CDU-Fraktionschef Herbert Mikoteit tritt zur Kommunalwahl 2020 nicht mehr an
Abschied aus dem Gemeinderat

Steinhagen  (WB). Herbert Mikoteit, langjähriger CDU-Ratsherr und Fraktionsvorsitzender, tritt bei der Kommunalwahl am 17. September 2020 nicht mehr an. „Im September höre ich mit der Ratsarbeit auf“, kündigte der 71-Jährige an. Damit verlässt ein kommunalpolitisches Schwergewicht die Bühne des Ratssaals.

Samstag, 07.12.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 07.12.2019, 05:02 Uhr
Herbert Mikoteit im HNovember 2019 mit seinen Ausschusssprechern – und politischen Nachfolgern? Hans-Heino Bante-Ortega, Dr. Mechthild Frentrup, Bernhard Janßen und Lars Steinmeier (von links). Foto: Bluhm-Weinhold

Für seinen eigenen Wahlbezirk im Bereich Lange Straße/Queller Straße hat er einen Nachfolger gefunden: CDU-Ratsherr Dirk Dobberkau. Wer aber den Fraktionsvorsitz übernehmen wird – da hält sich Mikoteit noch bedeckt.

Doch niemals geht man so ganz. Der Steinhagener Politik wird Herbert Mikoteit dennoch erhalten bleiben. „Ich möchte mich um den Posten des Vorsitzenden der Seniorenunion bewerben“, sagte er. Da stehe er bei dem verstorbenen Jürgen Kies im Wort, so Mikoteit. Doch die Gemeinderatsarbeit, die will er Jüngeren überlassen.

Nach einer launigen Rede als Sportringvorsitzender rief die CDU an

Herbert Mikoteit selbst ist 1989 , motiviert durch Altbürgermeister Heinrich Consbruch und die damalige Ratsfrau und spätere Vize-Landrätin Erika Düfelsiek, zur Ratsarbeit gekommen. Bis dahin war Mikoteit, verheiratet und Vater dreier Söhne, im Sportvereinsleben der Gemeinde unterwegs: erst aktiver Wasserballer, als Schwimmvereinsvorsitzender und schließlich als Vorsitzender des Sportrings, des Dachverbandes der Steinhagener Sportvereine. Und in dieser Funktion hatte er bei der Verleihung der Ehrenbürgermeisterwürde an Rudi Wolf ein Grußwort zu halten: „Ich war als zehnter oder elfter der Letzte auf der Liste. Bis dahin war alles gesagt. Also habe ich eine besonders launige Rede gehalten. Und dann kam der Anruf von der CDU...“

Mit den Christdemokraten war er in den 70er Jahren schon einmal auf Tuchfühlung gegangen, als die junge Familie Mikoteit Modell für ein Wahlplakat für den Bundestagsabgeordneten Ottfried Hennig gestanden hatte. Auf dem sicheren Listenplatz sieben wurde der gelernte Drucktechniker, später Geschäftsführer von Thomas& Kurzberg in den Rat gewählt. 1997 trat er die Nachfolge von Heinrich Consbruch als Fraktionsvorsitzender an, 1999 kandidierte er gegen Klaus Besser um das Bürgermeisteramt – verlor zwar, überließ dem Amtsinhaber aber „nur“ 59 Prozent der Stimmen.

Lehrzeit beim Fraktionschef Gerhard Goldbecker

Bei Gerhard Goldbecker, dem langjährigen Fraktionschef, ist er in die „Lehre“ gegangen, seit mehr als 20 Jahren prägt Herbert Mikoteit die Gemeinderatssitzungen als Wortführer der CDU, ist bekannt für seinen Schlagabtausch mit dem politischen Gegner und für seine markigen Sprüche. Seine Redewendung von den „Kerzenziehern und Korbflechtern“ im Streit um die von Rot-Grün propagierte ökologisch-nachhaltig Ausrichtung des Gewerbegebiets Detert beispielsweise ist sprichwörtlich – bei allen Fraktionen.

Mikoteit sieht die 30 Jahre in der Kommunalpolitik als lohnenswert an: „Schon wenn man die Entwicklung der Gemeinde in dieser Zeit sieht.“ Unter der bürgerlichen Mehrheit sei aber das Zusammenspiel von Handwerk, Handel und Gewerbe besser gewesen sowie die Planung von Wohngebieten. „Wir haben immer versucht, eine Ausgewogenheit bei den Gewerbeflächen zu erreichen. Jetzt wird erst das Wäldchen Düfelsiek als Gewerbefläche herausgenommen und dann kommt irgendwann die Planung an der Liebigstraße. Das hätte es unter Consbruch nicht gegeben.“

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