Veranstalter wie Besucher des Köchemarkts haben trotz der Wetterkapriolen Spaß
Improvisationskunst ist Trumpf

Steinhagen (WB). Wenn nur das Wetter nicht wäre. Beim 20. Köchemarkt sind sich alle einig: Es steht und fällt mit der Sonne. Das ist an den fünf Tagen besonders gut zu merken, gibt es doch beides und sogar oft im schnellen Wechsel. Doch viele Gäste lassen sich zumindest einen kurzen Besuch auf dem Markt nicht nehmen.

Montag, 06.05.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 08:42 Uhr
Flink an Tablett und Wischer (von links): Angeka Deppe sowie Inge und Petra Schmedtmann sind beim Köchemarkt die guten Geister, bringen Speisen, Getränke und halten vor allem immer wieder trockene Sitzgelegenehiten bereit. Foto: Eische Loose

Als die Sonne kommt, füllt sich der Marktplatz schnell und wie von Zauberhand. Schleunigst bestellen alle ihr gewünschtes Essen, suchen hurtig einen trockenen Sitzplatz und sind hoffentlich glücklich wieder von dannen, wenn der Himmel den schwarzen Vorhang zieht. Dann nämlich stehen die Gourmets im Regen, womöglich sogar im Hagel. Es ist übrigens die einzige Zeit, in der es sich auszahlt, dass der Köchemarkt in diesem Jahr nur zu dritt anstatt zu viert ausgerichtet werden kann. Eingeladen waren nämlich auch die Spanien-Freunde der Momentos-Tapasserie. Doch die glänzen insgesamt durch unangekündigte Abwesenheit. Für die Gäste zur Freude, denn so bleibt ihr Zelt leer und kann regensicher als Sitzplatz genutzt werden.

Gäste nehmen sich ihr Essen lieber mit ins trockene Zuhause

Andere hingegen gehen von Anfang an kein Risiko ein. Sie lassen sich ihre Wunschspeise einfach einpacken, um gemütlich zu Hause zu essen – womöglich sogar mit Freunden. Das erzählt Christina Stadler von der Konditorei Welpinghus. Sie freut sich sehr über die Möglichkeit, sich nach langer Zeit noch einmal ganz neu präsentieren zu können. Beliebt sind ihre Klassiker wie der Erdbeerkuchen, und er wird auch mitgenommen. Viele Menschen essen nämlich vor Ort und sparen sich den Nachtisch für die heimische Couch auf. Nehmen bei Wolkensteins, Graf Bernhards und Il tedesco jeweils ungefähr ein Drittel der Besucher ihre Speisen mit, sollen es bei Welpinghus wohl mehr als die Hälfte der Gäste sein.

Mitunter heißt die Alternative auch Regenschirm. Der muss nämlich nicht nur zum Bummel über den Köchemarkt aufgespannt werden, sondern auch über den Tellern. Dank der drei »Engel« (Angela Deppe sowie Inge und Petra Schmedtmann) werden in den regelmäßigen Schauer-Pausen die Tische und Sitze immer wieder abgefeudelt und trocken gewischt. Dabei sollen sie im Namen des Graf Bernhards eigentlich nur leckere Limos und Weine servieren. Doch auch dieses Angebot wird angesichts der Wetterlage spontan durch heißen Tee mit Honig erweitert.

Zwischen planvoller Organisation und spontaner Reaktion

Auf diese Weise geschieht beim 20. Köchemarkt vieles fließend zwischen planvoller Organisation und spontaner Reaktion. Insgesamt merkt aber jeder Besucher die große Lust und den Eifer der Köche und diese freuen sich über eine große Herzlichkeit der Besucher. Dabei sind es eher die Kleinigkeiten, die zum Gesamt-Urteil »Och, alles Gut« bei den Betreibern führen. So umgibt den Köchemarkt eine aufgeschlossene, spontane und immer hilfsbreit mitdenkende Frühlingsbrise.

So kann auch Organisator Peter Krebs nur mit den Schultern zucken: »Für das Wetter können wir ja nichts. Man sieht aber, dass die Leute ihre Chancen nutzen und kommen. Darum ist die Veranstaltung wohl so lange am Leben.«

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