Schulstart in Steinhagen unter strengen Hygieneauflagen – aber auch die Mensa ist wieder geöffnet
Mit Maske zum Mittagessen

Steinhagen  (WB). Mit Maske in den Unterricht, Essen in der Mensa zeitlich gestaffelt und regelmäßige Desinfektion der Klassenräume auch zwischendurch: Der Start ins Schuljahr 2020/21 fällt erwartungsgemäß völlig anders aus als in anderen Jahren. Aber: Alle Schülerinnen und Schüler können zurückkehren in den Regelbetrieb – mit Mittagessen und Nachmittagsunterricht. Und das ist für Schulamtsleiterin Gabi Schneegaß das allerwichtigste. „Alle Schul- und OGS-Leitungen haben zusammen um eine Lösung gerungen“, sagt sie anerkennend. Denn alle hätten dabei Abstriche machen müssen.

Samstag, 08.08.2020, 03:14 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 05:03 Uhr
Ab Mittwoch ist der Schulhof der Realschule wieder bevölkert – aber unter strikten Corona-Auflagen. Foto: Bluhm-Weinhold

Grundlage für den Schulbetrieb ist natürlich auch in Steinhagen der Erlass des NRW-Schulministeriums. Der kam knapp genug – erst am 3. August. Und somit ist klar: An den weiterführenden Schulen herrscht Maskenpflicht auch im Unterricht zumindest bis Ende August, in den Grundschulen darf sie an den Plätzen im Klassenraum abgenommen werden. Auch Sport – möglichst im Freien, was in Steinhagen kein Problem ist – und mit Einschränkungen auch Musikunterricht sind möglich.

Mittagessen mit strengen Auflagen

Und erstmals offen ist nach den Ferien auch wieder die Mensa, nachdem sie in den vergangenen Wochen nur die Grundschulen im OGS-Betrieb „außer Haus“ beliefert hat. An den weiterführenden Schulen wurde schließlich nur eingeschränkt gearbeitet. Doch nun muss der Spagat zwischen einem möglichst umfassenden Schulbetrieb und hohen Infektionsschutz geschafft werden.

So gehört auch die Mensa zu einem normalen Schulbetrieb mit Unterricht bis in den Nachmittag. Mittagessen dort funktioniert aber nur, weil die Schulleitungen die Unterrichtszeiten so geändert haben, dass die Schülerinnen und Schüler so weit wie möglich gestaffelt zum Mittagessen kommen können. „Wir hatten auch schon überlegt, Lunchpakete auszugeben. Aber das brauchen wir nun nicht“, sagt Gabi Schneegaß.

Denn mit Mensa-Chef Jochen Welland hat das Schulamt ein Konzept erarbeitet, das im wesentlichen folgende Regeln vorsieht: Im Eingangsbereich ist das Abstandsgebot von 1,50 Metern zwingend einzuhalten, die Hände sind zu desinfizieren, der Mund-Nasenschutz darf erst am Tisch abgenommen werden, alle vier Ausgabestellen sind geöffnet, das Salat- und Dessertbuffet sowie Wasserspender stehen nicht nur Verfügung, Wasser wird in Tetrapacks verteilt. Und es herrscht eine strikte Einbahnstraßenregelung. Die Notausgänge der Mensa sind die Ausgänge. Das Mensa-Personal ist auch für die Desinfektion der Tische zuständig.

Grundschule Laukshof isst in der OGS

Ein weiterer Punkt, ohne den es nach Auskunft von Gabi Schneegaß nicht gegangen wäre: Die Grundschule Laukshof mit nunmehr 104 Kindern in der OGS verzichtet auf das Mittagessen in der Mensa und bekommt das Essen sowie – durch einen externen Dienstleister – auch das Geschirr in die Schule geliefert. Die anderen Grundschulen werden seit jeher durch einen Tourenfahrer der Gemeinde mit dem in der Mensa zubereiteten Essen beliefert.

Die strikte Separierung der Schülerinnen und Schüler auf ihre Klassen, wie sie die Grundschulen schon kennen, bleibt bestehen und gilt nun auch für die weiterführenden Schulen. Durchmischung gilt es zu vermeiden – um im Notfall Infektionsketten schnell nachverfolgen und unterbrechen zu können. Doch es gibt Ausnahmen: Der Unterricht in der Oberstufe des Gymnasiums darf im gewohnten fachbezogenen Kurssystem stattfinden. „Aber mit Mund-Nasenschutz natürlich“, sagt Gabi Schneegaß. Auch externe Partner wie die Lehrer der Kreismusikschule dürfen die Schulen nun wieder betreten.

An der Realschule sind alle gehalten, in den öffentlichen Bereichen möglichst rechts zu gehen, um Abstände im „Begegnungsverkehr“ einhalten zu können. Der Pausenhof ist in unterschiedliche Bereiche eingeteilt. Wie schon bei den Lerngruppen vor den Ferien kommt der Realschule auch für den Regelbetrieb das Lehrerraumprinzip zugute. Nach jeder Unterrichtseinheit desinfizieren die Lehrer die Flächen für die nächste Gruppe.

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