Schneewittchen und Streuobstwiese: 30 Gäste der AWO beschäftigen sich mit dem Apfel Schmackhaftes Erzählcafé

Steinhagen   (WB). »Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm«, sagt man. Und es gibt viele weitere Sprichworte, Legenden und Märchen, in denen der Apfel eine besondere Bedeutung hat. Im AWO-Erzählcafé drehte sich jetzt alles um ihn, den Apfel. Und um Hartmut Lüker vom BUND, dem Bund für Natur und Umwelt Kreis Gütersloh. Denn ihn hatten Kerstin Eisenhardt und Sabine Nolting als Experten eingeladen. Und er berichtete nicht nur von der sagenhaften Vergangenheit des Apfels, sondern auch, wie es heute um ihn steht.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Ob als Frucht, Strudel, in Märchen oder sprichwörtlich: der Apfel ist eine faszinierende Frucht. Sabine Nolting (links) und Kerstin Eisenhardt begrüßen deshalb zum Erzählcafé Apfel-Experten Hartmut Lüker vom BUND.
Ob als Frucht, Strudel, in Märchen oder sprichwörtlich: der Apfel ist eine faszinierende Frucht. Sabine Nolting (links) und Kerstin Eisenhardt begrüßen deshalb zum Erzählcafé Apfel-Experten Hartmut Lüker vom BUND. Foto: Bluhm-Weinhold

Mit knapp 30 Interessierten war die Resonanz groß. Bei Kaffee und – natürlich – Apfelstrudel kam man ins Plaudern über den Apfel bei Wilhelm Tell und Schneewittchen. Und natürlich kennt auch jeder die Geschichte von Martin Luther, von dem der Satz überliefert ist: »Und wenn morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.«

Wie kommt der Apfel mit dem Klimawandel klar?

Ob Luther das tatsächlich so gesagt hat? »Absolut belegt ist das nicht. Aber die Geschichte ist symbolträchtig, weil sie auch vor dem Hintergrund einer drohenden Apokalyse lebensbejahend ist«, sagte Hartmut Lüker. Er erinnerte auch an den Paradiesapfel bei Adam und Eva, an den Reichsapfel, der erstmals im Jahre 1014 König Heinrich II. durch Papst Benedikt VIII. erhalten haben soll.

Doch viel wichtiger ist heute: Wie kommt der Apfel mit dem Klimawandel klar? Hartmut Lüker betreut für den BUND zwei Streuobstwiesen in Halle. »Das Apfeljahr war sehr trocken, und das hat die Größe der Früchte nicht gerade gefördert.« Einige Kostproben von der Streuobstwiese hatte er mitgebracht und stellte diese und weitere Sorten vor. Ob Boskop oder Kaiser-Wilhelm-Apfel, Elstar oder Topas: »Äpfel sind schlecht zu lagern. Die Keller sind heute zu warm. Geeigneter sind Garagen.«

Sind alte Sorten verträglicher?

Alte Sorten stehen in dem Ruf, verträglicher zu sein als neue, die auf Süße gezüchtet werden und deshalb mehr Polyphenole enthalten. Diese könnten Allergien hervorrufen, die sich in Kribbeln auf der Zunge, Kratzen im Hals und Atemnot äußern. „Das ist schlimm. Ich bin mit Äpfeln groß geworden“, so Hartmut Lüker.

Er betonte, dass die Äpfel auf den Streuobstwiesen des BUND völlig naturbelassen sind. Bedeutsam sind sie auch, weil sie Insekten und Vögeln Lebensraum bieten – und auch den Jungrindern, die das Gras klein halten.

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