Kleine Jobmesse und persönliche Gespräche: SPD fordert Ausbildungsinitiative
Bewerber und Firmen an einen Tisch

Steinhagen (WB). Im Kreis Gütersloh wird zu wenig ausgebildet – das berichtete Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der Gesellschaft Pro Wirtschaft Gütersloh (ProWi), bereits im vergangenen Herbst. Während jedes Jahr Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, finden auch jedes Jahr junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Die SPD will daher eine Ausbildungsinitiative ins Leben rufen.

Mittwoch, 01.07.2020, 06:00 Uhr
Hörmann-Ausbildungsleiterin Rita Clarke (links) begrüßt die Steinhagener SPD-Vertreterinnen Ina Bolte, Sabine Nolting und Sarah Süß (von links), hier vor der Skulptur „Großer Kniender“ vor dem Hörmann-Schulungszentrum in Amshausen. Foto: SPD Steinhagen

Sie hat einen entsprechenden Antrag gestellt, der demnächst im Ausschuss für Generationen, Arbeit, Soziales und Integration (AGASI) behandelt werden soll. Unter anderem könnte es eines Tages eine Ausbildungsmesse auch in Steinhagen geben.

Demnach soll die Gemeindeverwaltung ein Konzept für eine solche Ausbildungsinitiative in Steinhagen vorlegen. Dafür soll sie nach dem Willen der SPD die Übergangscoaches, Vertreter ortsansässiger Unternehmen sowie die Studien- und Berufswahlkoordinatoren der Schulen mit ins Boot holen. Koordiniert werden soll das Ganze auch mit Schülern (den künftigen Auszubildenden) und Mitgliedern des AGASI. Als einen Baustein des Konzepts wünscht sich die SPD eine Ausbildungsmesse vor Ort, die insbesondere in kleinerem, persönlicherem Rahmen den Austausch und das persönliche Gespräch zwischen den Ausbildungsbetrieben und den interessierten Jugendlichen ermöglicht.

Nachwuchskräfte fehlen

In ihrer Begründung erinnern AGASI-Vorsitzende Ina Bolte sowie Ausschussmitglied und Bürgermeisterkandidatin Sarah Süß auch an die demographische Entwicklung und den damit einhergehenden Fachkräftebedarf. Schon jetzt haben hiesige Unternehmen zum Teil Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen.

Ina Bolte, Sarah Süß sowie SPD-Ratskandidatin Sabine Nolting informierten sich jetzt über die Ausbildung in einem der größten Steinhagener Unternehmen: Bei Hörmann sind aktuell 50 Nachwuchskräfte dabei, ihr Berufsziel in neun verschiedenen Ausbildungsberufen zu erreichen. Dafür bedarf es einer besonderen Koordination: Das Familienunternehmen setzt daher seit vielen Jahren auf das Konzept „MehrAusBildung“. Das bedeutet, dass den Nachwuchskräften die Möglichkeit gegeben wird, an zahlreichen zusätzlichen Aktivitäten wie Seminaren, kulturellen Events sowie einem Englisch- und Werksunterricht teilzunehmen. „Wir machen mit unserem Angebot, das über die eigentliche Ausbildung hinausgeht, sehr gute Erfahrungen. Außerdem führen wir regelmäßig individuelle Feedback-Gespräche und merken, wie wichtig das für die Entwicklung unserer Nachwuchskräfte ist“, erklärte Rita Clarke, Ausbildungsleiterin bei Hörmann. Der Erfolg des Ausbildungsprogrammes spiegele sich seit vielen Jahren in sehr guten Abschlüssen und der hohen Übernahmequote wider.

Persönliche Kontakte

Laut Clarke stellen die immer umfassender werdenden Angebote auf großen Ausbildungsmessen wie in Bielefeld oder Gütersloh für viele Jugendliche eine Herausforderung dar. Besonders die Messestände kleinerer Unternehmen erhielten auf großen Messen oft nicht die gewünschte Resonanz. Den Vorschlag der SPD, eine kleine, sehr persönliche Ausbildungsmesse vor Ort in Steinhagen durchzuführen, befürwortet sie daher: „Der persönliche Kontakt zwischen Unternehmen und Nachwuchskräften ist besonders wichtig.“

Ein Konzept für eine Ausbildungsinitiative in Steinhagen soll nach dem Willen der SPD die handelnden Akteure einbinden, Angebote bündeln und neue Ideen hervorbringen, wünschen sich Ina Bolte und Sarah Süß. So wie die erwähnte kleinere Ausbildungsmesse in Steinhagen, die als ein Baustein mit in den SPD-Antrag aufgenommen worden ist. Als weiteren Baustein einer Ausbildungsinitiative regt die SPD-Fraktion einen Runden Tisch zum Austausch für Ausbilder der ansässigen Unternehmen an.

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