Aktionsbündnis Amshausen trägt im Sportlerheim Bedenken und Anregungen vor
Neue Pläne fürs Quartier gewünscht

Steinhagen-Amshausen (WB). In Amshausen wird und soll weiter gebaut werden. Das gefällt jedoch nicht allen. Meinungen und Änderungswünsche trug jetzt das Aktionsbündnis Amshausen bei einer Diskussionsrunde im Sportlerheim zusammen und den Verantwortlichen vor.

Montag, 09.09.2019, 11:01 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 11:48 Uhr
Stellten sich den Fragen der Amshausener (von links): Silke Wehmeier, Mechthild Frentrup, Kai Funke, Sven Eisele, Dr. Birgit Lutzer und Axel König saßen bei der Diskussionsrunde an vorderster Front. Foto: Eische Loose

Anfangs machen verschiedene Mitglieder der 33-köpfigen Bürgerinitiative ihre Bedenken klar. Dabei wird auch deutlich, dass gelegentlich gerade das Unmögliche als wünschenswert erscheint: viel Grün, angepasste Gebäude, viel Platz zwischen der Bebauung, sozial verträglicher Neubau, keine Ghettos, kein Ausblick auf geschlossen gemauerte Fronten, nicht zu viele Menschen. Oft genug kommen auch Beschwerden hoch, die mit dem Wohnungsbau nichts zu tun haben, wie der Mangel an Einkaufsmöglichkeiten und gesellschaftlichen Zentren.

Amshausener bemängeln Planung

Eines wird jedoch schnell deutlich: Die Situation ist schwierig und spiegelt häufig eine Unzufriedenheit, die weit über die Bauten hinaus geht. Dennoch bleiben klare Wünsche: Die Amshausener sehen Schwierigkeiten bei der Verkehrssituation, vor allem beim Parken, und die Nähe von Bau- und Wasserschutzgebiet. Und vor allem bemängeln sie eine Planung, die offensichtlich komplett an ihnen vorbei läuft.

Hier setzte vor allem der Vorsitzende des Bauträgers, der kommunalen Wohnungsgenossenschaft (KWG), Sven Eisele, an. Er betonte, dass momentan vor allem geplant werde und die Bürger jederzeit Eingaben dazu machen könnten. So habe sich die Situation seit den ersten Entwürfen schon erheblich verändert. Auch der geplante Bau-Anfang im Jahr 2020, sei bislang nur angedacht, aber keinesfalls eine feste reale Möglichkeit. Von der bemängelten »Brutal-Architektur« könne also keine Rede sein. Auch bei der Belegung werde kein Ghetto entstehen versprach Eisele.

Bebauung soll frei finanzierte und sozial geförderte Wohnungen mischen

Denn die neue Bebauung soll einen Mix berücksichtigen, der frei finanzierte und sozial geförderte Wohnungen rund eins zu eins mische. »Über Fakten wie Quadratmeterzahlen und Mietpreise hat die KWG jedoch keinen Einfluss. Da gibt es Vorgaben«, sagt Sven Eisele.

Auch der Tausch der Bauflächen war eher ein politischer Aufreger denn einer der Wohnungsbauer. Dass sich in diesem Fall vor allem die SPD und die Grünen komplett ausschlossen und das Vorhaben auch ablehnten, hatte hingegen nahezu ausschließlich formale Gründe. Weil beide Parteien sich auch nicht an der Diskussion beteiligten, klärte schließlich die FDP-Fraktionsvorsitzende Silke Wehmeier dieses Missverständnis auf: »Niemand ist gegen sozialen Wohnungsbau, wie erzählt wurde, sondern nur gegen die Art des Antrags.«

Letztlich waren sich die knapp 50 Interessierten einig, dass die politische Gemeinde in Sachen Wohnen die Sorgfaltspflicht habe. Sie habe nun die dringende Aufgabe, jetzt nicht nur zu bauen, sondern ein ganzes Quartier neu zu planen.

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