Steinhagener Gemeinschaftspraxis Wiese-Schäfer kehrt in den Regelbetrieb zurück
Mit Abstand und Maske zum Arzt

Steinhagen  (WB/anb). Die Krankenhäuser gehen wieder in den Normalbetrieb. Und die Hausarztpraxen tun es auf Anraten der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ebenfalls. Von Montag, 4. Mai, an herrscht auch in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Arno Schäfer und Dr. Susanne Wiese wieder Regelbetrieb – mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

Samstag, 02.05.2020, 05:16 Uhr aktualisiert: 02.05.2020, 05:20 Uhr
Auf Abstand im Wartezimmer: (v.l.) Dr. Susanne Wiese, Dr. Arno Schäfer und Clemens Schumacher.

„Das Virus wird uns noch eine ganze Zeit begleiten“, sagt Dr. Arno Schäfer. Dabei hofft er, das alsbald ein wirkungsvolles Medikament, gar ein Impfstoff da ist. Doch erst einmal heißt es: Abstand halten und die Hygieneempfehlungen einhalten. „Die Menschen sollen keine Angst haben, zum Arzt zu gehen. Die Gefahr hier ist wesentlich geringer als im Supermarkt“, so Schäfer. Nicht nur, weil die Räume täglich gereinigt und desinfiziert werden. Mit den Kollegen Dr. Susanne Wiese und Clemens Schumacher sowie dem Team ist ein Konzept entwickelt worden.

Markierungen wie an der Supermarktkasse sind im Eingangsbereich angebracht worden. Einlasskontrolle an der Praxistür: Wer nur ein Rezept braucht, bekommt das (nur nach Vorbestellung über die Hotline) hier in die Hand gedrückt, wer Erkältungssymptome aufweist, wird gleich in die Akutbehandlungszimmer geschleust. Und der Rest nimmt im Wartezimmer Platz, das mit nur noch fünf Stühlen auf Distanz eingerichtet ist. Alle anderen müssen draußen warten. Bis zu 22 Patienten können sich gleichzeitig in der Praxis aufhalten.

Arztbesuch vermieden – das kann kritisch werden

Dr. Susanne Wiese ist froh, in den Regelbetrieb zurückzukehren. Zum einen, weil die Gesundheitsvorsorge und Prophylaxe eine große Rolle in der hausärztlichen Versorgung spielt. Zum anderen, weil nach Einschätzung der Ärzte viele, zu viele Menschen in den vergangenen Wochen notwendige Arztbesuche verschoben haben. „Viele gehören mit Herz-Kreislauferkrankungen ja auch zur Corona-Risikogruppe“, so Schäfer.: „Doch noch gefährlicher ist es, nicht zum Arzt zu gehen.“ In einem Fall war es richtig knapp: Ein Patient mit Herzschwäche, der über Wochen Wasser im Körper eingelagert hatte und schon schlecht Luft bekam, hat sich so spät gemeldet, dass er gerade noch mit Rettungswagen und Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden konnte.

Sicherlich, die Praxis Schäfer-Wiese war gerade in der Corona-Frühphase stark eingebunden. Doch Abstriche sind nur draußen und in Vollausrüstung mit Anzug, Brille und hochwertiger FFP2-Maske gemacht worden. „Wir hatten uns frühzeitig sehr gut mit Schutzausrüstung eingedeckt“, so Schäfer. Etwa 30 bis 40 Prozent weniger Patienten waren es in den vergangenen Wochen aber doch.

Aber auch, wenn nun wieder einigermaßen geregelte Abläufe herrschen, eines sei allen Patienten geraten: nicht einfach vorbeikommen, sondern immer vorher anrufen und einen Termin vereinbaren.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7391764?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516077%2F
1000 neue Stellen für Corona-Nachverfolgung in NRW
Armin Laschet (CDU, links) nordrhein-westfälischer Ministerpräsident, und Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantworten die Fragen von Journalisten. Foto: Federico Gambarini/dpa
Nachrichten-Ticker