Betreiber des Wertheraner „Outside“ will auch in Steinhagen Gastronomie fortführen
Ströhn-Schänke in neuen Händen

Steinhagen (WB). Eine der bekanntesten Steinhagener Traditionsgaststätten ist in neuen Händen: Mehmet Ari hat das ehemalige „Schneider’s“ (vormals Ströhn-Schänke) von Jan und Melanie Schneider gekauft. Ari betreibt auch das Restaurant „Outside“ in Werther und den „Oerkenkrug“ in Bielefeld.

Dienstag, 09.06.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 05:02 Uhr
1953 eröffnete hier schon eine Schankwirtschaft: Die Ströhn-Schänke an der Brockhagener Straße ist seit Generationen ein beliebtes Ausflugslokal, auch mit dem großen Garten und der Terrasse. Das soll auch so bleiben, derzeit wird umgebaut. Foto: Volker Hagemann

Der Verkauf des Gebäudes samt Terrasse und Biergarten an der Brockhagener Straße erfolgte schon im vergangenen Jahr, wie Jan Schneider bestätigt. Ursprünglich war das Objekt im Juni 2018 für 430.000 Euro zum Verkauf inseriert worden. Doch jetzt beginne der Großteil der Umbauarbeiten. Künftig soll hier wieder Gastronomie einziehen. Jan und Melanie Schneider hatten das „Schneider’s“ zum 31. Dezember 2017 geschlossen, um sich auf ihre anderen Gaststätten im Ortskern zu konzentrieren. Mittlerweile ist in ihre frühere Tapasserie am Kirchplatz (später vorübergehend „Momentos“) das Restaurant „Mann & Metzger“ eingezogen, ihr ehemaliges „Il Tedesco“ in der Alten Schmiede haben die Schneiders an Ruim und Carina Budzaku übergeben, die hier das „La Fucina“ betreiben.

Schneiders konzentrieren sich auf „Dorfbullen“

Heute konzentrieren sich Jan und Melanie Schneider auf ihren „Dorfbullen“ im Steinhägerhäuschen. „Das verlangt uns viel Zeit und Liebe ab, und wir machen das unheimlich gerne. Gleichzeitig wollten wir aber auch deutlich mehr Zeit für unser Familienleben mit unserem kleinen Sohn haben“, erklärt Jan Schneider die Gründe. Die Familie ist zudem aus ihrer Wohnung über dem alten „Schneider’s“ ausgezogen. „Es war eine superschöne Zeit auf dem Ströhen, aber wir trauern dem jetzt auch nicht nach. Wichtig und schön ist vor allen Dingen, dass es dort auch künftig gastronomisch weitergeht“, betont der 38-jährige gelernte Koch.

Das Geschäft im „Dorfbullen“ laufe nach der mehrwöchigen coronabedingten Zwangspause inzwischen zwar wieder sehr gut an, nicht zuletzt auch wegen der Außengastronomie und der Sommersaison. Doch es sei wegen der deutlich verringerten Sitzplatzzahl und der erhöhten Desinfektionsvorschriften eben auch sehr, sehr aufwändig, berichtet Jan Schneider.

Eröffnungstermin noch offen

Mehmet Ari, neuer Eigner an der Brockhagener Straße 121, steckt derweil mitten in den Umbauarbeiten der früheren Ströhn-Schänke. Wie genau es hier künftig aussehen soll und mit welchem gastronomischen Angebot, dazu will er sich momentan noch nicht im Detail äußern. Auch der Termin der Wiedereröffnung stehe noch nicht fest: „Zumindest nicht mehr in diesem Sommer“, stellt Ari klar. „Wir haben hier noch eine ganze Menge zu tun. Im Idealfall schaffen wir es vielleicht zum Herbst, aber auch das lassen wir zunächst offen.“

Das 1926 erbaute, 1964 und 1976 erweiterte und 2008 modernisierte Haus umfasste bisher einen 150 Quadratmeter großen Gastraum samt ebenso großer Küche und mehreren Nebenräumen, außerdem zwei Wohnungen mit Dachterrassen im Obergeschoss und eine 50-Quadratmeter-Wohnung im Dachgeschoss. Das gesamte Grundstück ist etwa 3200 Quadratmeter groß.

Gaststätte mit jahrzehntelanger Tradition

Neben dem Lebensmittelladen, den der Kaufmann Karl Pohlmann in dem 1926 errichteten Haus an der Brockhagener Straße betrieb, eröffnete er 1953 auch eine Schankwirtschaft. Dazu dienten die Tenne und ein Stall des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens. 1961 übernahmen seine Tochter Helga und dessen Ehemann Manfred Hupp, 1964 entstanden ein Anbau und eine Terrasse, der Laden schloss 1969 seine Pforten. Auf die Eheleute Hupp folgten Hiltrud und Friedrich Luther, bis 1995 Hannelore und Manfred Schulz die Ströhn-Schänke übernahmen.

2008 kaufte Jan Schneider die Gaststätte, renovierte sie und eröffnete hier das „Schneider’s“. 2010 folgte als Ergänzung draußen die neue „Sandseebar“. Skurril: Erst 2016 wurden die Betreiber der Sylter „Sansibar“ auf das Wortspiel aufmerksam – dafür mahnten sie Schneider sogar ab, obwohl sie von solcher Reklame auch hätten profitieren können. Zum August 2019 wollte die Bielefelderin Nadja Pieper als neue Pächterin hier das „Ma vie“ eröffnen, daraus wurde am Ende dann doch nichts.

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