Steinhagens ZOB wird zur modernen Mobilitätsstation umgebaut
Buddeln für barrierefreie Bussteige

Steinhagen (WB). In einer Ecke der ZOB-Baustelle haben die Tiefbauer der Firma Unverfehrt Gesellschaft bekommen: Auf einer langen Ameisenstraße wird transportiert, was das Zeug hält. „Vorbildlich, die Tierchen machen noch nicht mal Pause...“, sagt Gemeindewerke-Mitarbeiter Wolfgang Taplick augenzwinkernd zu den Tiefbau-Kollegen.

Freitag, 10.07.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 05:01 Uhr
Hier halten erst im nächsten Jahr wieder Busse: Ein Großteil des alten Pflasters und des alten Asphalts am Busbahnhof ist bereits aufgenommen worden. Die jahrzehntealten Rohre des Regenwasserkanals werden ersetzt. Foto: Volker Hagemann

Genug zu tun haben Letztere allemal. Bagger und Erdhaufen bestimmen seit knapp zwei Wochen das Bild am Steinhagener ZOB. Der Zentrale Omnibusbahnhof wird zu einer modernen Mobilitätsstation umgebaut. Dabei werden die Bussteige barrierefrei umgebaut, zudem sollen die Fahrgäste künftig an allen Bussteigen mit neuen Dächern vor Regen geschützt sein. „Auch die Überdachung auf der Rathaus-Seite wird komplett neu errichtet“, kündigt Andreas Puls vom Bauamt der Gemeinde Steinhagen an.

Park and Ride

Um den ZOB zusätzlich attraktiver zu machen, sollen außerdem neue Fahrradabstellplätze und Plätze für ein Park-and-Ride-System geschaffen werden, ebenso soll es für die Nutzer von E-Autos Ladesäulen geben. Oder wie es Planer Ralf Düspohl vom Gütersloher Ingenieurbüro Röver im Bauausschuss ausdrückte: „Es gilt, alles, was wir an Mobilität haben, zu kombinieren.“ Einer der viel diskutierten Haltebereiche für die „Elterntaxis“ soll im Wendebereich des Busbahnhofs eingerichtet werden, ein zweiter etwa hundert Meter weiter Richtung Schule im künftigen neuen Wendebereich der Pestalozzistraße.

Pestalozzistraße wird saniert

Bevor es auf dem Areal des Busbahnhofs weiter so richtig in die Vollen geht, wird zunächst die Pestalozzistraße zwischen der Kreuzung Am Pulverbach und der Grundschule saniert. „Dafür ist jetzt in den Schulferien die ideale Zeit, weil es weniger Verkehr gibt“, erklärt Andreas Puls. „Die Siedlung im Bereich Schulweg und die Schule selbst sollen auf jeden Fall für die Anlieger auch während der Baumaßnahme durchgehend erreichbar sein.“

Neben einer neuen Asphaltdecke erhält die Pestalozzistraße am Ende auch eine neue Wendemöglichkeit. Daher werden Auto- und Fahrradfahrer derzeit einspurig mittels Baustellenampel provisorisch durch den „Vorgarten“ der Grundschule geführt. Am heutigen Freitag wird auf der zu erneuernden Fahrbahn Schotter aufgetragen. Bis zum Ende der Sommerferien solle die Straße fertiggestellt und wieder wie gewohnt in beide Richtungen befahrbar sein, so Puls.

Neue Rohrleitungen

Am ZOB selbst türmen sich derweil die alten schadhaften Steinzeugrohre des Regenwasserkanals, die der Bagger aus der Erde geholt hat. Sie haben nach Jahrzehnten mittlerweile ausgedient, die neuen Rohre liegen schon parat. Auf Wunsch der Gemeindewerke sollen noch weitere Leerrohre verlegt werden, um bei einem weiteren Ausbau nicht noch einmal im großen Stil „buddeln“ zu müssen.

Nachdem am ZOB bereits das alte Pflaster aufgenommen worden ist, steht demnächst erst einmal die Verlegung neuer Kabel an. „Für die Beleuchtung und für die geplante neue Multifunktionsanzeige“, erklärt Andreas Puls. Anders als beispielsweise in Werther, wird an der künftigen Steinhagener Mobilitätsstation nur eine einzige zentrale Stele errichtet, auf der ein Monitor die Abfahrtszeiten der Linienbusse anzeigen wird. Ins neue Pflaster wird künftig ein Leitsystem für blinde und sehbehinderte Fahrgäste integriert.

Knapp eine Million Euro wird die Modernisierung des ZOB kosten – eine Schätzung, wie Andreas Puls betont. Dank Fördermitteln muss die Gemeinde davon voraussichtlich nur 150.000 Euro selbst zahlen. Die Bauarbeiten sollen noch bis Ende dieses Jahres dauern.

Ersatzhaltestellen

Für die Dauer des ZOB-Umbaus sind mehrere Ersatzhaltestellen eingerichtet worden. Eine davon befindet sich an der Straße Am Pulverbach, auf Höhe der Commerzbank beziehungsweise des Rathauses, eine weitere – auch für die Nachtbuslinie N 14 – an der Bielefelder Straße.

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