Wie im IBT in Steinhagen unter Corona-Vorkehrungen wieder Sport getrieben wird
Training – aber sicher

Steinhagen  (WB). Die Sportler sind zurückgekehrt auf die Trainingsfläche und in die Kurse des Steinhagener Physiotherapie- und Rehasportinstituts IBT. Aber: „Sie sind nach wie vor sehr vorsichtig“, sagt Sport- und Fitness-Ökonom Felix Graf, Leiter der Gerätefläche in der Einrichtung an der Lise-Meitner-Straße. Im März hatte das IBT Kurse aussetzen und das Gerätetraining im bundesweiten Corona-Lockdown komplett einstellen müssen. Wie andere Physio- und Rehasport-Praxen in der Gemeinde auch. Ein gutes halbes Jahr später hat das WESTFALEN-BLATT beispielhaft bei IBT nachgefragt, wie das Training unter Corona-Vorkehrungen läuft.

Dienstag, 06.10.2020, 03:53 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 04:00 Uhr
Der Trainer trägt Maske, der Sportler nicht, wenn er am Gerät sitzt und wenn er ausreichend Abstand zu den Mittrainierenden hält: IBT-Mitarbeiter Felix Graf weist Paul Brekenkamp auf den richtigen Bewegungsablauf hin. Foto: Bluhm-Weinhold

Beim IBT muss man differenzieren zwischen Fitness-Kursen, Reha-Sport und der Physiotherapie, die oftmals die unerlässliche Behandlung chronisch-kranker Patienten bedeutet. Und als solche lief sie auch im ersten Lockdown weiter. Als Einrichtung des Gesundheitswesens hatte sie ohnehin stets schon hohe Standards etwa bei der Desinfektion.

Nach den Videos nun wieder live

Dieser Teil des Hygienekonzepts ist mit dem Lockdown im März verschärft und bisher auch noch nicht gelockert worden: Alle Patienten kommen mit Mund-Nasenschutz, alle müssen zuerst Händewaschen, Türklinken und Lichtschalter werden mehrfach am Tag desinfiziert. Die Stühle im Wartebereich sind auseinandergezogen, dem Empfangsbereich ist eine Plexiglasscheibe und eine markierte Sperrzone vorgeschoben. Der Fitnesskurs-Bereich hat sich in den ersten Corona-Wochen mehr oder weniger mit YouTube-Videos über Wasser gehalten – live gibt es die Kurse erst wieder seit Mai. Ebenso wie den Reha-Sport und das Training an den Geräten.

Felix Graf erläutert die Regelungen: „Wir haben auf der Trainingsfläche 1,50 Meter Abstand zwischen den Geräten, somit ist ein Teil gesperrt, wo dieser Abstand nicht gewährleistet ist. Wenn Geräte doppelt vorhanden sind, ist nur eins aktiv.“ Da der Abstand gewahrt ist und auch zu den anderen Trainierenden eingehalten werden muss, darf die Maske, die vom Hauseingang an und in der Umkleide getragen werden muss, auf der Fläche fallen. Jeder bringt sein eigenes Handtuch mit, jeder hat die Geräte zu desinfizieren nach dem Gebrauch – das war auch schon vor Corona so.

Vielmehr ist besondere Rücksichtnahme gefragt, damit sich jeder sicher fühlen kann. „Jeder muss selbst darauf achten, dass er den anderen nicht zu nahe kommt“, sagt Paul Brekenkamp. Für ihn kein Problem, und es klappt nach seiner Schilderung nach auch gut damit. Er fühle sich sicher. Der 68-jährige Steinhagener trainiert seit einer Schulterverletzung vor einigen Jahren dreimal pro Woche im IBT. Das habe ihm gefehlt im Corona-Lockdown. „Die soziale Komponente beim Training ist schon wichtig. Sonst könnte man auch zu Hause eine Hantelbank aufstellen“, sagt er. Wichtig ist ihm zudem die Anleitung beim Training. Jeder Sportler hat sein persönliches Programm, das von Zeit zu Zeit variiert wird, und sieht schon auf dem Monitor am Gerät, ob er die Übungen korrekt und sorgfältig genug ausführt.

Nur am Anfang Ermahnung nötig

Auch die Trainer haben ein Auge darauf – ebenso wie auf die Einhaltung der Corona-Regeln: „Am Anfang mussten wir durchaus auch mal ermahnen“, sagt Felix Graf. Inzwischen haben sich alle daran gewöhnt.

Und die Fitnesskurse? „Wir haben wegen der Raumgröße eine maximale Belegung von 16 Teilnehmern“, sagt Felix Graf. Mindestabstände seien so gewahrt, permanentes Lüften ist angesagt. Von Auslastung keine Spur: „Noch sind wir in den Kursen trotz reduzierter Teilnehmerzahlen nur bei 70 Prozent“, sagt Felix Graf. Wenn sich vor Corona 15 bis 20 im Kurssaal bewegten, so sind es jetzt sieben bis zehn. „Einigen Kunden haben wir angeboten, Mitgliedschaften ruhen zu lassen“, sagt Felix Graf. Gerade in den Vormittagskursen mit vorwiegend älteren Teilnehmern sind die Lücken noch groß. Letztlich aber ist die Zurückhaltung und Vorsicht nach Beobachtung des IBT-Teams altersunabhängig.

Indes: „Wir haben auch festgestellt, dass unser Konzept aufgeht und wir ein sicheres Training gewährleisten können“, sagt Felix Graf. Und so bietet IBT von Mitte Oktober an erstmals in der Corona-Zeit mit einem Rückenkurs wieder eine Aktion an, die offen ist für alle Interessierten.

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