Tamika Foreman aus Steinhagen arbeitet in Dubai
Ein Leben zwischen Wüste und WG

Steinhagen (WB). Das Meer hat sie vor der Tür, und jetzt zum Herbst und Winter hin lässt sich der After-Work-Drink mit Kollegen und Freunden bei 25 Grad am Strand nehmen. Was für Touristen ein aufregendes Urlaubsziel ist, ist für Tamika Foreman Alltag.

Samstag, 05.10.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 06.10.2019, 13:18 Uhr
Keine Berührungsängste: Tamika Foreman mit Kamel. Foto: WB

Die 24-jährige Steinhagenerin lebt und arbeitet für einige Jahre im Emirat Dubai. Wer Dubai für eine gewisse Ur­laubszeit bereist, stößt auf eine eindrucksvolle Welt aus Glitzer, Glamour und Wohlstand, aus Hitze, künstlichen Inseln und architektonischen Superlativen. Auch Tamika Foreman erlebt all das in ihrem Alltag, hat aber auch tiefergehende Facetten des Emirates kennengelernt.

Wie kommt eine junge Steinhagenerin an einen Job auf der arabischen Halbinsel? »Den Wunsch, eine Zeit im Ausland zu verbringen, hatte ich schon zu Schulzeiten. Ich bin schon immer sehr gerne gereist und offen für neue Kulturen.« Nach der Ausbildung zur Industriekauffrau bei Seidensticker wechselte sie im Februar 2018 zu Hörmann. Und dann ging alles schnell: Die Ausbildung endete im Januar, eine Woche später packte sie die Koffer. Ganz unvorbereitet traf es sie nicht, war doch der Aufenthalt im Emirat bereits Teil ihres Vorstellungsgesprächs gewesen.

Zufall und Glück

Dort arbeitet Tamika Foreman am Aufbau der Marketing-Abteilung mit. »Marketing Executive bei Hörmann Middle East and Africa FZE« lautet ihre offizielle Berufsbezeichnung. »Dass ich für die Stelle in Dubai eine Zusage bekommen habe, war Zufall und Glück zusammen«, freut sie sich.

Von OWL nach Dubai – eine Art Kulturschock? »Gerade, wenn man weit weg von Freunden und Familie ist, weiß man die Heimat doch schon sehr zu schätzen. Jedoch bin ich gerade sehr glücklich hier und habe das Gefühl, mich eingelebt zu haben. Deshalb kann ich mir momentan nicht vorstellen, wieder zurück zu gehen.«

Teures Leben

Ob als Tourist oder als Zugezogener: »Das Leben und Wohnen in Dubai ist unglaublich teuer«, bestätigt Tamika Foreman. »Anfangs habe ich, um Anschluss zu finden, und auch aus Kostengründen in einer WG gewohnt. Acht Leute, acht Nationalitäten. Es war genug Platz. Jeder hatte sogar sein eigenes Bad. Trotzdem bin ich nach einem halben Jahr in ein eigenes Apartment gezogen.«

Die Arbeitswoche beginnt sonntags und endet donnerstags. »Nach der Arbeit trifft man sich mit Freunden zum After-Work-Drink oder geht etwas essen. Weil Dubai ein beliebtes Urlaubsziel ist und die Leute einen unterschiedlichen Arbeitsrhythmus haben, haben die Bars und Clubs auch in der Woche geöffnet. So hat man immer Möglichkeit, auszugehen, wenn man will«, so die Neueinwohnerin. »Und an den Wochenenden bin ich gern am Strand oder in Beachclubs.  Gerade in den milderen Wintermonaten, denn schon ab April steigen die Temperaturen wieder auf über 30 Grad, in den Sommermonaten auf bis zu 50 Grad.«

Internationales Publikum

In eineinhalb Jahren in Dubai habe sie schnell Anschluss gefunden, berichtet die Steinhagenerin. »Darüber bin ich unglaublich froh. Es tut gut, zu wissen, dass man nicht allein ist.« Im Emirat gebe es ein sehr internationales Publikum, die gesamte Kommunikation findet auf Englisch statt: »In Dubai leben nur 20 Prozent der so genannten Locals, der Rest ist zugewandert«, sagt Foreman. »Daher merkt man auch kaum, dass man in einem muslimischen Land lebt.

Natürlich respektiere ich den Kulturunterschied, und besonders, wenn ich mich in den Malls oder ähnlichem aufhalte, kleide ich mich dementsprechend respektvoll. Auch das Konsumieren von Alkohol in der Öffentlichkeit ist strengstens verboten«, weiß die junge Frau. Ungewohnt sei die jährliche Fastenzeit Ramadan gewesen. »Die Läden sind dann von Sonnenaufgang bis -untergang geschlossen oder abgedunkelt. Selbst Arbeitszeiten sind dann verkürzt. Die Gebetsräume in unserer Firma und an öffentlichen Plätzen waren anfangs etwas ganz Neues für mich.«

Und so sehr sich Tamika Foreman an das Leben im Emirat Dubai gewöhnt und Anschluss gefunden hat – etwas vermisst sie: »Am meisten meine Familie und Freunde. Vor allem vermisse ich aber die deutsche Küche...« Bis 2021 läuft ihr Arbeitsvertrag. Und danach? »Entscheidet mein Bauchgefühl.«

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