Sarah Süß übernimmt für die SPD das Rathaus in Steinhagen
Mit 28 schon Bürgermeisterin

Steinhagen (WB). Als Klaus Besser vor 26 Jahren Bürgermeister von Steinhagen wurde, war Sarah Süß zwei Jahre alt. Jetzt folgt sie ihm und ist mit 28 Jahren das jüngste Stadtoberhaupt in Ostwestfalen-Lippe. Am Sonntag hatte die SPD-Kandidatin mit 61,38 Prozent der Stimmen die Stichwahl deutlich gegen den CDU-Mitbewerber Hans-Heino Bante-Ortega gewonnen.

Donnerstag, 01.10.2020, 05:36 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 05:40 Uhr
Sarah Süß hat’s geschafft und ist Bürgermeisterin. Im Mai will sie ihren Verlobten Carsten Scheele heiraten. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Sarah Süß ist kein Steinhagener Kind. Aufgewachsen in Hamm, zog sie 2015 „zufällig“, wie sie sagt, mit ihrem Lebensgefährten in die Gemeinde Steinhagen – und schloss sie ins Herz. Als Heidekönigin bewies sie ein Jahr später, dass sie Steinhagen auch repräsentieren kann. „Das Amt hat mir wahnsinnig geholfen, mich mit der Gemeinde zu verbinden.“

Vom Heidethron auf den Bürgermeistersessel? Das wäre zu kurz gegriffen und würde der jungen Frau nicht gerecht. Seit drei Jahren ist sie in der SPD. „Meine Familie stammt aus Bergbaufamilien. Das ist mir in die Wiege gelegt. Die Familie war immer sozialdemokratisch geprägt. Und ich hatte schon immer ein hohes Gerechtigkeitsbewusstsein“, sagt sie.

Als Diplom-Rechtspflegerin, also Fachhochschuljuristin, hat sie im Wahlkampf mit ihrer Verwaltungserfahrung punkten und Skeptiker überzeugen können – auch in den eigenen Reihen. Die hatten ihre Befähigung ihrer Jugend wegen angezweifelt. Doch gerade das hat ihr nach Meinung ihres Amtsvorgängers und Mentors Klaus Besser viele Wählerstimmen zugetragen: „Die meisten hat überzeugt, dass Sarah Süß für viele Jahre Bürgermeisterin sein kann.“

Zu wenig junge Leute in der Politik

„Sie ist stark und hat Selbstvertrauen“, sagte ihre Mutter Sabine Süß am Wahlabend. Und ihr Vater Franz-Joseph Süß erlaubte sich folgendes Bonmot: „Sie ist gut. Jetzt muss sie nur noch ein bisschen besser werden“, merkte er mit Hinweis auf den Namen des Mannes an, den sie zum 1. November beerben wird.

Natürlich muss sie noch viel lernen – zum Beispiel eine 200 Mitarbeiter starke Verwaltung zu führen. Und auch politisch ist sie bisher in der SPD-Fraktion nicht in Erscheinung getreten. Doch konkrete Vorstellungen, wie es mit Steinhagen, speziell in der derzeitigen Corona-Krise weitergehen soll, hat sie und erste Schritte in einem Zehn-Punkte-Plan für die Stichwahl entworfen.

Letztlich ist Sarah Süß nicht nur für die Gemeinde Steinhagen die Zukunft, sondern auch für die SPD. So sagte Thomas Kutschaty, Fraktionschef im NRW-Landtag jüngst bei einem Wahlkampfauftritt in Steinhagen: „Wir haben zu wenig junge Leute in der Politik und viel zu wenig Frauen, gerade auch im Bürgermeister- und Oberbürgermeisteramt.“

Sarah Süß’ Kalender füllt sich bereits mit beruflichen Terminen. Heute will sie eine erste Kennenlern-Runde durchs Rathaus drehen, und kommende Woche nimmt sie an der Amtsleiterklausur zum Haushaltsplanentwurf für 2021 teil.

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