Löschzug Steinhagen zieht Bilanz: weniger Einsätze, aber mehr Belastungen Großer Rückhalt in der Bevölkerung

Steinhagen   (WB). Die Zahl der Einsätze hat sich zwar halbiert, dennoch war das Jahr 2019 für den Löschzug Steinhagen der Freiwilligen Feuerwehr Steinhagen ereignisreich – und es endete mit einem sehr belastenden Verkehrsunfall. Doch die Feuerwehr erfreut sich großen Rückhalts der Gemeindeverwaltung und Politik sowie aus der Bevölkerung. Auch das wurde bei der Jahreshauptversammlung im Gerätehaus Steinhagen deutlich.

Von Eische Loose
Leistung muss jedes Jahr nachgewiesen werden (von links): Aus der 15-köpfigen Gruppe konnten Kai Hundertmark, Nick Wemuth, Felix Petrick und Laura Fischer ihre Abzeichen von Ulrich Laupichler entgegen nehmen.
Leistung muss jedes Jahr nachgewiesen werden (von links): Aus der 15-köpfigen Gruppe konnten Kai Hundertmark, Nick Wemuth, Felix Petrick und Laura Fischer ihre Abzeichen von Ulrich Laupichler entgegen nehmen. Foto: Eische Loose

Mit 122 Einsätzen ist der Steinhagener Löschzug im Jahr 2019 nur rund die Hälfte der Einsätze gefahren, die es 2018 gab. Die derzeit 56 Aktiven mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren konnten sich freuen weitgehend von Unwettern verschont zu bleiben. Dennoch bekämpften sie zwei Groß-, zehn Mittel- und sieben Kleinbrände. Dazu kamen 17 Ölbekämpfungen und 58 Hilfeleistungen. Leider gab es auch 30 blinde Alarme, aber glücklichweise keinen böswilligen.

Neue Arbeitsfelder durch Klimawandel und moderne Technik

Immerhin ist die Feuerwehr durchweg beliebt. Die Bevölkerung fühlt sich gut geschützt. Der Rat unterstützt sie ebenfalls unumwunden und im neuen Haushalt mit 850 000 Euro, berichtete Bürgermeister Klaus Besser. Er verwies zudem auf neue Einsatzgebiete. Dazu gehört der Klimawandel mit heißen Sommern und Unwettern, der demografische Wandel mit Menschen, die gebrechlicher und hilfsbedürftiger sind, und schließlich die Neubaugebiete mit ihrer neuen Technik wie Batterien und Photovoltaik. Doch er zeigte sich auch hoffnungsvoll: »Der Brandschutzbedarfsplan wurde fortgeschrieben, der Bestand ist gut«, so Besser.

Wehrführer Lutz Mescher hingegen war etwas bedrückter. Die Autobahn sei zwar gut in die Arbeit integriert: »Doch ich bin immer froh, wenn wir schnell wieder weg sind. Ich habe einfach Angst auf der Bahn.« Eine besondere psychische Belastung für die Kameraden stellten auch Einsätze bei Suiziden oder tödlichen Verkehrsunfällen wie dem auf der Isselhorster Straße kurz vor Weihnachten dar. Deshalb erhalten die Feuerwehrleute nach einem solchen Einsatz entsprechende psychologische Unterstützung.

Gut ausgebildet

Zudem sind sie gut ausgebildet. So absolvierten sie 13 Seminare an  der Kreisfeuerwehrschule in St. Vit und legten den Leistungsnachweis ab. Christian Spitzer, Daniel Lohmann, Felix Petrick, Julian Poggenpohl, Kai Hundertmark, Kevin Hanswilllemenke, Laura Fischer, Lucas Baldauf, Lukas Mierau, Lutz Mescher, Michael Maßmann, Nick Wemuth, Patrick Vormfemme, Timo Bach und Timo Horrocks erhielten dafür ihre Abzeichen.

Zudem wurde Ann-Sophie Riesner aus der zwölfköpfigen Jugendabteilung in den Zug übernommen. Dazu stießen zudem Konstantin Chatzigeorgiou und Viviane Theilmann. Besondere Treue bewiesen Rolf Volkmann (50 Jahre), Dieter Wessel (25 Jahre), Dominic Wrede und Daniel Lohmann (je zehn Jahre).

Jens Vahle wurde als neuer Kinderfeuerwehrwart eingesetzt. Er übernahm von Melanie Westerfeld, die nun in der Unterstützungsabteilung tätig wird. Vom Stellvertreter zum Schriftführer befördert wurde Sascha Breipohl, während sein Vorgänger Marcel Schönfeld wie sechs weitere Aktive den Löschzug verließen.

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