Fivizzano in Zeiten von Corona: Klaus Besser besucht die Partnerstadt
Die Angst vor dem Virus sitzt tief

Steinhagen  (WB). Es ist gute Tradition, dass Bürgermeister Klaus Besser und Ehefrau Petra Holländer im alljährlichen Italien-Urlaub auch die Partnerstadt Fivizzano besuchen – aber wie anders fanden sie sie diesmal vor: die Straßen und Plätze deutlich leerer, weil die Touristen fehlen, dafür mehr Passanten, die auch unter freiem Himmel die Maske nicht ablegen. Die Angst vor Corona sitzt tief in der Bevölkerung: „Das liegt vor allem daran, weil der frühere Bürgermeister Paolo Grassi unter den ersten war, die am Virus gestorben sind“, sagt Klaus Besser.

Donnerstag, 06.08.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 05:04 Uhr
Bürgermeister Gianluigi Gianetti (links) und Beigeordneter Giovanni Polesci (rechts) begrüßten Klaus Besser in Fivizzano. Beim gemeinsamen Gang durch die Stadt machten sie natürlich auch auf der Piazza Halt. Foto: WB

Fivizzano in Zeiten von Corona: „Eigentlich ist die Situation ähnlich wie in Steinhagen. Die Menschen leben mit der Pandemie. Es gibt derzeit weder in Fivizzano selbst noch in der nördlichen Toskana hohe Fallzahlen“, sagt der Bürgermeister. Und ebenso wie hierzulande ist auch dort Maskenpflicht in Geschäften und Restaurants. In den Läden stehen Desinfektionsmittel am Eingang, und es dürfen sich in den Geschäften nur wenige Kunden gleichzeitig aufhalten. „Beim Bäcker immer nur einer. Und wenn man etwa ins Schweizer Café an der Piazza geht, dann nur mit Maske, die man erst am Tisch abnehmen darf“, so Besser.

Deutlich weniger Touristen

„Es sind deutlich weniger Touristen da. Einige Deutsche, wenige Niederländer und Belgier“, so Besser. Die wirtschaftlichen Einbußen durch den ausbleibenden Tourismus sind erheblich, hat Besser von seinem Amtskollegen Gianluigi Gianetti erfahren. Gleichwohl investiert die Kommune. Und da hat Klaus Besser doch einige Parallelitäten zu Steinhagen festgestellt: „Auch in Fivizzano baut man einen neuen ZOB, wenn er auch mit unserem Mobilitätspunkt nicht zu vergleichen ist. Eine Grundschule wird derzeit renoviert und eine neue Mittelschule gebaut.“ Auch in Steinhagen laufen bekanntlich Vorbereitungen zum Neubau der Grundschule Brockhagen.

Worüber sich beide Bürgermeister gefreut haben, das waren Briefe ihrer Präsidenten: Frank-Walter Steinmeier und Sergio Mattarella haben in der Coronakrise allen Bürgermeistern mit Partnerstädten geschrieben und den Zusammenhalt gelobt. Wie intensiv die Verbindung zwischen Steinhagen und Fivizzano ist, das wissen sie schließlich aus eigenem Erleben: Am 25. August 2019 haben sie in Fivizzano gemeinsam zum 75. Jahrestag der Opfer der SS-Massaker von 1944 in der Toskana gedacht. Der Erinnerungstafel, die die Präsidenten damals enthüllten, haben die Bürgermeister bei ihrem Gang durch die Stadt einen Besuch abgestattet.

Weitere Termine in der Schwebe

Von dem Treffen der Gemeindeoberhäupter einmal abgesehen – wegen der coronabedingten Unsicherheiten sind alle weiteren Besuchstermine noch in der Schwebe. „Eigentlich war ein Jugendaustausch für dieses Jahr geplant. Aber die Grupo Storico kommt nun erst im nächsten Jahr“, so Besser. Und eigentlich sind auch die Landwirte aus Fivizzano mit Wein, Öl, Käse und Salami immer zum Steinhagener Weihnachtsmarkt da – aber ob der überhaupt stattfinden kann, ist noch ungewiss.

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