Verkehrssicherheit an A33-Auffahrten: Kreis bleibt hinter Gemeindewünschen zurück
Überwege werden rot markiert

Steinhagen (WB). Die Furten für Radfahrer und Fußgänger an den A33-Auffahrten an der Bielefelder Straße werden rot markiert. Das hat der Kreis Gütersloh am Montag angekündigt. Die Maßnahme soll noch im August vor Beginn des neuen Schuljahres erfolgen. Aber: Eine Änderung der Ampelschaltung, die Trennung von Grünphasen für den Kraftverkehr sowie für Radfahrer und Fußgänger, gibt es nicht.

Dienstag, 06.08.2019, 07:30 Uhr aktualisiert: 06.08.2019, 07:40 Uhr
Die A33-Auffahrt in Richtung Paderborn wird wie zwei weitere Kreuzungen bis Ende August rot markiert sein, um die Rechtsabbieger aufmerksamer zu machen auf querende Radfahrer, Fußgänger und Inlineskater.                                                       

Die Maßnahme ist mit dem Landesbetrieb Straßen NRW abgestimmt. Die beiden Kreuzungspunkte an den A33-Auffahrten gelten als hochgefährlich – und das nicht erst, seit am 30. April dort, wie berichtet, eine Radfahrerin trotz Grünphase von einem rechtsabbiegenden Lkw erfasst und schwer verletzt wurde. Die Gemeinde forderte danach erneut wie schon kurz nach der A33-Eröffnung eine Separierung der Grünphasen für motorisierten und nicht-motorisierten Verkehr. Die Abteilung Straßenverkehr des Kreises Gütersloh hat das in einer aufwändigen Computersimulation geprüft, aber festgestellt, dass das zu langen Rückstaus des Autoverkehrs bis zur Kreuzung Peter auf’m Berge führen würde (wir berichteten exklusiv am 25. Mai).

Kein Unfallhäufungspunkt

Die Ampelschaltungen an der Bielefelder Straße/A33 sowie an allen umliegenden Kreuzungen seien bereits entsprechend der Verkehrsbelastung und der Sicherheitsfaktoren optimal eingestellt, heißt es von Seiten des Kreises: »Seit der Freigabe der Autobahn-Anschlussstelle im April 2018 ist weder am Knotenpunkt Bielefelder Straße/ A33 noch an den benachbarten Kreuzungen mit gleichen Ampelschaltungen ein weiterer vergleichbarer Unfall passiert. Es handelt sich demnach nicht um eine Unfallhäufungsstelle. Dennoch haben die Experten sehr intensiv geprüft, ob eine Änderung der Ampelschaltung die Verkehrssicherheit erhöhen würde, ohne dabei ihre Leistungsfähigkeit unvertretbar zu beeinträchtigen.«

Etwa 270 Fahrzeuge biegen pro Stunde während der Hauptverkehrszeit an der Bielefelder Straße rechts auf die A33 Richtung Paderborn ab – das sind fast drei Mal so viele wie prognostiziert wurde. »Die Kreuzungen an der A33 sind hochbelastet und haben nur noch wenige Kapazitäten. Die gilt es nun voll auszuschöpfen«, sagt Bernhard Riepe, Sachgebietsleiter Verkehrslenkung des Kreises.

Ziel ist die grüne Welle

Nach Auskunft von Verkehrsingenieur Ulrich Elfers würde eine alternative Ampelschaltung nicht mehr Sicherheit bringen: Die geänderte Schaltung würde deutliche Nachteile für die Rechtsabbieger bedeuten, die nicht mehr gleichzeitig mit Fußgängern und Radfahrern Grün hätten. »Damit wären neue Konflikte und Gefahrenpotenziale verbunden«, so Elfers. Bernhard Riepe betont: »Das Ziel ist, eine grüne Welle unter möglichst sicheren Verkehrsbedingungen zu programmieren. Dafür muss auch immer das umliegende Verkehrsnetz berücksichtigt werden.«

Eine Änderung der Signalschaltung würde laut Straßenverkehrsbehörde den Verlust der grünen Welle bedeuten und gleichzeitig das Risiko neuer Gefahrenpunkte erhöhen. Stattdessen soll der Knotenpunkt an der Bielefelder Straße/A33 sowie die umliegenden Kreuzungen an der östlichen Autobahn-Anschlussstelle und an der Bielefelder Straße/Lange Straße/Meschers Hof optisch aufein­ander abgestimmt werden. Die Ampelsignale sind bereits gleich geschaltet. Um den Fuß- und Radweg noch deutlicher hervorzuheben, wird die Furt an insgesamt vier Kreuzungen rot gefärbt sein. An der Kreuzung Bielefelder Straße/Liebigstraße ist sie das bereits – dennoch wird dort, wie berichtet, demnächst eine Ampel installiert. Denn diese Kreuzung ist Unfallhäufungspunkt.

Kommentar

Nur eine rote Markierung des Fußgänger- und Radfahrerüberwegs – das erscheint auf den ersten Blick dürftig und ist nicht das, was sich Gemeindeverwaltung und Bürger für diese gefährlichen Knotenpunkte wünschen. Aber die Verkehrsexperten im Gütersloher Kreishaus können nicht das richten, was in der A33-Planung schiefgelaufen ist. Der meistfrequentierte Geh- und Radweg der Gemeinde hätte gar nicht erst über eine vielbefahrene Autobahnauffahrt geführt werden dürfen. Eine Separierung der Grünphasen zum Preis von langen Staus und neuen Gefahrenpunkte kann auch nicht die Lösung sein. Dennoch gilt, alles an Sicherheitsvorkehrungen auszuschöpfen, was geht. Was ist denn mit den beantragten Trixie-Spiegeln? Annemarie Bluhm-Weinhold

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