Getränke Kesten in Steinhagen bemüht sich um größeres Grundstück an der Bahnhofstraße „Über die Brücke zu uns“

Steinhagen (WB). Wenn es nach den beiden Geschäftsführern Anja und Johannes Kesten geht, dann soll ihr Steinhagener Getränkecenter auch in Zukunft an der Bahnhofstraße angesiedelt sein – aber auf einem größeren Grundstück und in erweiterter Form auf der anderen Seite der A33-Brücke.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Seit 18 Jahren ist das Steinhagener Getränkecenter an der Bahnhofstraße 46 ansässig. Inzwischen sind die Flächen zu klein, Erweiterung nicht mehr möglich: Die Geschäftsführer Anja Kesten und Johannes Kesten suchen seit 2016 ein Grundstück.
Seit 18 Jahren ist das Steinhagener Getränkecenter an der Bahnhofstraße 46 ansässig. Inzwischen sind die Flächen zu klein, Erweiterung nicht mehr möglich: Die Geschäftsführer Anja Kesten und Johannes Kesten suchen seit 2016 ein Grundstück. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Die Umzugswünsche sind an diesem Donnerstag, 5. März, Thema im Bauausschuss, der einen Grundsatzbeschluss zu treffen hat (Beginn 17.30 Uhr).

Seit Jahren an die Grenzen gekommen

Seit 2016 sind Kestens mit der Gemeinde im Gespräch über eine Erweiterungsfläche. Denn ihr bisheriger Standort an der Bahnhofstraße 46 an der Aral-Tankstelle ist zwar in „großartig zentraler Lage“, so Anja Kesten, aber schon länger an seine Grenzen gekommen. Sie spricht von einer „logistischen Herausforderung“, die täglich zu bewältigen ist. Und Johannes Kesten nennt dafür ein Beispiel: „Wir packen derzeit alles viermal an.“ 480 Quadratmeter Verkaufsfläche, 1000 Quadratmeter insgesamt unter Dach, 2400 Quadratmeter Grundstück – und trotz angemietetem Winterlager und der Nutzung von gemeindlichen Flächen zum Abstellen der Kühlhänger reicht der Platz nicht.

„Wir wollen modernisieren“, sagt Johannes Kesten. 800 Quadratmeter Verkaufsfläche wären nötig angesichts eines sich wöchentlich ändernden Sortiments mit 5000 Produkten, die besser präsentiert werden sollen. 50 Prozent des Geschäfts ist die Belieferung der Gastronomie. Die anderen 50 Prozent sind Einzelhandel: die Kunden im Laden ebenso wie Belieferung privater Feiern – zunehmend nicht nur mit Kommissionsware, sondern auch mit dem „Rundum-sorglos-Paket“ aus Bierwagen, Grill, Wärmepilzen und und und für die Gartenparty. Letzteres ist ein Markt der Zukunft nach Auskunft von Johannes Kesten: „Das Veranstaltungssegment würden wir gerne verfeinern.“

A 33-Brücke als Marketingvorteil

Zudem gilt es, Kosten zu senken und Arbeitsplätze zu sichern. 37 Beschäftigte hat die Firma. „Wir wollen auf jeden Fall in Steinhagen bleiben“, so Anja Kesten. Doch Gewerbeflächen sind seit Jahren Mangelware. 2016 bot sich aber im Zusammenhang mit den Plänen zur Ansiedlung von Wahl & Co. an der Liebigstraße ein etwa ein Hektar großes Areal auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnhofstraße oberhalb des Malerbetriebs Nierhoff an. „Unser Wunschgrundstück. Denn dort sind wir gut sichtbar für unsere Einzelhandelskunden. Die kommen ohnehin mit dem Auto, deshalb würde die Lage oberhalb der Brücke auch keine Rolle spielen“, so Anja Kesten. Im Gegenteil: Die Brücke ist nach Marketing­erkenntnissen sogar gut: „Über die Brücke zu uns“, lautet Anja Kestens Werbeslogan.

Mit Scheitern der Ansiedlung der Spedition waren 2016 aber auch Kestens Erweiterungsträume erst einmal geplatzt: „Für den Kreis war das keine Baulücke, sondern Grünfläche“, sagt Bauamtsleiter Stephan Walter. Kurze Überlegung auch, Kesten unterhalb der an der Liebigstraße geplanten Rettungswache anzusiedeln – doch dann bewegte sich auf einmal westlich der Bahnhofstraße wieder etwas, nachdem der Bürgermeister im Jahresabschlussinterview (WB vom 21. Dezember) mehr Flexibilität von der Bezirksregierung bei der Flächenentwicklung der Kommunen gefordert hatte: „Im Januar 2020 haben die Vertreter der Bezirksregierung nun erstmals ihre Zustimmung zur Entwicklung dieser Fläche als Gewerbefläche in Aussicht gestellt“, so Walter. Am Donnerstag steht nun mit dem Aufstellungsbeschluss der erste Schritt zur Bauleitplanung an.

Baurecht Anfang 2021?

Und so sieht das Verfahren konkret aus: Bevor die eigentliche Planung beginnen kann, muss die Bezirksregierung zustimmen, dass aus dem Grünland Gewerbefläche wird. Dann gilt es, einen Planer mit einem ersten Entwurf zu beauftragen, der noch vor der Sommerpause vorgestellt wird. Denn danach wird sich der Rat nach der Kommunalwahl erst einmal sortieren müssen, was Verzögerungen zur Folge haben wird.

„Wenn alles gut läuft, könnte Anfang 2021 Baurecht bestehen“, so Stephan Walter. Wichtig sei aber: Der Grünzug Richtung Jückemühlenbach darf nicht angetastet werden.

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