Bundesumweltministerin Svenja Schulze besucht SPD Werther
Böckstiegel, Bäume, Blumen

Werther (WB). Bundesumweltministerin Svenja Schulze zu Gast in Werther – und das fast privat. Vormittags war sie mit einem Freund, dem bekannten Fotografen Dietmar Wadewitz, zunächst im Wald unterwegs. Am Mittag lernte sie Böckstiegel kennen, am Nachmittag stärkte sie im Gespräch bei Kaffee und Kuchen der SPD Werther und Bürgermeisterkandidaten Veith Lemmen im Wahlkampf den Rücken.

Mittwoch, 12.08.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 05:03 Uhr
Dieses Sonnenblumenfeld unweit des Museums hätte auch Böckstiegel gefallen, dessen Werk sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (re.) ansah, bevor sie mit (von rechts) SPD-Bürgermeisterkandidat Veith Lemmen, Fraktionsvorsitzenden Georg Hartl und Ortsvereinsvorsitzender Annette Milke-Gockel zu aktuellen Umweltthemen Stellung nahm. Foto: Bluhm-Weinhold

„Wir kennen uns seit 16 Jahren und haben lange in Düsseldorf zusammengearbeitet“, plauderte Svenja Schulze aus ihrer Zeit als NRW-Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung (2010-2017). Veith Lemmen war einige Zeit Referent für die SPD-Landtagsfraktion. Deshalb: „Ich schätze seine Fähigkeit, Dinge zu organisieren, eine Verwaltung zu führen und Menschen mit unterschiedlichen Meinungen durch konstruktive Vorschläge zusammenzubringen. Wir hatten richtig schwierige Themen und zerstrittene Positionen damals“, erinnert sie sich etwa an das Hochschulgesetz. Sie bezeichnete Veith Lemmen als „Glücksfall für Werther“.

Dramatische Lage im Wald

Beeindruckt vom Werk Peter August Böckstiegel, vom Künstlerhaus und dem Museum, das sie gemeinsam mit dem Bürgermeisterkandidaten besuchte – erschüttert einmal mehr vom Zustand des heimischen Waldes: „Es ist dramatisch, was wir durch die Hitze an Verlusten erleben“, sagte sie. Doch sie habe auch tolle Streuobstwiesen mit vielen Insekten gesehen. „Es wird hier viel getan für den Schutz der Insekten“, sagte sie und empfahl, sich um weitere Projekte und Fördermittel des Bundes zu bemühen.

Im Gespräch mit der (Partei-)Freundin und Ministerin griff Veith Lemmen drei Umwelt- und Klimaschutzthemen aus seinem Wahlprogramm auf, die er interkommunal angehen möchte. Zum einen setzt er sich für Aufforstungen im Teutoburger Wald ein. „Der Teuto geht durch große Teile Ostwestfalen-Lippes. Deshalb müssen wir gemeinsam Projekte planen“, sagte Lemmen. Und auch bei einem weiteren wichtigen Thema – in Werther durchaus einem Reizthema – betont der Bürgermeisterkandidat interkommunale Zusammenarbeit: beim Trinkwasser. Qualitativ hochwertiges Wasser in ausreichender Menge für Haushalte, Landwirtschaft, Tiere und Umwelt bereitstellen zu können, formulierte Lemmen als Ziel und sprach konkret die Modernisierung des Leitungsnetzes und das Bohren eines neuen Brunnens an der Wertheraner Schanze an. Lemmen wies auf die Übergabe-Station nach Bielefeld hin, die an der Schloßstraße gerade gebaut wird – Stichwort: Versorgungssicherheit.

ÖPNV gut getaktet und günstig

Umweltthema Nummer drei ist für ihn die Mobilität im ÖPNV. Eine gute Bustaktung und einen günstigen Fahrpreis hält Lemmen für „schaffbare Herausforderungen“. Und wenn schon Individualverkehr, dann der auf dem Fahrrad, so Lemmen. Coronabedingt ist die Konkretisierung der Regiopole, der Zusammenschluss der Umfeldkommunen mit dem Oberzentrum Bielefeld bei Themen wie Verkehr und Kultur, derzeit ins Stocken geraten. „Da wären wir sonst schon weiter“, sagte Fraktionsvorsitzender Georg Hartl. Seine Vision vom ÖPNV der Zukunft nannte er auch: „Eine allgemeine Nahverkehrsabgabe. Jeder zahlt zum Beispiel 80 Euro pro Jahr, und damit ist alles abgedeckt. Dann könnte man sich Kontrollen sparen und den Gerichten die Verfahrensflut.“

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