Kitas ziehen mit Laternen zur Steinhagener Dorfkirche und sehen Martinsspiel Ein Herz für den Bettler

Steinhagen (WB). Eine stimmungsvolle Sternwanderung mit mehr als 150 Kindern und ihren bunten Laternen, im Anschluss ein ausdrucksstarkes Martinsspiel der Konfirmanden: Die Steinhagener Dorfkirche war am Dienstagabend so proppevoll wie sonst an Heiligabend.

Von Volker Hagemann
Die angehenden Konfirmanden Anna (13) und Finn (14) gehören zu dem siebenköpfigen Ensemble, das das Martinsspiel in der Dorfkirche aufführt. Anna spielt den hartherzigen Markthändler, Finn einen Bettler, der sein Haus verloren hat.
Die angehenden Konfirmanden Anna (13) und Finn (14) gehören zu dem siebenköpfigen Ensemble, das das Martinsspiel in der Dorfkirche aufführt. Anna spielt den hartherzigen Markthändler, Finn einen Bettler, der sein Haus verloren hat. Foto: Volker Hagemann

Andrea Melzer gibt sich bescheiden: »Die Sternwanderung mit anschließender Aufführung in der Kirche zu kombinieren, war eine Idee, die in den Reihen des Steinhagener CVJM entstanden ist, wir wollten das einfach mal so ausprobieren«, sagt die CVJM-Jugendreferentin. Unterstützt wurde sie von weiteren Helfern des CVJM und der Evangelischen Kirchengemeinde, darunter Mitarbeiter der beiden beteiligten Kindertagesstätten Kapernaum und Arche Noah.

Posaunenchor empfängt die Besucher

Und so zogen von den beiden Kitas aus jeweils fast 80 Kinder mit Familienangehörigen und Erzieherinnen zur Dorfkirche, wo der Posaunenchor den fröhlichen Tross empfing. Mehrere hundert Besucher waren es schließlich, die Dorfkirche war voll wie sonst zum Weihnachtsgottesdienst.

Sieben angehende Konfirmanden führten anschließend in der Kirche ein Martinsspiel auf. In dem zur Marktszene umgeschriebenen Stück geht es um einen raffgierigen Händler, der seine am Abend nicht mehr verkauften Lebensmittel keinesfalls einem hungrigen Bettler überlassen möchte, der gerade erst sein Haus durch ein Feuer verloren hat: »Lieber werfe ich die Reste den Schweinen zum Fraß vor!«, ätzt der Markthändler. Als ebenso herzlos und abweisend erweist sich eine Kundin: »Warum sieht der so erbärmlich aus? Es sollte verboten sein, dass sich so jemand in der Nähe der Stadt aufhält!«

Bettler erscheint im Traum als Stimme Gottes

Erst Oberkommandant Martin, der zufällig vorbeikommt, hat ein Herz für den Bettler, gibt ihm Tee und teilt mit dem Schwert seinen Mantel, um den armen Tropf zu wärmen. In der folgenden Nacht erscheint Martin im Traum der Bettler, der als Gottes Stimme zu ihm spricht und ihm dankt.

Heißen Punsch gab es anschließend vor der Kirche für die Besucher. Die lobten mehrheitlich die stimmungsvolle Premiere; vereinzelt äußerten Eltern allerdings Kritik, das Stück sei etwa für Zwei- bis Dreijährige zu schwer verständlich. Weiteres Problem: »Die Lautsprecheranlage in der Kirche muss dringend modernisiert werden«, sagt auch Andrea Melzer.

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