A33-Lärmschutz im Bauausschuss – was Anwohner erwarten
»Mit Querriegeln kann man was reißen«

Steinhagen (WB). Querriegel – so sperrig und abstrakt der Name ist, so effizient könnte seine Wirkung für einige der lärmgeplagten Steinhagener Siedlungen an der A33 sein.

Dienstag, 08.10.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 09:08 Uhr
Die Fläche neben der Rampe am Upheider Weg könnte ein Standort für einen Querriegel sein. Foto: Bluhm-Weinhold

Querriegel, das ist ebenfalls ein Lärmschutzwall und/oder eine Mauer – aber quer zur Autobahn gesetzt. So soll Lärm, der in der Distanz entsteht, gemindert werden. Die Gemeinde erwägt sie für die Siedlung an der Patthorster Straße sowie für die Niehaussiedlung an der Langen Straße/Luisenstraße (WB 11. September).

An diesem Donnerstag, 10. Oktober, wird Lärmexperte Klaus Brokopf, Diplom-Physiker bei der Bielefelder Akus GmbH, im Bauausschuss seine Expertise dazu erläutern. Die Sitzung im Ratssaal ist öffentlich und beginnt um 17.30 Uhr direkt mit diesem Thema. Im Vorfeld der Sitzung hat das WESTFALEN-BLATT drei Steinhagener, die vor anderthalb Jahren bereits im Zuge der kurz nach der A33-Eröffnung aufflammenden Lärm-Diskussion ihre Situation schilderten, erneut um eine Stellungnahme gebeten.

Lärm schallt seitlich ins Wohngebiet

Natürlich auch den Ideengeber für die Querriegel: Prof. Dr. Burkhard Egelkamp, Anwohner am Jückemühlenweg. »Ich bin sehr gespannt auf die Berechnungen«, sagt er mit Blick auf das Experten-Referat. Und: »Ich bin davon überzeugt, dass man mit dieser Maßnahme was reißen kann.« Es sei nach wie vor übel, was aus der A33-Kurve Richtung Künsebeck seitlich in die Siedlung hineinschalle, während die sieben Meter hohe Wall-Wand-Kombination direkt zur A33 eine Menge bringe, sagt er. »Abgefunden haben wir uns mit dem Lärm nicht, zumal auch die Übergänge auf der Talbrücke Jückemühlenbach eine Katastrophe sind.« Denn jedes Mal, wenn Fahrzeuge die Dehnungsfugen der Brücke überfahren, wird ein Klackern hörbar.

Auch Stephanie und Ludger Wallmeyer aus dem Wohngebiet Diekmann nervt der Lärm nach wie vor. »Vor 17 Jahren, als wir gebaut haben, hat man uns größtmöglichen Lärmschutz versprochen. Und das soll er nun sein?«, so Stephanie Wallmeyer. Sie sagt auch: »Ich war nach der ersten Sitzung mit dem Experten im vergangenen Jahr sehr enttäuscht, weil er alles abgeblockt hat.« Flüsterasphalt ebenso wie auch ein Tempolimit: »Und jetzt sehen wir am Ostwestfalendamm, dass eine Temporeduzierung eben doch geht. Was ist denn der Unterschied zwischen einer Stadtautobahn und einer Autobahn durch die Stadt?« Der Lösungsvorschlag Querriegel sei ja damals auch nicht vom Experten gekommen, »sondern von jemandem aus dem Publikum«, gibt sich Stephanie Wallmeyer in ihren Erwartungen eher verhalten.

Lärm kommt von der Anschlussstelle

Susanne Hoheisel würde von keinem der beiden angedachten Querriegel profitieren, denn sie wohnt oberhalb der A33 in der Siedlung an der Roten Erde. Doch auch dort ist der Lärm der Autobahn je nach Witterung und Windrichtung mal mehr, mal weniger deutlich. »Manchmal ist es relativ ruhig, und dann gibt es wieder Tage, da meine ich, die A33 sei nur ein paar Meter entfernt und nicht einige hundert.« Ihrer Meinung nach kommt der Lärm nicht von der Trasse selbst, sondern von der Anschlussstelle: »Dort gibt es nicht genug oder auch gar keinen Lärmschutz. Ich frage mich, ob man den nicht nachrüsten könnte.«

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