Digitalisierung an der Steinhagener Realschule bringt viele Erleichterungen, ist aber kein Allheilmittel
Sprachunterricht direkt aus Paris

Steinhagen (WB). Ihre Lieblingssportarten stellen die Siebtklässler gerade im Englischunterricht vor – in Form einer Powerpoint-Präsentation. Im Klassenraum gegenüber „beamt“ sich der Jahrgang zehn in den Alltag von Paris und lernt französische Pronomen. Die Digitalisierung an der Steinhagener Realschule bringt viele Erleichterungen, auch wenn sie die Tafel nicht ganz ersetzt.

Samstag, 18.01.2020, 07:30 Uhr aktualisiert: 18.01.2020, 07:50 Uhr
Im Französischunterricht mit Konrektorin Silvia Liebich nutzen auch die Zehntklässlerinnen Jennifer, Romina, Senay und Johanna (von links) den „digitalen Unterrichtsassistenten“. Auch die CD-ROM ergänzt dabei das klassische Lehrbuch. Foto: Volker Hagemann

Laut Medienentwicklungsplan sind fast vier Millionen Euro im Gemeindehaushalt vorgesehen , um die sechs gemeindlichen Schulen bis 2023 mit Endgeräten und weiterer digitaler Infrastruktur auszustatten. Doch wie sieht die Nutzung in der Praxis aus? Die Realschule gibt Einblicke.

Realschule hat viele Unterstützer bei der Digitalisierung

„Läuft bei uns“, sagt Schulleiter Frank Kahrau. Vielfach baue die Realschule auf jahrelange Erfahrung auf: „Beispielsweise in Informatik als Hauptfach ab Klasse sieben. Im Laufe der Jahre haben wir uns hier für mobile Geräte entschieden; die internetbasierten Chromebooks sind für Recherche sehr gut geeignet.“ Seit 2016 hat die Realschule WLAN, inzwischen auch einen Glasfaseranschluss. „Die Gemeinde als Schulträger bietet größtmögliche Unterstützung“, lobt Kahrau. Weitere Unterstützung ermögliche die Bertelsmann-Stiftung „Schule und digitale Bildung“, etwa in Form von Workshops und Schulungen für Lehrkräfte, sagt der Schulleiter.

Und es gibt weitere Förderer: „2016 bekamen wir 40 nahezu neuwertige Laptops, die ein Unternehmen abgeschrieben hatte. Eine weitere Firma spendete einen Beamer, den sie bei sich als B-Ware eingestuft hatte“, freut sich Frank Kahrau. Zudem nutzt die Realschule neue Dokumentenkameras: „Man kann nun Gedrucktes und Objekte auf die Bildwand projizieren. Damit können die Schüler auch ihre Hausaufgaben für alle sichtbar vorstellen. Kunststofffolien und mühsam zu transportierende Tageslichtprojektoren entfallen.“

Aktuelle Karten aus dem Internet ersetzen die alten großen Landkarten

Über Laptops und Internet ließen sich beispielsweise Landkarten aufrufen, aktualisieren und wie in anderen Schulfächern mit Erklär-Videos ergänzen, nennt Kahrau ein weiteres Beispiel. „Die großen Karten, die man früher im Unterricht aufhängte, sind passé, das spart Geld und Zeit.“ Anschaulich gestalten lasse sich dank Digitalisierung auch der Mathematikunterricht: „Geometrie können wir den Schülern dreidimensional verständlich erklären.“

Tafel, Papier und Stift bleiben weiterhin wichtig – der ‚Mischwald‘ macht’s.

Schulleiter Frank Kahrau

Bei alldem betont der Schulleiter: „Tafel, Papierheft und Stift sind weiterhin wichtig, der Mischwald macht’s. Insgesamt wird der Unterricht aber zielorientierter. Es ist eine spannende Zeit!“

Seine Kollegin, Konrektorin Silvia Liebich, nutzt die digitalen Medien auch im Französischunterricht. Etwa den „digitalen Unterrichtsassistenten“: „Die Schüler arbeiten nach wie vor mit einem Lehrbuch. Das wird um eine Software auf CD ergänzt; so lassen sich Textbausteine ein- und ausblenden, Lösungen mit einem Klick kontrollieren und bestimmte Übungen herauszoomen“, erklärt Liebich. „Dazu können wir Filmsequenzen einspielen, etwa mit typischen Alltagsszenen. So lernen die Schüler aus Dialogen Einheimischer die korrekte Aussprache und Grammatik.“ Bei den Hausaufgaben am heimischen Rechner können sie Unterrichtsmaterialien aufrufen und vervollständigen.

Steinhagener Schulen sind in vergleichbar komfortabler Situation

Schulleiter Frank Kahrau gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung: „In Zukunft könnten Kinder möglicherweise Tablets mit nach Hause nehmen, vielleicht könnten sie sich auch Geräte teilen.“ Immerhin habe die Realschule derzeit 596 Schüler. Gleichzeitig müssten weitere Lehrkräfte geschult werden. „Aktuell kennen sich sechs Kollegen sehr gut mit der Materie aus. Weitere Fortbildungen sind schon geplant, etwa am Medienzentrum Gütersloh.“

Kahrau weiß auch, dass der jetzige digitale Status Quo an anderen Grund- und weiterführenden Schulen keinesfalls selbstverständlich ist: „Die Steinhagener Grundschüler werden entsprechend vorbereitet. Doch wenn demnächst Schüler etwa aus Bielefeld bei uns angemeldet werden, werden wir wohl etwas digitale Nachhilfe leisten.“

Künftige Füntklässler im Februar anmelden

Anmeldungen für die fünften Klassen der Steinhagener Realschule sind an folgenden Terminen möglich: Dienstag, 18. Februar, 10 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr; Mittwoch, 19. Februar, 10 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr; Donnerstag, 20. Februar, 15 bis 18 Uhr.

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