Vision String Quartet kombiniert Klassisches und Rasantes – Konzert am 21. Juni in Steinhagen
Nach Haydn wird gerockt – junge Musiker im Interview

Steinhagen (WB). Sie sind jung, spielen ohne Noten, im Stehen und wagen gern mal Luftsprünge: Die vier Musiker des Vision String Quartet bringen frischen Wind in die Konzertsäle – am 21. Juni auch nach Steinhagen. Klassische Streichmusik von Haydn & Co. gibt’s dann ebenso wie Rock, Pop und Jazz. Volker Hagemann sprach mit Geiger Daniel Stoll.

Samstag, 01.06.2019, 11:30 Uhr
Besondere Orte und Konzerte abseits festgefahrener Normen: Jakob Encke (Violine), Daniel Stoll (Violine), Leonard Disselhorst (Cello) und Sander Stuart (Viola; von links) zeigen, wie Klassik und Rock zusammen passen. Das Kulturwerk holt sie in die Aula des Schulzentrums. Foto: Agentur Sudbrack

Was hat Sie mit Anfang zwanzig gereizt, 2012 ein solches Ensemble auf die Beine zu stellen? Hätte es auch eine Rockband sein dürfen?

Daniel Stoll: Im Musikstudium mussten wir ja alle auch das klassische Spielen lernen, lernen und nochmals lernen. Da bot es sich an, eine Band zu gründen. So konnten wir musikalisch auch mal richtig ausbrechen, wenn uns danach war.

 

Ist Ihr Repertoire das Geheimrezept, noch viel mehr – vor allem jüngere – Menschen für klassische Musik zu begeistern?

Daniel Stoll: Zumindest ist das unsere Hoffnung, wir wollen auch junge Leute in diese Musik reinziehen. Natürlich gibt es ein älteres Stammpublikum, das teils sehr anspruchsvoll ist. Vor allem im zweiten, rockigen Teil des Konzertes stellen auch sie dann aber oft fest, dass auch Nicht-Klassisches sehr anspruchsvoll sein kann. Manche sagen uns dann, sie hätten nie zuvor gedacht, dass auch moderne, rockige Musik so toll sein kann.

Und dann kündigen Sie Pop nach Ansage an – was wollen Sie dazu schon verraten?

 

Daniel Stoll: Nach der Pause kommen die Verstärker zum Zuge... Die Klangfarben verändern sich, wir brauchen deutlich mehr Bass! Ich sag’s mal so: Wir spielen dann das, was wir in unserer Freizeit hören. Ohrstöpsel muss man aber nicht mitbringen.

Welche Stücke reizen Sie am meisten? Haben Klassik und Pop den gleichen Stellenwert?

 

Daniel Stoll: Wir lieben beides gleichermaßen. Unsere Lehrer vermittelten die Musik des klassischen Streicherquartetts – den rasanten Rest haben wir uns autodidaktisch angeeignet.

Und was hat es mit Ihren »Dunkelkonzerten« auf sich?

 

Daniel Stoll: Die können wir leider selten spielen – zuletzt in Bremen und Berlin –, weil man schwer Säle findet, die sich komplett abdunkeln lassen. Oft darf man das nicht wegen der Fluchtwegbeleuchtung, das ist auch in Steinhagen der Grund. Wir bräuchten wirklich absolute Finsternis. Beim Musizieren im Dunklen achtet man auf andere Feinheiten. Ich muss das in der Band ganz anders vorbereiten: Ich höre den anderen noch viel aufmerksamer zu, denn es gibt ja keinerlei optische Möglichkeit der ›Absprache‹, kein Zwinkern oder Nicken. Das ist eine Herausforderung.

Nach sieben Jahren gibt’s bald Ihr erstes Album?

 

Daniel Stoll: Das Album haben wir bereits im Studio eingespielt, es muss aber noch geschnitten werden. Da steht dann unser klassisches Streicher-Repertoire im Mittelpunkt. Ein weiteres Album mit dem rockigeren Musikstil soll möglichst schnell danach folgen.

Programm und Eintrittskarten

Das Konzert beim Steinhagener Kulturwerk am Freitag, 21. Juni, beginnt um 20 Uhr in der Aula des Steinhagener Schulzentrums am Laukshof. Das Programm: Joseph Haydn, Streichquartett G-Dur op. 77/1; Grażyna Bacewicz, Streichquartett Nr. 4; Pop nach Ansage. Karten gibt es unter Telefon 0 52 01/89 30.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6656649?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516077%2F
Auf Bürger kommen massive Einschränkungen im Alltag zu
Der Bund will nur noch die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause erlauben.
Nachrichten-Ticker