Gedenkfeier in Fivizzano: Klaus Besser in der offiziellen Delegation
Bürgermeister reistmit dem Bundespräsidenten

Steinhagen/Fivizzano  (WB). Er reist im gleichen Flugzeug wie der Bundespräsident: Bürgermeister Klaus Besser gehört bei der Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der SS-Massaker in Steinhagens italienischer Partnerstadt Fivizzano zur offiziellen Delegation von Frank-Walter Steinmeier.

Donnerstag, 08.08.2019, 07:30 Uhr
Der Marktplatz von Fivizzano: Hier soll die offizielle Gedenkverstaltung mit Frank-Walter Steinmeier stattfinden. Foto: Klaus Besser

Wie berichtet, wird Steinmeier gemeinsam mit seinem italienischen Amtskollegen Sergio Mattarella in der toskanischen Gemeinde am Gedenken für die Opfer der Gräueltaten teilnehmen, die SS-Truppen im Sommer 1944 auf ihrem Rückzug vor den Alliierten in vielen italienischen Orten verübt hatten. In Fivizzano und seinen heutigen Ortsteilen starben mehr als 400 Frauen, Kinder und Männer auf grausamste Weise.

Nun nehmen die Feierlichkeiten konkrete Formen an: »Alle sind ziemlich aufgeregt«, berichtet Klaus Besser im WESTFALEN-BLATT-Gespräch. Am 1. August war er selbst am Ende seines Italien-Urlaubs in der Partnerstadt und hat dort den neuen Bürgermeister Gianluigi Gianetti persönlich kennengelernt. Erst am 26. Mai ist dieser gewählt worden – und dann gleich ein »Staatsbesuch«. An zentraler Stelle in Fivizzano-Stadt, im Museum und auf dem benachbarten Marktplatz, wird die Gedenkfeier sein. Denn nur dort ist Platz genug für das riesige Aufgebot an Ehrengästen und Medien. »Man rechnet mit einer Direktübertragung im italienischen Fernsehen«, so Besser.

Anerkennung für sachliche Aufarbeitung der Geschichte

»In Fivizzano ist man stolz, für die zentrale Gedenkveranstaltung in Italien ausgewählt worden zu sein«, weiß Klaus Besser. Bisher standen Orte wie Marzabotto und S. Anna di Stazzema nicht zuletzt durch Besuche von Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas im Fokus der Öffentlichkeit, wenn es um Kriegsverbrechen der SS in Italien ging. Bewusst sei diesmal ein anderer, kleinerer Ort ausgesucht worden, sagt Besser.

Dass nun erstmals der italienische Staatspräsident und dazu sogar das deutsche Staatsoberhaupt kommen, empfinde man, auch als Anerkennung für die sachliche Aufarbeitung der historischen Geschehnisse, der über Jahrzehnte gepflegten Erinnerungskultur und dem Bemühen um freundschaftliche Kontakte zu deutschen Kommunen und damit um einen kleinen örtlichen Beitrag zu einem Europa in Frieden und Freiheit«, sagt Klaus Besser.

Von Berlin nach Pisa und wieder zurück

Steinhagen ist Fivizzanos einzige deutsche Partnerstadt – und als deren Bürgermeister ist Klaus Besser vom Bundespräsidialamt als Teilnehmer der offiziellen Delegation angesprochen worden. Die Einladung überraschte ihn im Urlaub: »Ich musste eine Nacht drüber schlafen«, gibt er sich ostwestfälisch verhalten erfreut.

Nun wird er am 25. August in Berlin-Tegel mit in die Maschine des Bundespräsidenten steigen und nach Pisa fliegen. Von dort geht es in einer Fahrzeugkolonne nach Fivizzano. Mit ihm reisen unter anderem der Bürgermeister der mit Fivizzano befreundeten baden-württembergischen Gemeinde Engelsbrand und Udo Sürer, aufgrund seiner Verdienste um die Aufarbeitung der SS-Massaker Ehrenbürger Fivizzanos. Am gleichen Abend geht es zurück.

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