Steinhagener Stammtisch »Freitags um 10« trifft sich seit 60 Jahren
Sie sind Freunde fürs Leben geworden

Steinhagen (WB/mk). Dass ein Stammtisch sein 60-jähriges Bestehen feiert, das gibt es nicht alle Tage. Ganz besonders wird das Jubiläum allerdings, wenn sechs der ursprünglich acht Gründungsmitglieder nach all den Jahrzehnten immer noch ihre Tradition pflegen.

Samstag, 07.09.2019, 03:00 Uhr
Stolz auf 60 Jahre Stammtisch sind (v.li.) Eckhard Geisler (82), Hubert Berger (82), Günter Leimkuhl (79), Ingo Eßler (82), Lothar Varchmin (84) und Paul Kuhn (82). Foto: Krammenschneider

Bei Ingo Eßler, Paul Kuhn, Lothar Varchmin, Hubert Berger, Günter Leimkuhl und Eckhard Geisler ist dies der Fall, denn am 4. September 1959 gründeten sie im Steinhägerhäuschen den Stammtisch »Freitags um 10«.

Von Pommern und Schlesien nach Steinhagen geflüchtet

»Es war schon eine aufregende Zeit. Wir waren damals als Geflüchtete aus Pommern und Schlesien nach Steinhagen gekommen und gemeinsam aktiv in einer Jugendgruppe der 1951 gegründeten ›Deutschen Jugend des Ostens‹ in der Grundschule Pestalozzistraße«, erinnert sich Ingo Eßler. Nach dem Unterricht, der zumeist freitagabends stattfand, hatten sich die jungen Männer dann wöchentlich getroffen, woraus nach kurzer Zeit der Stammtische entstand.

»Wir haben immer über aktuelle Themen diskutiert. Das tun wir auch heute noch. Kürzlich haben wir noch lebhaft über den Brexit gesprochen. Natürlich wurde auch immer der Durst gelöscht«, erklärt Günter Leimkuhl, der übrigens der einzige waschechte Westfale in der äußerst munteren Runde ist.

»Es gab immer viel zu bereden, und dadurch, dass wir alle handwerkliche Berufe erlernt hatten, konnten wir uns gegenseitig helfen, etwas aufzubauen. Der Zusammenhalt war toll«, erinnert sich Ingo Eßler an die Zeit, in der sie in Steinhagen Fuß fassten und es genossen, sich jeden Freitagabend bei Hildegard und Willi Drews im Steinhägerhäuschen zu treffen.

Reisen bis Schweden und in die Schweiz

Mit der Zeit unternahmen die Männer, von denen zwischenzeitlich Wilfried Kretschmer verstarb und ein anderer dem Stammtisch den Rücken kehrte, viele Ausflüge und Reisen. Zum Zehnjährigen waren sie im schwedischen Trelleborg, zum 20. ging es nach Prag, und es folgten Trips nach Mallorca und in die Schweiz. Ein Höhepunkt sei auch die Reise in den Kreis Kolberg nach Pommern in die alte Heimat von Lothar Varchmin gewesen. Zum 60-jährigen Jubiläum haben die Herren nun mit ihren Frauen eine unterhaltsames Wochenende in Bad Oeynhausen verbracht.

Ein Markenzeichen der Männer sind zudem ihre auffälligen Krawatten – heute würde man sagen »eye catcher« –, die von den Ehefrauen etabliert wurden. »Es sollte ein bisschen lustig sein«, erklärt Helga Berger, laut der die Schlipse schon einmal Weingläser zierten. Inzwischen ist es eine Variante mit Katzenmotiven, die sinnbildlich für die fröhliche Runde der Männer steht – die im Laufe der Jahre gute Freunde geworden sind und es insgesamt auf 25 Enkelkinder gebracht haben.

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