Steinhagen und die lettische Gemeinde Rujiena unterzeichnen Vertrag Die Freundschaft vertiefen

Steinhagen  (WB). Freunde sind sie schon – und wollen es bleiben. Aber ein Vertrag soll nun dazu beitragen, die Verbindung Steinhagens mit Rujiena in der lettischen Region Valmiera zu vertiefen.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Sie treiben die Städtefreundschaft voran: (v.l.) Ilze Leska (Kulturamt), Vize-Bürgermeisterin Guna Kibere, Liga Martinsone (Entwicklungsabteilung).
Sie treiben die Städtefreundschaft voran: (v.l.) Ilze Leska (Kulturamt), Vize-Bürgermeisterin Guna Kibere, Liga Martinsone (Entwicklungsabteilung). Foto: privat

Und der Steinhagener Weihnachtsmarkt bietet den passenden Rahmen für die Unterzeichnung des »Zusammenarbeitsvertrages«. Das klingt technokratischer und nüchterner als es ist. »Freundschaftsvertrag«, sagt Udo Bolte deshalb auch lieber. Der SPD-Ratsherr gehört zu jenen, die die Freundschaft zur 6000 Einwohner zählenden Kommune in Lettland seit 25 Jahren fördern, seit die Kreise Gütersloh und Valmiera ihre Partnerschaft eingingen.

»Die Letten sind herzlich, ticken wie wir und möchten etwas für ihr Land tun. Dazu sehen sie in der Freundschaft oder Partnerschaft eine gute Gelegenheit«, so Bolte, der auch die beiden europäischen Städtepartnerschaften Steinhagens mit Woerden und Fivizzano nachhaltig befördert hat.

Auf unterschiedlichsten Ebenen schon verbunden

Doch einen solch offiziellen Status bekommt die Verbindung zu Rujiena nicht. Die Freundschaft hat sich indes schon auf den unterschiedlichsten Ebenen erfolgreich entwickelt. Die wohl jüngsten Beispiele sind die gegenseitigen Besuche mit Konzerten der Chöre »Feel Harmonie« Steinhagen und Ziemelzeme Rujiena und der Besuch einer Schülergruppe des Steinhagener Gymnasiums in Rujiena. Die Schulkontakte gilt es zu vertiefen. Ebenso den weiteren Jugendaustausch: Carmen Höfing und Roland Egert vom Jugendzentrum Checkpoint sind in Rujiena gewesen und haben Kontakte zum dortigen Jugendzentrum geknüpft. Ihr gemeinsamer Anknüpfungspunkt: Jugendarbeit im ländlichen Raum.

Die Letten waren es, die mit dem Anliegen des Zusammenarbeitsvertrages an die Steinhagener herangetreten sind. »Für sie ist es ein Zeichen, dass sie zu Europa gehören«, erklärt Udo Bolte vor dem Hintergrund russischen Machtgebarens in der Ukraine und auf der Krim. Die Furcht vor einer erneuten Vereinnahmung durch die Russen ist laut Bolte durchaus spürbar – und nicht unbegründet: »40 Prozent der Bevölkerung in der Hauptstadt Riga ist russischstämmig. Das ist bei der jüngsten Wahl deutlich geworden, als die russisch-affine Partei starke Zugewinne hatte.«

Festakt am Sonntag im Rathaus

Koalitionsübergreifend hatten die Steinhagener Ratsmitglieder Hildegard Fuest (SPD), Gerhard Goldbecker (CDU) und Detlef Gohr (Grüne) den Antrag gestellt, den Freundschaftsvertrag zu unterzeichnen. Und das passiert zum Weihnachtsmarkt. Denn dann reist eine Delegation an – an ihrer Spitze Bürgermeister Guntis Gladkins und Liga Martinsone, Leiterin der Entwicklungsabteilung. Am Sonntag, 1. Dezember, 12 Uhr ist der Festakt im Rathaus. Wer mit den Gästen ins Gespräch kommen möchte, tut das am Besten beim Weihnachtsmarkt, denn dort sind sie mit einem Stand und ihren Spezialitäten vertreten.

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