Grundschule Brockhagen: Politik diskutiert Sanierung ebenso wie Abriss Neubau für 9,3 Millionen?

Steinhagen-Brockhagen (WB). Sanieren oder abreißen und neu bauen? Die schwere Entscheidung über die Zukunft des maroden Brockhagener Grundschulgebäudes ist längst noch nicht gefallen. Im Schulausschuss gab es am Mittwochabend eine erste Kostenschätzung für einen Neubau.

Von Volker Hagemann
Hohe Schäden durch eindringendes Wasser und großer energetischer Nachholbedarf: Um den Zustand des Gebäudes an der Kellerstraße ist es sehr schlecht bestellt. Die Politik denkt daher auch über einen Neubau der Grundschule Brockhagen nach.
Hohe Schäden durch eindringendes Wasser und großer energetischer Nachholbedarf: Um den Zustand des Gebäudes an der Kellerstraße ist es sehr schlecht bestellt. Die Politik denkt daher auch über einen Neubau der Grundschule Brockhagen nach. Foto: Volker Hagemann

»Bei der Zahl habe ich erst einmal geschluckt«, gestand Bürgermeister Klaus Besser. Als Alternative zur Sanierung hatte Architekt Oliver Stüwe die Kosten für einen Neubau inklusive OGS und Mensa dargelegt. In seiner Schätzung kommt er auf 9,3 Millionen Euro. Wie berichtet, sind die Grundleitungen des Schulgebäudes defekt und werden inzwischen neu unter der Kellerdecke geführt. In Abwasserleitungen dringen Sand und Wurzelwerk ein, Dach, Fenster und Fassaden müssen saniert werden.

Norbert Hermes vom Ingenieurbüro Herrendörfer stellte im Ausschuss ein Sanierungskonzept vor. Demnach könnten Sickerstränge dauerhaft den Wasserdruck vom Keller nehmen, ihn vor eindringendem Grundwasser schützen. Eine Hebeanlage müsste das Wasser abpumpen.

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Die Grundwasserabsenkung von etwa 50 Zentimetern könnte Setzungsrisse an Schule und umliegenden Häusern verursachen.

Dipl.-Ing. Norbert Hermes

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Das Risiko: »Diese Grundwasserabsenkung von etwa 50 Zentimetern könnte Setzungsrisse an Schule und umliegenden Häusern verursachen«, betonte Norbert Hermes. Schulamtsleiterin Gabi Schneegaß bestätigte, dass die Verwaltung bereits Setzungsrisse in Nachbarhäusern dokumentiert habe. Befürchtungen von Grundschulleiterin Susanne Kordes, ob eine Gefahr für Schulbesucher entstehe, zerstreute Hermes: »Bröckeln wird nichts.« Für eine Sanierung entstünden 191.000 Euro Kosten für Hebeanlage, Leitungen und Versickerung sowie jährlich 3150 Euro Betriebskosten.

Risse: Auch das Sporthallen-Dach muss saniert werden

Unabhängig davon ist die Sanierung des Sporthallen-Dachs erforderlich. Die Faserzement-Dachplatten sind spröde, Wasser ist in die Halle eingedrungen. Für die Sanierung stehen schon 455.000 Euro im Haushaltsplan-Entwurf.

Auch wenn noch nichts entschieden ist: Ersten Neubau-Ideen von Architekt Oliver Stüwe, ob mit oder ohne Keller, stehen die Ausschussmitglieder offen gegenüber. Fest steht aber auch, dass sich Schüler, Lehrer und Eltern auf Übergangslösungen in Container-Klassen einstellen müssen. »Man wird das nächste Jahr brauchen, um weiter zu diskutieren«, sagte Klaus Besser. »Nach einem Architektenwettbewerb könnte frühestens zum Schuljahr 2020/21 Baubeginn sein. Eine Sanierung bräuchte drei bis vier Jahre.

Schulausschussvorsitzende Sabine Godejohann betonte letztlich: »Derzeit stochern wir noch im Nebel. Auf jeden Fall soll die Grundschule selbst bei den weiteren Planungen mitreden.«

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