Beliebte Kürbisparade auf dem Hof Ordelheide öffnet wieder – mit Hygienekonzept
Kalebassen trotzen Corona

Steinhagen-Brockhagen  (WB). Herbstzeit ist Kürbiszeit – und die Zeit der Kürbisparade auf dem Hof Ordelheide in Sandforth. Daran ändert auch Corona nichts. Auswirkungen hat die Pandemie natürlich schon. „Wir haben mit dem Ordnungsamt ein Konzept abgestimmt, das sich im Groben am Einzelhandel orientiert“, sagt Christoph Ordelheide. So sind Ein- und Ausgang separat, es gibt eine Hygienestation mit Handdesinfektion und sonntags, wenn es erfahrungsgemäß richtig voll wird auch Maskenpflicht.

Dienstag, 01.09.2020, 04:19 Uhr
„Gelber Zentner“ heißt der Kürbis, den Christoph Ordelheide hier vom Sandforther Acker holt. Der Klassiker zum Einlegen, aber auch Hokkaido, Spaghetti-Kürbis und zahlreiche weitere Speisesorten sowie Zierkürbisse hat der Hof zu bieten. Foto: Bluhm-Weinhold

„Wichtig ist, dass die Leute sich sicher fühlen und hier eine entspannte Zeit verbringen“, sagt der Juniorchef auf dem Hof. Dafür sorgt schon sein Vater: Wilken Ordelheide hat sich wieder kreativ mit Kalebassen ausgetobt – auch etwas intensiver als sonst, weil coronabedingt Veranstaltungen des Heimatvereins ausfielen. Kalebassen sind Zierkürbisse, die mit der Zeit verholzen und wegen ihrer verwegenen Formen zu Kunstwerken gestaltbar sind.

Märchenstraße zur A33

Wilken Ordelheide hat die alljährliche „Märchenstraße“ diesmal der A33 gewidmet: Zwischen Borgholzhausen und Bielefeld stellt er auf seiner „Erlebnisautobahn für Mensch und Tier“ acht unglaubliche Begebenheit dar – Märchen eben. Zum Beispiel die Schokostation in Halle: Wer dort mit 100 oder weniger geblitzt wird, erhält eine Tafel Schokolade. Oder der Steinhagener „Rastplatz zum warmen Euter“, wo Autofahrer direkt frische Milch saugen können. Für Fußballfans: Arminia-Fans, die am Kreuz Bielefeld die DSC-Fahne schwenken, bekommen freies Geleit zur Alm...

Eine zweite Szenerie hat der Kalebassen-Künstler in einem Waldstück gegenüber erschaffen: „Die Vogelhochzeit“. Auf einem 200 Meter langen Rundgang durch den Eichenhain können die Besucher an den neun Darstellungen sogar die Liedtexte singen. Coronabedingt ist diese Szenerie in den Wald ausgelagert worden, um die Kürbisparade noch weitläufiger zu machen. Ein drittes Schaubild aber wird sich wieder auf dem Hof finden: „Zirkus Kalebassimo“ wartet mit Clowns und Hochseilartisten noch auf seine Vollendung in den Kronen der Hofeichen. Jeder Besucher soll auf dem Hof Ordelheide etwas erleben können. So gibt es die Märchenleseecke, wo Eltern und Kinder Platz nehmen können, oder Spielstationen für Kinder. Nur das sonst übliche Rahmenprogramm muss diesmal entfallen.

Junge Familien ebenso wie Senioren

Das Publikum, das sich Herbst für Herbst aus einem weiten Umfeld in Scharen auf dem Sandforther Hof einfindet, ist breit gefächert: Junge Familien kommen ebenso wie Senioren. „Nur Busreisen wird es, anders als sonst, diesmal nicht geben“, sagt Christoph Ordelheide. Die Besucher erleben auch jenseits der Kunst ein buntes Kürbissortiment zum Kaufen. Die Ernte ist ordentlich. „Wir hatten zwar ein trockenes Frühjahr, aber im Sommer zunächst ausreichend Feuchtigkeit, und im August hat die Wärme geholfen. Aber etwas Reife fehlt noch. Wir wünschen uns noch ein paar schöne Spätsommertage“, so Christoph Ordelheide. Die Qualität der Speisekürbisse hingegen sei gut, betont seine Mutter Renate Ordelheide. Die Kürbisse sind ein bisschen kleiner, haben aber weniger Wasser eingelagert und sind dadurch geschmacklich intensiver.

Was man mit Kürbissen alles machen kann, das erfahren die Besucher durch die Rezepte, die Christoph Ordelheides Partnerin Eva Brand geschrieben hat. Und gut war nicht nur die Kürbis-, sondern auch die Kartoffelernte. Seltene und alte Sorten bauen die Ordelheides an – wie Purple Rain, eine violette Kartoffel, die als lila Püree oder im Kartoffelsalat der Hingucker ist. Oder La Ratte, eine französische Gourmet-Kartoffel. Nachzulesen sind Öffnungszeiten und vieles mehr auf der neuen Homepage hof-ordelheide.de.

Plattdeutsche Chaussee

Wer mit dem Fahrrad von der Patthorster Straße aus zum Hof Ordelheide kommt, der kann zwischendurch schon einmal Rätsel raten. Auf dem anderthalb Kilometer langen Verbindungsweg hat Wilken Ordelheide mit Hilfe seiner Freunde Henner Schabbehard, Heinrich Höcker und Otto Wortmann aus der Plattdeutschen Spielgruppe des Heimatvereins wieder die „Plattduitske Schausseih“ aufgebaut. Drei Schilder verraten diesmal alte Lebensweisheiten auf Platt – Ordelheides Beitrag zur Pflege der Sprache. Was heißt zum Beispiel: „Unn iss de Summer fucht und natt, de Poppensteule mürget datt“? Wer den Kopf neigt, der kann die Lösung auch lesen.

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