90 Brockhagener gedenken der Opfer des Holocausts »Es kann wieder geschehen«

Steinhagen-Brockhagen (WB/el). Jeder Tag ist gut zum Gedenken an die Opfer von Verfolgung und Verbrechen, »denn es kann immer wieder geschehen.« Dieses Zitat von Primo Levi hatten Pfarrer Dr. André Heinrich und Oliver Stümann als Kurator im Kopf, um den einzigartigen Abend mit Kunst, Musik und Lesungen zu organisieren. 90 Besucher versammelten sich in der Brockhagener St. Georgskirche, um den Opfern des Unrechts nahe zu kommen.

Ralf Upmann hatte sich mit dem Presbyterium nachdrücklich für die Veranstaltung eingesetzt.
Ralf Upmann hatte sich mit dem Presbyterium nachdrücklich für die Veranstaltung eingesetzt.

Oliver Stümann zitierte daher aus drei Tagebüchern. Unter anderem aus dem der niederländischen Studentin Etti Hillesum (27). Während ihrer Wartezeit auf die Deportation findet sie zum Glauben und denkt bis zuletzt, dass Gott die Menschen nicht verlassen hätte.

Bildhauerin Eva Volkhardt hatte ihrem »Dicken Engel«, der langsam aus seinem Stein hinaus schwebt, eine sich versteckende Figur »Auf der Flucht« hinzu gefügt. Wie sehr Bildung und das Wissen um das Unrecht gegen Hass und Diffamierungen wirkt, wurde im Blättersturm von Monika Wieczorek deutlich.

Kunst zeigt Menschen in Leid und Flucht

Wie Schrift zeigten ihre Hemden auf Papier Menschen in verschiedenen Positionen von Leid und Flucht. Ihre Kleiderstange mit Hemdchen erinnerte hingegen an die Verstorbenen der Lager und die Austauschbarkeit, mit der sie wie Vieh behandelt wurden. Während sich die Besucher diese Skulpturen und Installationen erst im Anschluss der Veranstaltung näher betrachten konnten, war es zuvor der Zusammenklang von Musik und Text, der die Menschen zum Nachdenken anregte.

Saxophonist Thomas Schweitzer stimmte die Besucher mit einer »verklezmerten« Europa-Hymne ein. Mit Cellistin Cecilia Rubio Zamora und Schauspieler Max Rohland malte er ein stimmungsvolles Bild. Unterlegt wurde ihr Vortrag dabei von Neele Hruby vom Studio Anderswo.

Brockhagener Jugendliche bannen ausdrucksstarke Bilder aufs Handy

Auf diese Weise gelang es allen Teilnehmern, den Besuchern Mut zu machen. Einen nachdrücklichen Teil davon, konnten die Besucher schließlich digital mit nach Hause nehmen. Dafür hatte die Mitarbeitergruppe der evangelischen Jugend mit ausdruckskräftigen Bildern gesorgt, die sich jeder auf sein Handy herunterladen konnte.

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