Briefwahl bricht alle Rekorde – Corona-Konzepte für die Wahllokale
2850 haben schon gewählt

Steinhagen  (WB). 29,73 Prozent der Steinhagener haben schon ihre Kreuzchen gemacht – oder sind gerade dabei. Denn die Briefwahl schlägt in Steinhagen alle Rekorde: 4970 Wahlberechtigte, eben jene 29,73 Prozent von insgesamt 16.489, haben einen Wahlschein für die Briefwahl beantragt. 2850 haben ihre Stimmzettel schon zurückgeschickt, 430 von ihnen haben sie direkt im Briefwahlbüro im Steinhagener Rathaus ausgefüllt.

Dienstag, 08.09.2020, 04:13 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 04:20 Uhr
Das Briefwahlbüro im Steinhagener Rathaus ist gut nachgefragt und nach allen Maßgaben der Coronaverordnung eingerichtet: (von links) Rika Pohlmann, Lea Hülsmann, Wahlleiterin Ellen Strothenke und ihr Stellvertreter Angel Dabarca. Foto: Bluhm-Weinhold

„So viele Briefwähler waren es noch nie“, sagt Wahlleiterin Ellen Strothenke – zum Vergleich: 2014 bei der Kommunalwahl waren es 2345 Briefwähler. Ellen Strothenke und ihr Stellvertreter Angel Dabarca gehen davon aus, dass in den Wahllokalen am kommenden Sonntag weniger auszuzählen sein wird.

Damit aber das gewaltige Aufkommen an Stimmzetteln aus der Briefwahl-Urne im Rathaus am Wahlabend zu bewältigen ist, wurde die Zahl der Briefwahlvorstände bereits auf fünf erhöht und kann bei Bedarf in dieser Woche auch auf sechs erweitert werden. Bei der Europawahl 2018 waren es „nur“ drei Wahlvorstände – und damit auch schon einer mehr als zuvor. Denn: Die Briefwahl-Auszählung ist wegen der zwei Umschläge, die zu öffnen sind, und der Prüfung der eidesstattlichen Versicherungen doppelt aufwändig. Klassische Fehler, die zur Ungültigkeit der Stimmzettel führen: Die Unterschrift fehlt oder Eheleute vertauschen ihre Zettel. Neu ist diesmal wegen des erhöhten Aufkommens, dass die Briefwahlvorstände selbst auszählen. Jedem werden drei bis vier Wahlbezirke zugeordnet statt die Umschläge wie sonst erst den Wahllokalen zuzustellen.

Hygienekonzept auch für alle Wahllokale

Briefwahl erfreut sich steigender Resonanz, insbesondere in Coronazeiten. Der eine oder andere Wähler scheint vor dem Gang ins Wahllokal zurückzuschrecken. Dabei sind alle nach Corona-Maßgaben ausgestattet. Das Hygienekonzept sieht für alle Wählerinnen und Wähler Maskenpflicht vor, eine Einbahnstraßenregelung, in den meisten Wahllokalen auch separate Ein- und Ausgänge, Kugelschreiber für den Einmalgebrauch zum Kreuzchenmachen, die danach mitgenommen oder in einem Korb abgelegt werden können, um für eine mögliche Bürgermeister-Stichwahl am 27. September desinfiziert zu werden.

Acht Wahlhelfer sind jedem Wahllokal zugeordnet, jeweils vier tun in zwei Schichten Dienst, erst zur Auszählung treffen alle zusammen. Während des Wahltages sitzen drei der Wahlhelfer hinter Plexiglasscheiben, die extra angefertigt worden sind, damit auch größere Menschen keine Aerosole übertragen können. „Wir haben zwar in den Schulen und im Rathaus eine Reihe von Plexiglasscheiben, aber die sind alle zu niedrig, weil sie auf sitzende, nicht auf stehende Menschen ausgerichtet sind“, so Ellen Strothenke. 51 neue Scheiben wurden geordert – und überhaupt ist diese Wahl im Corona-Jahr mit erheblichen Mehrkosten und Zeitaufwand verbunden.

Viele junge Leute als Wahlhelfer

Was die Wahlleiterin freut: Eine große Zahl junger Leute hat sich aufgrund der Aufrufe bei der Gemeinde als Wahlhelfer gemeldet. Das ist vor allem deshalb gut, weil einige erfahrene Wahlhelfer diesmal ausfallen. Allerdings müssen die Neulinge auch erst einmal eingearbeitet werden. Für die „Reserveliste“ des Wahlamtes können sich auch gerne weiter Interessierte melden, falls am Wahltag Krankheitsausfälle zu verzeichnen sind – und auch für eine mögliche Stichwahl am 27. September hat das Wahlamt noch keine „Personalplanung“ vorgenommen.

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