Ingo Hanneforth ist Bauherr der Baumhäuser am Epkes Kamp – 300.000 Euro investiert Wohnen in den Kronen

Gütersloh/Steinhagen (WB). Unter den Kronen von neun mehr als 100 Jahre alten Eichen und ei­ner wohl ebenso alten Buche stehen – in den historischen Grünbestand eingepasst – zwei Luxus-Baumhäuser. Ingo Hanneforth baut die Häuser auf der seit 20 Jahren leerstehenden 500-Quadratmeter-Parzelle in der Nähe der historischen Hof­stelle Epke am »Epkes Kamp«. Beteiligt ist auch der Brockhagener Christian Burg.

Von Jens Dünhölter
Zwei Luxus-Baumhäuser entstehen auf der 500-Quadratmeter-Parzelle in der Nähe der historischen Hof­stelle Epke.
Zwei Luxus-Baumhäuser entstehen auf der 500-Quadratmeter-Parzelle in der Nähe der historischen Hof­stelle Epke. Foto: Jens Dünhölter

Das unter dem Titel »Epkes Kamp – Tree Houses« firmierende, kreisweit einmalige Projekt entwickelt seinen magischen, unverwechselbaren Zauber. Alleine die Vorstellung, morgens beim Aufwachen in den Schlafzimmern durch die offenen Dachfenster in die Baumkronen sehen zu können, wiegen für Ingo Hanneforth die insgesamt 300.000 Euro Investitionskosten auf. Bei der Besichtigung des Innenausbaus kann 53-jährige Inhaber des Landschafts- und Gartenbaubetriebes Epke seine Euphorie nur schwer im Zaume halten: »Stell Dir vor, Du stehst in der Küche und siehst die Eichhörnchen 50 Zentimeter weiter die Bäume hoch laufen«.

Stichwort »Gute Laune-Architektur«

Bei Bauherrn, Planungsteam der »Architektur-Werkstatt« sowie der Tischlerei Burg firmierten die laut Baugenehmigung »urbanen Baumhäuser« seit Baubeginn unter dem Stichwort »Gute Laune-Architektur«. Verbundenheit und Leidenschaft für der Idee sind auch in der Kleidung erkennbar. Für einen Neubau völlig ungewöhnlich tragen sämtliche Protagonisten unisono Poloshirts oder Kapuzenjacken mit dem Aufdruck »Epkes Kamp – Tree Houses« auf dem Rücken. Architekt Reinhard Michel (61): »Diese Baustelle hat so unglaublich viel Spaß gemacht. Man kam kaum aus dem Staunen nicht heraus«. Auch Christian Burg (55), Chef des Steinhagener Betriebes für Zimmerei und Denkmalpflege, entdeckt beim Betrachten »überall Gänsehautecken«. Ein Gag seien die namentlich titulierten Häuser »Ost« und »West« jedoch »keineswegs«, so Reinhard Michel: »Hier ist voll nutzbarer Wohnraum entstanden«.

Internet, Kabelanschluss, Fußbodenheizung

In der Tat erfüllen die mit Küche, Schlafzimmer, Wohn- und Eßbereich sowie der nach Süd-West ausgerichteten Terrasse mit Telefon, Internet, Kabelanschluss, Wasser, Heizung, Fußbodenheizung trotz ihrer Größe von »nur« 30 Quadratmeter Wohnfläche alle modernen Anforderungen. Lediglich Waschmaschine und Trockner sind in einem separaten Abstellraum neben dem zu jedem Haus gehörenden Carport am Boden untergebracht. Bei den Ver- und Entsorgungsleitungen diente die Natur als Vorbild. »Die Leitungen gehen wie bei einem Baum senkrecht nach oben und werden erst da verteilt«, so Reinhard Michel. Ohnehin gaben die Bäume auf der Baustelle den Ton an. Das Aufmaß der über Außentreppen in 3,70 Höhe beginnenden Wohnerlebnisse bestimmte der Stammbestand. »Wir haben die Häuser zwischen die Bäume modelliert«, so Reinhard Michel. Am besten erkennbar ist dies beim »Haus Ost«, bei dem der Wohnraum um eine Eiche herumgebaut wurde.

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Es ist ein Musterbeispiel für Baulückenschluss in der bestehenden Siedlung.

Reinhard Michel

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Für die Zimmerleute um Christian Burg bestand die handwerkliche Herausforderung darin, »sich immer wieder der Schiefstellung der Eichen anzupassen«. Architekt Reinhard Michel: »Es ist ein Musterbeispiel für Baulückenschluss in der bestehenden Siedlung«. Die eigentlich Idee hat sich der Initiator mit dem pulsierenden grünen Herzen aus dem Grunewald in Berlin abgeschaut. Den historischen Baumbestand für einen Neubau zu opfern, hätte ihm das Herz gebrochen: »100 Jahre alte Bäume abzuhauen, hätte ich nicht mit meinem Gewissen als Baumschulgärtner vereinbaren können«. Wie genau die komplett eingerichteten Häuser nach dem im Herbst beendeten Innenausbau genutzt werden soll, will Hanneforth bald klären: »Das finale Nutzungskonzept steht noch nicht fest«. Geplant sind kurz- oder mittelfristige Vermietungen.

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