Zwischen Spielothek und Schlichte-Carree: Gemeinde lädt Bürger zu Ideenworkshop ein Wie geht’s weiter am Fivizzanoplatz?

Steinhagen  (WB). Was soll der Bereich zwischen Schlichte-Carree und Fivizzanoplatz zukünftig gestaltet sein? „Die Gedanken dazu sind frei“, sagt Bürgermeister Klaus Besser und lädt mit Bauamtsleiter Stephan Walter und Bauamtsmitarbeiterin Isabel Krüger alle interessierten Anwohner, Geschäftsleute, Bürger sowie die Politiker für Freitag, 31. Januar, zum Ideenworkshop für das Gebiet „Südlich Fivizzanoplatz“ ein.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Das Haus Vogt und das Haus Brinkmann: zwei ortskernprägende Gebäude. Kann man sie erhalten?
Das Haus Vogt und das Haus Brinkmann: zwei ortskernprägende Gebäude. Kann man sie erhalten? Foto: Bluhm-Weinhold

Gemeint ist damit das alte Haus Brinkmann, das der Firma Perus gehört und in dem derzeit das Gebrauchtwarenkaufhaus ist, und die Gebäude, in denen sich die Spielothek, der Barbier und die Änderungsschneiderei befinden. Die drei gehören der Gemeinde. „Wir stehen am Anfang eines Prozesses, der fünf Jahre dauern wird und der ein bedeutendes innerstädtisches Quartier neu gestalten soll“, so Besser.

Ganz bewusst will die Gemeinde erstens die Öffentlichkeit beteiligen und zweitens dem Denken keine Beschränkungen auferlegen. Denn Ideen gab es in der Vergangenheit durchaus für das Quartier: Ein Hotel im Hause Brinkmann wurde ebenso genannt wie das Stichwort Kulturzentrum, weil es doch VHS, Bibliothek und Museum bereits in der Nähe gibt. Auch die Schlichte-Höfe geistern immer wieder durch die Diskussionen zum Ortskern, obwohl sich längst herausgestellt hat, dass das schon aus Gründen der Statik der alten Brennerei-Gebäude bei Schlichte nicht geht.

Ideen gab es – nun wird ein Schnitt gemacht

So will die Gemeinde bewusst einen Schnitt machen. Gemeinsam mit Perus ist ein Büro beauftragt worden, das mit der Ortskernplanung in Steinhagen noch nie zu tun hatte: Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH aus Köln. Dessen Vertreterinnen Ursula Mölders und Annika Herberg werden beim Ideenworkshop auch anwesend sein. „Wir gehen sehr offen mit dem Thema um“, so der Bürgermeister. Zumal die Quartiersentwicklung „Südlich Fivizzanoplatz“ unabhängig von der bisherigen Ortskernsanierung ist.

Die Bausubstanz aller vier genannten Gebäude ist schlecht. Dennoch: „In den 70er Jahren hätte man einfach den Abrissbagger kreisen lassen. Heute aber sind die Häuser es wert, dass man die Frage stellt, ob man sie erhalten kann“, so Besser. Das Haus Brinkmann stammt seiner Schätzung nach aus den 1880er Jahren, das benachbarte Haus Vogt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die anderen Gebäude sind jünger.

Ortstermin mit Rundgang

Für den Ideenworkshop am 31. Januar ist folgender Ablauf geplant. Um 16 Uhr treffen sich alle Interessierten zum Ortstermin an der Dorfkirche. Dort wird es eine Einführung von Klaus Besser, Stephan Walter und Perus-Geschäftsführer Horst Neugebauer geben. Es folgt ein gemeinsamer Rundgang, bei dem alle Teilnehmer schon Klemmbretter und Fragestellungen in die Hand gedrückt bekommen und sich Gedanken notieren können. Denn von 17.30 Uhr bis gegen 20 Uhr wird dann im Ratssaal weitergearbeitet. Wer an dem Rundgang nicht teilnehmen möchte, kann auch direkt ins Rathaus kommen.

Die Ideen werden dann ausgewertet und fließen in die politischen Diskussionen ein. Bis zur Umsetzung wird es Jahre dauern.

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