Flächentausch: Eisele will CDU-Vorschlag nicht kommentieren KWG zurückhaltend

Steinhagen-Amshausen (WB/anb). Den Vorschlag der CDU, die KWG-Mehrfamilienhäuser nicht an der Finkenstraße in Amshausen, sondern im Grundstückstausch mit der Gemeinde im benachbarten zukünftigen Baugebiet Amshausen-Nord zu bauen (WB vom 29. Juni), will KWG-Geschäftsführer Sven Eisele »momentan nicht kommentieren«. Auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES sagte er, dass er sich damit erst beschäftigen werde, wenn die Gemeinde auf ihn zukomme.

Die KWG-Häuser, auf deren Giebelseiten man hier sieht, sollen größer und längs ausgerichtet neu entstehen. Die CDU will sie lieber wenige Meter entfernt, direkt im Anschluss an die Bebauung Finkenstraße im zukünftigen Baugebiet verorten.
Die KWG-Häuser, auf deren Giebelseiten man hier sieht, sollen größer und längs ausgerichtet neu entstehen. Die CDU will sie lieber wenige Meter entfernt, direkt im Anschluss an die Bebauung Finkenstraße im zukünftigen Baugebiet verorten. Foto: Ulrich Fälker

»Wir haben viel Herzblut in unsere Planung gelegt, die wir jetzt auch weiterverfolgen wollen«, so Eisele. Aber: Jeder vernünftige Vorschlag werde geprüft. Derzeit sind zwei der KWG-Häuser bereits leergezogen. Die Abrissarbeiten werden ausgeschrieben. »Intern geht es derzeit nicht weiter, weil wir das Bebauungsplanverfahren abwarten müssen.« Dieses ist gerade in der Planoffenlegung. Viele Anwohner, aber auch die CDU, kritisieren die Massivität und Ausrichtung der Baukörper sowie fehlende Parkplätze.

Besser will nichts hören von »KWG-Klötzen«

Auch Bürgermeister Klaus Besser will erst einmal die politischen Beratungen, voraussichtlich im Haupt- und Finanzausschuss, abwarten. Verhandlungen könne man immer führen, wofür er aber Maßgaben der Politik brauche, so Besser: »Was ich ablehne, ist, dass man von KWG-Klötzen spricht und dass Mehrfamilienhäuser in Randlage gehören. Sie müssten vielmehr in die Baugebiete hinein, sagte er und nannte als Beispiel die gemischte Struktur in der Traubenstraße, wo er wohnt. In der Finkenstraße gehören die Mehrfamilienhäuser seit den 50er Jahren dazu. »Es wäre ein ungewöhnlicher Vorgang, wenn man sie wegnähme.«

Kommentar

Wie groß so ein hochfunktionales Haus im sozialen Wohnungsbau sein kann, dafür hat die KWG an der B68 in Halle ein Beispiel geschaffen. Mag sein, dass das die bisherigen Mieter in der Finkenstraße, Nachbarn sowie manchen Politiker abgeschreckt hat. Dass die Anwohner der Einfamilienhäuser künftig Blicke in ihre Gärten befürchten müssen von Balkonen, die es bisher nicht gab, liegt auf der Hand.

Die geplanten KWG-Neubauten werden als unpassend in diesem Umfeld empfunden. Es ist richtig und wichtig, dass sich alle Gedanken machen, wie die Planungen für jedermann verträglich gestaltet werden können. Insofern ist der Vorstoß der CDU grundsätzlich begrüßenswert und wird von den Anwohnern entsprechend positiv bewertet. Er ist ungewöhnlich, weil er von bisherigen Denkmustern, die sich an Vorgaben im Bebauungsplan festmachen, abweicht. Das könnte eine derzeit starre Diskussion in neue Bahnen lenken.

Ob er auch umsetzbar ist, das ist eine ganz andere Frage. Kann man einfach Flächen tauschen? Und sind nicht auch in Amshausen-Nord nur bestimmte Flächen für Mehrfamilienhausbau vorgesehen? Wenn die mit den eigentlich für die Finkenstraße vorgesehenen Häusern belegt werden und dort nur Einfamilienhäuser entstehen, fehlt es am Ende an erschwinglichem Wohnraum. Annemarie Bluhm-Weinhold

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