Wie Jan Düfelsiek aus Steinhagen ein »Master of Photography« wurde
Meisterhafte Fotos

Steinhagen (WB). Mit Ach und Krach hat er die erste Runde überstanden – und nun darf er sich Meister der Fotografie nennen. Jan Düfelsiek (26) aus Steinhagen (Kreis Gütersloh) hat in der Talentshow »Master of Photography« des Pay-TV-Senders Sky den Titel und 100.000 Euro gewonnen.

Mittwoch, 03.07.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 11:52 Uhr
Aus Jan Düfelsieks Sieges-Fotoserie: Pastorin Rosemarie Mallet bereitet sich in Brixton auf den Gottesdienst vor. Foto: Jan Düfelsiek/Sky

Seit Dienstag ist das Finale der sechsteiligen Staffel abrufbar. Am kommenden Samstag um 15.25 Uhr läuft die Folge auch im Fernsehen. Die Idee der Show: Acht talentierte junge Fotografen aus ganz Europa stellen sich pro Serienfolge einer bestimmten Aufgabe, mit der sie sich jeweils für die nächste Runde qualifizieren. An der ersten sah Jan Düfelsiek sich bereits scheitern: »Past and Present«, Vergangenheit und Gegenwart, waren in Ostia, Roms alter Hafenstadt, fotografisch zu verbinden. »Ich war froh, dass ich nicht rausgeflogen bin«, sagt der Steinhagener, der sich erst an den engen Zeitrahmen und das allgegenwärtige Kamerateam gewöhnen musste.

Aufgabe: »Women in Power«

Doch Jan Düfelsiek, der einst als Schüler Fotos für den WESTFALEN-BLATT-Lokalsportteil schoss und derzeit in Bielefeld Fotografie im Master studiert, steigerte sich von Folge zu Folge und zog mit fliegenden Fahnen ins Finale ein. Hochgelobt von der prominent besetzten Jury mit Oliviero Toscani, bekannt durch seine provokante Bennetton-Kampagne, Ex-»The New Yorker«-Bildchefin Elisabeth Biondi und Kunsthistoriker Mark Sealy. Die Aufgabe an die drei männlichen Finalisten lautete: »Women in Power«. Darzustellen waren Frauen, die sich in Männerdomänen durchsetzen: eine Dirigentin, eine Sterne-Köchin und – dieses Los fiel Jan Düfelsiek zu – eine Pfarrerin.

Auch die enge Bindung von Wildhüter Andrea und dessen Hündin Kenia hat Jan Düfelsiek in Bildern eingefangen.

Auch die enge Bindung von Wildhüter Andrea und dessen Hündin Kenia hat Jan Düfelsiek in Bildern eingefangen.

»Zu den anderen beiden hatte ich sofort Bilder im Kopf. Nur nicht zu einer Pfarrerin«, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Das war vielleicht auch ganz gut so. Denn Juror Mark Sealy hatte die drei Männer noch gewarnt: »Versucht nicht, aus männlicher Sicht zu denken. Solltet ihr in Klischees verfallen, bin ich sehr enttäuscht.«

Und so flog Jan Düfelsiek nach London »ohne Plan im Kopf«, wie er sagt. Er lernte eine beeindruckende Frau kennen: Rosemarie Mallet, erste Frau im Pfarramt von »St. John the Evangelist« im Problembezirk Brixton mit Armut und hoher Kriminalitätsrate. Zu Studienzeiten sei sie radikal gewesen und habe vor Kirchentüren demonstriert, erzählte sie ihm. »Heute versucht sie, die Macht der Kirche zu nutzen, um Gutes zu tun«, berichtet Düfelsiek.

Voller Motivation ins Finale: Jan Düfelsiek (Mitte) und sein Kontrahent Sidar recken die Daumen hoch.

Voller Motivation ins Finale: Jan Düfelsiek (Mitte) und sein Kontrahent Sidar recken die Daumen hoch.

Selay: »Ein gutes Essay«

Ihre Arbeit und ihre Persönlichkeit fing er in Bildern ein. Mit Gastjuror Rankin, einem britischen Portrait- und Modefotografen, hat er die Auswahl seiner Bilder diskutiert und der Jury fünf Motive vorgelegt. »Ein gutes Essay«, lobte Sealy. »Es ist die kraftvolle Darstellung eines Charakters«, sagte Toscani. »Wir suchen das Herausragende«, erklärten die beiden – und wählten Jan Düfelsiek zum Sieger.

Der konnte sein Glück kaum fassen: »Das ist das erste Mal, dass ist etwas gewonnen habe.« Neben dem Preisgeld darf er beim Fotofestival im italienischen Cortona an einem Workshop teilnehmen und sein Portfolio renommierten Fotografen vorlegen. Und Jan Düfelsiek will Gutes tun: Einen Teil des Preisgeldes stiftet er der Pfarrerin.

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