Interview mit Spvg.-Chef Andreas Wessels zum Bau des Hörmann-Sportzentrums
Jeder Fehler könnte richtig teuer werden

Steinhagen (WB). Mittlerweile ist der Abrissantrag eingereicht. Die Tage der alten Cronsbachhalle der Sportvereinigung Steinhagen sind also gezählt. Wann legen die Bagger aber denn nun wirklich los? Und wann und wie schnell geht es weiter mit dem Hörmann-Sportzentrum? Fragen, über die WESTFALEN-BLATT-Redakteurin Annemarie Bluhm-Weinhold mit Spvg.-Vorsitzenden Andreas Wessels sprach.

Samstag, 09.11.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 09.11.2019, 05:02 Uhr
An den Plänen, die Spvg.-Vorsitzender Andreas Wessels (rechts) und Architekt Oliver Erdmann im März 2019 im Steinhagener Schulausschuss vorgestellt haben, hat sich im Großen und Ganzen nichts geändert. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Wann geht es denn nun los? Werden die Spvg.-Mitglieder mehr als zweieinhalb Jahre nach den ersten Planvorstellungen und Diskussionen bei der Jahreshauptversammlung 2017 nicht langsam ungeduldig?

Andreas Wessels: Ja, die Mitglieder sind ungeduldig, was ich verstehen kann. Aber für mich ist das Tempo in Ordnung. Wir dürfen nichts falsch machen. Jeder Fehler könnte dem Verein das Überleben kosten. Wir müssen im Vorfeld alles möglichst detailgenau wissen und die Kosten zu hundert Prozent abschätzen können. Vieles war und ist noch zu klären.

 

Was war das zum Beispiel?

Wessels: Der Brandschutz und die Statik waren wichtige Punkte. So war sogar zu bedenken, welche Auswirkungen die Sporthalle auf die Statik des bestehenden Umkleidegebäudes des Cronsbachstadions hat. Aber im kommenden Jahr werden sich alle wundern, wie schnell der Bau vorangeht. Dank der Bauteile wird es nicht lange dauern, bis die Halle in ihren Dimensionen zu sehen ist. Das wird vor dem nächsten Winter sein. Dann aber fängt der Innenausbau an, dann heißt es wieder Geduld zu haben, ab hier dauert es gefühlt wieder länger.

 

Liegt die Ungeduld mancher vielleicht auch daran, dass man es mit dem Bau der ersten Halle in den 80er Jahren vergleicht?

Wessels: Das glaube ich nicht. Das war ja ein ganz anderes Bauvorhaben damals. Aber heute ist es schwierig jedes Detail zu kommunizieren, da das Gebäude so komplex ist, denn dann kommen immer mehr Fragen und Wünsche auf, die Einfluss auf die Planung nehmen. Jedes Mitglied konnte sich aber im Lenkungsausschuss beteiligen. Wir wollen keine Halle bauen, mit der wir einen Preis gewinnen, sondern eine, in der wir unseren Sport machen können, in der wir Gemeinschaft leben, die für die Sportler und Mitglieder ist.

 

Also alle Abteilungen unter einem Dach?

Wessels: Das Hörmann-Sportzentrum soll natürlich ein Anlaufpunkt für alle sein. Ob auch alle hier trainieren und/oder ihre Wettkämpfe austragen können, ist eine andere Frage. Aber nehmen wir eine Situation wie an diesem Mittwochabend: Viele Sportlerinnen und Sportler sind hier zum Training. Aber dann fehlt der Platz, wo man später noch mal auf ein Bier hingehen kann. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man sich im neuen Hörmann-Sportzentrum unabhängig vom eigenen Training trifft oder dass man gemeinsam Fußball, Handball oder anderen Sport schaut.

 

Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge beim Bauvorhaben?

Wessels: In dieser Woche ist der Antrag auf Abriss der alten Halle beim Kreis eingereicht worden. Wenn die Genehmigung vorliegt, wählen wir aus den drei, vier Angeboten von Abrissfirmen eine aus und vereinbaren einen Zeitplan. So einfach ist das nicht. Wir müssen auch den Vorplatz entsprechend vorbereiten, den Ballfangzaun abbauen und Bäume fällen. Einige Bäume sind unwettergeschädigt, aber auch zwei große Eichen am Kunstrasenplatz müssen leider weichen. Da sind wir im Gespräch mit der Gemeinde über Ersatz. Zwei bis drei Tage wird es dauern, die Halle abzureißen, dann wollen wir zügig den Tiefbau planen.

 

Ist der Bauantrag denn gestellt?

Wessels: Das ist er noch nicht, aber soweit vorbereitet. Die aktuelle Kostenkalkulation liegt derzeit bei unserem Schatzmeister Volker Cloes. Mit dem Kreis sind wir seit einem halben bis dreiviertel Jahr im Gespräch. Wir haben auch vieles im Umfeld zu beachten. Alleine für den Aushub brauchen wir 700 bis 800 Lkw. Das muss angezeigt werden, damit alles so geplant wird, dass die Fahrzeuge nicht den Schulbetrieb stören.

 

Der Bau des Sportzentrums ist das größte Projekt, das die Sportvereinigung jemals begonnen hat...

Wessels: Ja das stimmt, wir werden sicherlich einen Teil der Finanzierung unseren Nachfolgern überlassen müssen. Das muss wohl überlegt sein, wieviel wir dem Verein zumuten können, dies hat Auswirkungen auf den gesamten Verein. Ich sehe das aber auch als Chance, uns als Verein für die Zukunft gut aufzustellen, uns für die zukünftigen Anforderungen zu rüsten. Wir haben auch viel über weitere Fördermöglichkeiten nachgedacht. So gibt es das Landesprogramm »Moderne Sportstätte 2022« für Sportstätten, die im Eigentum von Vereinen und Verbänden sind. Doch da müssen wir genau prüfen, inwieweit wir förderfähig sind. Vielleicht kann man auch für ein Teilprojekt, wie die Innenausstattung oder etwas anderes für die Infrastruktur, Gelder beantragen, hier sind wir noch in der Prüfung.

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