Wärmeverbrauch hat sich 2018 verdoppelt: Gemeinde und Feuerwehr arbeiten an Aufklärung
Gerätehaus Brockhagen ist ein Energiefresser

Steinhagen-Brockhagen  (WB). Wo kommt diese enorme Steigerung beim Wärmeverbrauch her? Während in den anderen Feuerwehrgerätehäusern der Gemeinde die benötigten Energiemengen in etwa gleich blieben, schossen die Heizkosten im Feuerwehrgerätehaus Brockhagen 2018 durch die Decke. Das Klimaschutzmanagement hat keinen Grund dafür gefunden. Und auch Löschzugführer Stephan Kaiser sagte dem WESTFALEN-BLATT: »Wir können es uns nicht ganz erklären.«

Mittwoch, 02.10.2019, 07:30 Uhr
Das Feuerwehrgerätehaus Brockhagen ist 1987 eröffnet worden, 2006 wurde eine weitere Fahrzeughalle angebaut. 827 Quadratmeter sind hier zu beheizen. Foto: Bluhm-Weinhold

Der Energiebericht, den Gemeinde und Gemeindewerke seit 2008 jährlich für die gemeindlichen Liegenschaften anfertigen, offenbart das Problem: 2018 sind im Gerätehaus Brockhagen 111.163 Kilowattstunden (kWh) Heizenergie absolut/128.949 kWh (witterungs-)bereinigt verbraucht worden – mehr als das Doppelte zu 2017. Und das gilt auch für die Heizkosten von 8171 Euro und den CO2-Verbrauch von 40,1 Kilo für das Jahr. Strom und Wasser dagegen sind nur leicht angestiegen.

Hängst das mit den Einsatzzahlen zusammen?

»Hängt das mit den Einsatzzahlen zusammen?«, fragt sich Klimaschutzmanagerin Marianne Vaske. Möglich, meint Stephan Kaiser: »Wir hatten 2018 viele Einsätze. Die Tore werden nach dem Ausrücken zwar per Funkpeilsender geschlossen, aber wenn wir wie bei Unwettern den ganzen Tag unterwegs sind, dann gehen sie häufiger mal auf und zu.« Indes: In der Fahrzeughalle wird auch im Winter nur auf zehn bis zwölf Grad geheizt. »Nur die Umkleiden sind natürlich warm. Und eine Stiefelheizung haben wir auch«, so Kaiser. Und der Schulungsraum wird laut Kaiser auch im Winter nur geheizt, wenn er benutzt wird.

Feuerwehr und Gebäudemanagement sind jetzt dem Energieverbrauch auf der Spur. Kaiser weist auf eine Besonderheit hin: »Viele Jahre haben wir den Tank bis zur Neige leer gemacht und erst dann neues Öl geordert. Seit 2018 tanken wir schon bei einem Pegelstand von zehn Prozent.« Vielleicht mache sich diese Umstellung in den Daten bemerkbar, so Kaiser. Er hat einen Durchflussmengenzähler beantragt.

Fragen zur Senkung des CO2-Ausstoßes

Nicht nur wegen des Gerätehauses kritisierte Karl-Heinz Diekmann (FDP) jüngst im Ordnungs- und Umweltausschuss den Energiebericht, da seit 2011 der CO 2 -Ausstoß fast gleich geblieben sei: »Wir aber wollen 25 Prozent bis 2025 sparen. Das schaffen wir mit den kommunalen Liegenschaften nicht.« Klimaschutzmanagerin Gabriele Siepen entgegnete: »25 Prozent gelten nicht nur für die Gebäude, sondern über alle Sektoren. Und wir haben seit 2011 mehr Flächen. Wir haben uns sogar verbessert.«

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