Stärkere Steinhagener Grüne-Fraktion formuliert Positionen und bestätigt Detlef Gohr als Sprecher
CO2-neutral schon 2035

Steinhagen  (WB). Detlef Gohr, bei der Kommunalwahl auch Bürgermeisterkandidat seiner Partei, bleibt Sprecher der Steinhagener Grünen-Fraktion. Christiane Manthey wird nun seine Stellvertreterin. Auch die Grünen haben am Montagabend ihre neue Fraktionsspitze bestimmt.

Donnerstag, 08.10.2020, 04:16 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 04:20 Uhr
Detlef Gohr (links) als Sprecher mit seinen Fraktionskolleginnen und -kollegen (von links) Hartmut Düfelsiek, Maria Gladitz, Christiane Manthey, seine Stellvertreterin, Fabian Drosselmeier, Sven Hillebrand und Heike Horn. Statt vier Sitzen haben die Grünen im Steinhagener Gemeinderat nun sieben Foto: WB

Derweil hat sich in der nunmehr siebenköpfigen Fraktion im Steinhagener Gemeinderat noch eine Änderung ergeben. Aus gesundheitlichen Gründen hat Konstanze Böhm die Wahl nicht angenommen. An ihre Stelle rückt Sven Hillebrand nach. Die restlichen Fraktionsmitglieder sind Heike Horn, Fabian Drosselmeier, Hartmut Düfelsiek und Maria Gladitz. Gohr, Manthey und Düfelsiek gehörten schon zur alten Fraktion als Ratsmitglieder. Heike Horn und Sven Hillebrand waren als Sachkundige Bürger dabei.

Gespräche mit SPD und CDU

„Wir sind jetzt dabei, unsere Positionen festzulegen und Gespräche mit der SPD und CDU zu führen“, sagte Detlef Gohr im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Für eine Gestaltungsmehrheit mit der SPD, wie es sie bisher auch schon gegeben hat im Rat, sieht Gohr nach wie vor gute Voraussetzungen. „Obwohl die Mehrheit knapper geworden ist“, sagt er. 13 Sitze plus Bürgermeisterstimme hat die SPD, sieben Mandate haben die Grünen, insgesamt 38 Sitze hat der durch Überhangmandate größer gewordene Rat. Zudem sind die Grünen mit 18,57 Prozent der Stimmen und sieben Sitzen (statt bisher vier) deutlich stärker geworden.

Auch der CDU gegenüber sind die Grünen offen. „Man muss jetzt erst einmal abwarten. Wenn die CDU weiter eine klimaneutrale konservative Politik macht, gibt es wenig Gemeinsamkeiten. Aber danach sieht es erst einmal nicht aus“, so Gohr. Erste Gespräche waren offenbar ganz vielversprechend.

Ihre Positionen wollen die Grünen derzeit noch nicht alle nennen. Aber der Klimaschutz steht auch weiterhin an erster Stelle. „Und unsere zentrale Forderung lautete schon im Wahlkampf, dass wir das Klimaziel einer CO2-neutralen Gemeinde von 2050 auf 2035 vorziehen wollen“, sagte Detlef Gohr. Das müsse jetzt umgesetzt und darauf das Klimaschutzkonzept der Gemeinde geändert werden. Vor allem müsse es sich dezidiert mit den Folgen von Klimawandel und der Trockenheit der vergangenen Sommer auseinander setzen.

Klimaschutzausschuss wird konkret

Ein weiteres großes Vorhaben, das konkret geworden ist durch den Zehn-Punkte-Plan der zukünftigen SPD-Bürgermeisterin Sarah Süß, das aber nach Gohrs Beobachtungen von allen mitgetragen wird, ist die Umstrukturierung eines Klimaschutzausschusses. Bisher hatte Steinhagen als Ordnungs- und Umweltausschuss einen Doppelausschuss. Nun soll dem Klimaschutz in einem eigenen Fachausschuss und durch mehr Vernetzung mit anderen Ausschüssen stärkere Bedeutung gegeben werden.

„Zu klären ist natürlich, was das auf Verwaltungsseite nach sich zieht“, sagte Detlef Gohr. Dabei spielt auch die Positionierung des Klimaschutzmanagements eine Rolle. Bisher ist es Stabsstelle des Bürgermeisters und damit aus der Reihe der Ämter herausgehoben. „Bislang war es damit aber auch nicht bedeutend genug, um auf Amtsleiterebene selbst mit dabei zu sein. Wenn es etwa um die Gebäudewirtschaft von Schulen ging, wo das Klimaschutzmanagement dringend hätte mitsprechen müssen, fehlte es“, kritisiert Gohr. Die Vernetzung mit allen Ämtern und Themen sieht der Grünen-Sprecher als wichtig an.

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