunkt, der die Gesamtplanung schon so dermaßen In die Länge gezogen hatte. Denn nicht die südliche Ausfahrt aus dem Gebiet und eine weitere über den Taubenweg allein könnten effizient und verträglich den Verkehr von 260 Wohneinheiten ableiten, sondern es bedarf des Knotens an der früheren B68, jetzt L756. Dieser hatte bekanntlich mehrfach umgeplant werden müssen, weil der Protest von Anwohnern jeweils erheblich war.

Knotenpunkt ausbaufähig machen

Und verklungen ist er immer noch nicht, denn der große Wunsch, die Anbindung der Falkenstraße zu belassen, wird auch mit der letztlich verabschiedeten Kompromisslösung nicht erreicht. Der Landesbetrieb Straßen NRW lässt nur eine Auffahrt innerhalb einer so kurzen Distanz zu und beruft sich auf die Verkehrssicherheit. SPD und CDU wiesen darauf hin, den Knotenpunkt von vornherein auch für einen späteren Ausbau vorzubereiten. „Wir haben an anderer Stelle gesehen, dass eine Ampel erforderlich wurde. Wir sollten dafür schon Vorkehrungen treffen und Anschlüsse legen“, sagte Hildegard Fuest (SPD). „Wir sollten den Aufstellungsbereich so groß bauen, dass man ihn in Zukunft auch zweispurig ausbauen könnte“, sagte Mechthild Frentrup (CDU). Sprich: Rechts- und Linksabbiegern getrennte Spuren geben.

Die Parteien äußerten sich zufrieden, dass die langwierige Planung nun ein Ende hat und tatsächlich gebaut werden kann. Die CDU betonte, wie wichtig es dabei gewesen sei, dass die Anwohner sich mit ihren Wünschen und Anregungen gemeldet hatten. Die SPD bekannte, die Anwohner an der Falkenstraße „etwas aus den Augen verloren zu haben“: „Digital betrachten ist gut, vor Ort ist besser“, sagt Hildegard Fuest.

Kommentar

Ein gewaltiges Stück Stadtplanung ist geschafft. Und angesichts der Dimensionen, aber auch der Wirkung, die das Wohngebiet für den Ortsteil entfalten soll, ist es gut, dass man sich Zeit gelassen hat – und vor allem, dass man doch irgendwann die Anwohner ins Boot gelassen hat. So sind die Voraussetzungen gut, dass sich Amshausen nachhaltig weiterentwickeln kann. Denn das Baugebiet ist eine wichtige Klammer in der Siedlungsstruktur dieses Ortsteils ohne wirkliche Mitte. Und Amshausen bekommt einen Schub durchjunge Familien. Den gilt es zu nutzen und daraus Gemeindeleben abzuleiten. Annemarie Bluhm-Weinhold

Kommentare

Paul  wrote: 10.10.2020 08:51
Steinhagen ist die einzige Gemeinde im Kreis, die massiv baut, worauf warten die anderen Gemeinden ? Ohne Unterkünfte vor Ort, kein Leben : Viel Pendelverkehr (Fahrzeiten sind völlig unproduktiv), dann klettern die Immobilienpreise in die Höhe, so wollen die Arbeitnehmer viel mehr verdienen.
"Knotenpunkt ausbaufähig machen" ist gut, aber es wäre einfacher, den Knotenpunkt von Anfang an mit Ampeln zu bestücken. Eins wurde bei dem Bauausschuss am Donnerstag nicht erörtert: Wohin werden diese neuen Einwohner einkaufen gehen ? Es gibt keinen preiswerten Supermarkt in Amshausen, dann werden diese Einwohner zum Dorfkern fahren (4 km) ? das ist so entfernt, dass sie dann sogar nach Halle oder Bielefeld fahren können.
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