Rundgang und Diskussion mit Waldbauern am 7. Juni in Steinhagen-Amshausen
Der heimische Wald mitten im Klimawandel

Steinhagen-Amshausen (WB). Kaum ein Thema wird derzeit so hitzig diskutiert wie der Klimawandel. Wie sich Wetterveränderungen auf den Wald auswirken und was Waldbauern für eine gesunde Waldwirtschaft tun, das soll am Freitag, 7. Juni, bei einem Rundgang mit zwei Fachleuten durch den Amshausener Wald erläutert werden.

Sonntag, 02.06.2019, 07:30 Uhr aktualisiert: 02.06.2019, 08:00 Uhr
Ernst Niedermeyer (links), Dr. Birgit Lutzer und Gerhard Heitkämper, hier vor einer umgestürzten Fichte und dem vergleichsweise widerstandsfähigen Küstenmammutbaum in Amshausen. Foto: Volker Hagemann

Noch heute kann man auch in Steinhagener Waldstücken vielerorts erkennen: Sturm »Friederike« hat im Januar 2018 ganze Arbeit geleistet. In ganz Deutschland hinterließ »Friederike« umgestürzte und entwurzelte Bäume sowie abgebrochene Äste – mehr als neun Millionen Festmeter Schadholz. Es folgte ein früh einsetzender und lang anhaltender Sommer mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlag.

Ernst Niedermeyer und Gerhard Heitkämper beobachten die Wald-Entwicklung seit Jahrzehnten

Welche Wettereinflüsse sich in welcher Form auf den heimischen Baumbestand auswirken, welche Rolle Tier und Mensch – etwa die Waldbauern – spielen, all das soll an jenem Freitagnachmittag näher beleuchtet werden. Veranstalterin Dr. Birgit Lutzer aus Amshausen hat für den etwa eineinhalbstündigen Rundgang zwei Fachleute gewinnen können: Ernst Niedermeyer und Gerhard Heitkämper gehören zu den heimischen Waldbauern und beobachten die Entwicklung des Waldes vor allem auf Steinhagener Gebiet am Teuto-Südhang schon seit Jahrzehnten.

Treffpunkt ist um 16.30 Uhr die Westfalen-Tankstelle an der Haller Straße 69. Von dort aus geht es vorbei an einer vom Acker zu Waldgebiet umgewandelten A33-Ausgleichsfläche durch das Naturschutzgebiet Jakobsberg bis in Amshausener Waldstücke, die von »Friederike« teils verwüstet worden sind – und denen aktuell der Borkenkäfer »den Rest« gibt.

Sequoia gegen Fichte – Vor- und Nachteile

Zum Vergleich zeigt Ernst Niedermeyer ein in den 70er Jahren nach Eisbruch aufgeforstetes Gebiet hinter seiner Hofstelle. »Mein Vater pflanzte hier vor 50 Jahren probeweise auch einen Sequoia-Sämling, einen Küstenmammutbaum, der aus Nordamerika stammt. Dem geht es bis heute vergleichsweise gut«, weist er auf das stattliche Exemplar. Wie hier in Amshausen haben sich Mammutbäume in den vereinzelten deutschen Vorkommen als recht klimastabil erwiesen, auch wenn sie frostempfindlicher als andere Bäume sind.

Ob das künftig eine Alternative sein kann für die anfälligeren und wirtschaftlich unattraktiv gewordenen Fichten, lässt Niedermeyer offen. »Wir wollen erst einmal Beispiele zeigen und eine Diskussion anregen, unter anderem über heimische und fremde Baumarten«, sagt auch Gerhard Heitkämper.

Zu dem Rundgang sind alle Interessierten willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos, es ist aber eine Anmeldung notwendig bei Birgit Lutzer, Telefon 0 52 04/92 12 06, oder per E-Mail: b.lutzer@frischer-wind-in-steinhagen.de.

Borkenkäfer sind eines der größten Probleme

Etwa zwei Drittel der Wälder in Nordrhein-Westfalen gehören mehr als 150.000 privaten Waldeigentümern. Ein Großteil von ihnen hat sich im Waldbauernverband NRW zusammengeschlossen. Eines der größten Probleme aktuell ist die Borkenkäferplage. Nach Erhebungen des Verbandes benötigt die private Forstwirtschaft 16,5 Millionen Euro, um die größten Schäden der Borkenkäferplage abzuwenden. Waldbauern und Naturschützer plädieren für eine bessere Mischung des Waldes – mit welchen Arten, ist allerdings umstritten.

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