Entsorgung des Steinhagener Klärschlamms muss neu geregelt werden
Verbrennen ja – aber wo?

Steinhagen (WB). Wohin mit dem Steinhagener Klärschlamm? Die Entsorgungssituation in der Region ist angespannt. Eine Möglichkeit wäre der Beitritt der Gemeinde zu einer OWL-weiten Kooperation.

Sonntag, 08.09.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 08.09.2019, 04:00 Uhr
Selbst in Kraftwerken und Zementwerken wird es immer teurer, Klärschlamm in großen Mengen zu verbrennen. Steinhagen könnte sich deshalb demnächst an einer Zusammenarbeit mit mehr als 70 Kommunen beteiligen. Foto: dpa

256 Tonnen Klärschlamm fallen jedes Jahr in der Steinhagener Kläranlage an. Dessen Entsorgung ist bis Februar 2022 vertraglich geregelt: »Der Schlamm wird zu Zement- und Kraftwerken transportiert und dort verbrannt«, erklärt Bürgermeister Klaus Besser. Danach müsste die Entsorgungsleistung neu ausgeschrieben werden.

Düngemittel- und Klärschlammverordnung sind verschärft worden

Doch der Entsorgung werden immer engere Grenzen gesetzt: Düngemittel- und Klärschlammverordnung sind verschärft worden. Demnach dürfen Klärschlämme künftig etwa nicht mehr ohne Weiteres auf landwirtschaftlich genutzte Flächen aufgebracht werden. Zudem gibt es gesetzliche Vorgaben zur Rückgewinnung von Phosphor aus dem Schlamm. In Steinhagen ist die Ausbringung auf Feldern ohnehin kein Thema: »Das machen wir seit Jahren nicht mehr. Denn bei uns liegt der Kupferanteil im Klärschlamm über den Grenzwerten. Möglicherweise als Resultat von Kupferdachrinnen oder -fallrohren«, so Besser.

Bleibt die Möglichkeit der Verbrennung. Weil aber auch die immer teurer wird, könnte sich die Gemeinde an einer Zusammenarbeit mit weiteren Orten beteiligen. Steinhagen ist bereits der Klärschlammkooperation OWL beigetreten, der mehr als 70 Kommunen angehören. So sollen Entsorgungsmengen gebündelt werden, um die Kosten einzudämmen.

Ein Kooperationsvertrag soll Anfang 2020 unterzeichnet werden, es gibt aber schon eine Vorvereinbarung. Darin wurde die Erstellung eines Konzeptes beschlossen, das als wirtschaftlichste Lösung den Bau einer »zentralen Monoklärschlammverbrennungsanlage« vorsieht. Ein Standort wird noch gesucht.

Müllverbrennungsanlage Bielefeld könnte Lösung bieten

Ebenso wie viele andere Bürgermeister umliegender Kommunen hält Klaus Besser folgende Möglichkeit für sinnvoll: »Man könnte die Müllverbrennungsanlage Bielefeld entsprechend erweitern.« Pläne gibt es schon; so soll auf dem MVA-Gelände ein Klärschlammofen gebaut werden. Angedacht ist auch der Bau einer Recyclinganlage, die Phosphor aus der Asche der Klärschlammverbrennung herausfiltern soll. »Auf die Steinhagener Abfallgebühren dürfte sich das Ganze jedenfalls nicht auswirken, ich rechne eher mit stabilen oder sogar sinkenden Kosten bei der Klärschlamm-Entsorgung«, prognostiziert Besser.

Ob Steinhagen sich dauerhaft an der Klärschlammkooperation OWL beteiligen sollte, ist Thema im Betriebsausschuss am Donnerstag, 12. September. Dort wird Rechtsanwalt Dr. Till Elgeti aus Hamm den Sachstand erläutern. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17.30 Uhr im Ratssaal.

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