Immer mehr Nachbuchungen beim Essen verzögern Mensabetrieb in Steinhagen
Chaos in der Mittagspause

Steinhagen (WB). Die Steinhagener Mensa ist eigentlich ein Erfolgsmodell. Dennoch stockt es seit einiger Zeit im mittäglichen Ablauf – und zwar so sehr, dass Schüler lange warten und ihr Mittagessen dann entweder hinunterschlingen müssen oder sogar mit Verspätung in den Nachmittagsunterricht zurückkehren. Unhaltbare Zustände, sagen Schulen und Verwaltung. Denn die Verzögerungen verursacht eine wachsende Zahl von Schülerinnen und Schülern, die kein Essen gebucht, die Mensakarte vergessen oder nicht aufgeladen hatten.

Samstag, 08.02.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2020, 05:01 Uhr
Ein Bild aus dem Gemeindearchiv vom Eröffnungstag der neuen Mensa am 19. November 2012: Nach der sechsten Stunde kommt der Ansturm schlagartig – dann sollte auch alles laufen, um die Ausgabe nicht durch manuell nachgetragene Namenslisten zu verzögern. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Sechs bis sieben Seiten lang sind die Nachbuchungslisten oft

Diese Namen müssen vom Personal am Ausgabetresen handschriftlich auf Listen vermerkt werden – und das kostet Zeit. Vor Ort sowie auch nachmittags im Rathaus, wo Kirsten Reker vom Schulamt die Essen nacharbeiten muss: Sechs bis sieben Seiten lang sind die Nachbuchungslisten an den langen Schultagen montags, mittwochs und donnerstags, wo besonders viele in der Mensa essen. 50, 60, mitunter auch 100 Namen stehen darauf. Kirsten Reker muss dann das Essen auf der jeweiligen Karte nachbuchen und, wenn das Konto tiefer ins Minus rutscht, mit den Eltern sprechen. Das verursacht auch in der Verwaltung zusätzlichen Aufwand.

Vor allem aber heißt es für die Mensa: „Wir müssen mehr Ordnung in die Ausgabe bringen“, sagt Schulamtsleiterin Gabi Schneegaß. Zumal die Warteschlangen stets mit einem „aktiven Drängeln und Schieben“, so die Schulamtsleiterin, verbunden sind. Vor allem an Tagen, an denen es Burger oder Pizza gibt. „Uns ist wichtig, dass kein Kind hungrig bleibt. Aber wir müssen abwägen, denn alle haben einen Nachteil, wenn die Zahl der nichtgebuchten Essen so hoch ist“, so Schneegaß. Schließlich hat die Mensa bis zu 1300 Schülerinnen und Schüler aus Realschule und Gymnasium zu versorgen.

Die Schulamtsleiterin weiß indes, dass manche Kinder unverschuldet nicht buchen. Bei sozialbedürftige Kinder, die unter das „Bildungs- und Teilhabegesetz (BuT) fallen und einen reduzierten Beitrag zahlen, rechnet das Schulamt mit der Arbeitsagentur ab: „Zurzeit dauert es aber durch einen Rückstau in der Digitalisierung bis zu fünf Monate von der Antragstellung bis zur Genehmigung.“

Gemeinde bietet finanzielle Unterstützung für das Essen an

Dennoch müssen die Kinder in dieser Zeit essen, was das Schulamt auch ermöglichen will. Deshalb sind Eltern, den das Mensaessen finanziell nicht möglich ist, aufgefordert, sich im Schulamt bei Kirsten Reker zu melden (0 52 04/997-187). Und das dürfen auch diejenigen tun, die noch einmal technische Unterstützung brauchen, um die Mensakarte des Kindes in Ordnung zu halten. „Wir haben alle Eltern angeschrieben und machen Hilfsangebote. Wir wollen niemanden allein lassen“, sagt Gabi Schneegaß.

Nachbuchen während des Mittagspause soll nicht mehr möglich sein. Bis um 9 Uhr jeden Tag kann jeder Schüler digital sein Essen buchen. Vom Terminal in den Schulen aus ebenso wie vom Handy. Jeder hat seine eigene Zugangsdaten. Indes überlegt die Gemeinde, ob denn nicht auch ein neues technisches System helfen könnte, das Problem zu lösen. „Der Austausch der Terminals steht demnächst ohnehin an. Dabei stellt sich die Frage, ob man nicht etwas ganz anderes machen könnte.

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