Steinhagenerin Dr. Heidi Lorey veröffentlicht neues Ratgeberbuch
Rin in die Kartoffeln

Steinhagen (WB). Dr. Heidi Lorey liebt Kartoffeln. Und sie will auch ihre Mitmenschen gerne auf den – guten – Geschmack der viel zu häufig als Beilage abgetanen »tollen Knolle« bringen. Deshalb hat die promovierte Gartenbau­ingenieurin ein neues Buch geschrieben: »Kartoffelliebe«.

Donnerstag, 03.10.2019, 03:00 Uhr
Dr. Heidi Lorey kultiviert Kartoffelvielfalt in ihrem Garten und in ihren Büchern – vom ersten »Tartuffli« vor 20 Jahren bis zu ihrem neuesten »Kartoffelliebe«. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Das Nachtschattengewächs führt in Heidi Loreys Augen ein Schattendasein: Im Supermarkt ist sie auf wenige Sorten zusammengeschrumpft, unter Neonlicht in knisternden Kunststoffsäcken verpackt, hat die Kartoffel zudem Idealmaße zu erfüllen. Zu große Vertreter werden aussortiert – zu kleine finden in jüngster Zeit allerdings als Drillinge zunehmend Freunde. Heidi Lorey aber fordert mehr Wertschätzung für dieses Lebensmittel, das in der Diskussion um Nachhaltigkeit und Biodiversität doch allen Ansprüchen genügt.

Die Kartoffel ist ein regionales Produkt, weil sie so schwer ist, dass lange Transportwege keinen Sinn machen.

Dr. Heidi Lorey

»Die Kartoffel ist ein regionales Produkt, weil sie so schwer ist, dass lange Transportwege keinen Sinn machen. Und sie zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus. 200 Sorten sind allein in Deutschland angemeldet, europaweit noch mehr.« Lorey meint, dass vor allem die alten Sorten in den zunehmend häufigen trockenen Sommern besser wachsen könnten. »Ich habe mit dem Kartoffelbauern Pahmeyer in Werther gesprochen, der ein Drittel weniger Kartoffeln geerntet hat in diesem Jahr«, sagt sie.

Vom Rosa Tannenzapfen bis zur trüffelschwarzen Sorte

Rosa Tannenzapfen, Bamberger Hörnchen und wie sie alle heißen. Heidi Lorey zeigt in ihrem im Ulmer Verlag erschienen Buch – ihrem fünften – den Anbau von Kartoffeln im Küchengarten, was ihnen nutzt, was ihnen schadet. Sie stellt die Sortenvielfalt vor: von Hansa und Ackersegen über die Odenwälder Blaue und die Red Sonia bis zu Liebhaber-Sorten wie die trüffelschwarze Vitelotte Noire. Und schließlich will sie zum genussvollen Hineinbeißen animieren, gibt den Leserinnen und Lesern Tipps zum Kochen und Rezepte mit auf den Weg und fordert sie auf: »Werden Sie Kartoffelsommelier!«

Was bei Wein und auch bei Bier längst dazugehört, gibt es für die Kartoffel tatsächlich noch nicht. Aber Heidi Lorey empfiehlt eine Kartoffelverköstigung dringend: »Um den Geschmack zu entdecken, sollte man die Kartoffel ohne Salz als Pellkartoffel kochen, ansehen, riechen, die Fleischfarbe ansehen und erst dann den ersten Bissen in den Mund nehmen.« In Frankreich gibt es den vor 100 Jahren von Winzern geprägten Begriff von »Terroir«: »Das berücksichtigt alles: die Lage, den Boden, das Klima, die Geologie und das Herzblut bei des Bauern – alles das hat Auswirkungen auf den Geschmack eines Weines ebenso wie einer Kartoffel.« Das berücksichtigend bekommt die Kartoffel die Anerkennung, die sie verdient.

Rezept für Gnocchi

Zutaten: 500 g mehligkochende Kartoffeln, Salz, 1 Ei, 100 g Mehl. Zubereitung: Die Kartoffeln waschen, mit Schale garen, abgießen, etwas abkühlen lassen, pellen und warm durch die Kartoffelpresse drücken; die Masse abkühlen lassen, mit einer Prise Salz, dem Ei und dem Mehl verarbeiten zu einem weichen Teig. Daraus 2 cm dicke Rollen formen und in 2 cm lange Stücke schneiden, mit Mehl bestäuben, mit einer Gabel Rillen eindrücken. Gnocchi ins kochende Salzwasser geben, gar ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen, herausnehmen. Mit Bolognese- oder Sahnesoße servieren.

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