Sicherheit auf der A33-Brücke: Bürger und Politiker haben Vorschläge
Jedem seine Grünphase

Steinhagen  (WB). »Nach wie vor bin ich der Ansicht, dass Fußgänger und Radfahrer, besonders die Kids, die diese Strecke als Schulweg nutzen, besser geschützt werden müssen! Eine große Warnanlage im Sinne einer Achtung Fußgänger/Radfahrer, blinkend am besten!!!« So lautet der Vorschlag einer Steinhagenerin auf Facebook, um den Gefahrenpunkt an der Bielefelder Straße zu entschärfen. Es gibt weitere.

Samstag, 04.05.2019, 07:30 Uhr
Ein Schwung Schüler unterwegs auf dem Radweg an der Bielefelder Straße auf Höhe der Anschlussstelle: In ihre Sicherheit müsse weiter investiert werden, meinen die Steinhagener und fordern unter anderem eine separate Grünphase.       Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Was kann, was muss nach dem schweren Unfall von Dienstag geschehen, um den Geh-Radweg an den A33-Anschlussstellen sicherer zu machen? Die Steinhagener Gemeinderatsmitglieder aller Fraktionen sind sich einig, dass die erneute Forderung nach einer separaten Grünphase für Fußgänger und Radfahrer das mindeste ist. »Es ist völlig in Ordnung, dass die Gemeinde Nachbesserungen fordert. Es muss schon so sein, dass alle Autos stehen bleiben, wenn die Radfahrer grün haben«, sagt Silke Wehmeier (FDP). An einer Autobahn sei die Situation anders als an einer »normalen« Kreuzung, weil Autofahrer mit einem Auge schon auf der Autobahn seien. Von den Profis hätte sie erwartet, dass die Ampelschaltung so funktioniere, dass solche Gefahrensituationen vermieden würden, so Wehmeier.

»Vielleicht müssen wir uns alle erst einmal an die Situation mit der Autobahn gewöhnen. Deshalb muss möglichst viel Sicherheit eingebaut werden. Man muss viel mehr Rücksicht aufeinander nehmen und deshalb jedem seine eigene Grünphase geben. Selbst auf die Gefahr von Staus«, sagt Herbert Mikoteit (CDU). Er betont: »Wir wollen, dass die Leute aufs Fahrrad steigen. Ein Radfahrer nutzt einen Weg aber nur, wenn er ihn für sicher hält.«

Bedarfsampel und Annäherungsschaltung für Radfahrer

Hochgradig gefährlich nennt Detlef Gohr von den Grünen den Radweg auf der A33-Brücke: »Dort kreuzt sich alles, es ist schlichtweg unübersichtlich.« Wenn dort etwas passiere, dann ende das auch schlimm. Er plädiert für eine Bedarfsampel mit Annäherungsschaltung für Radfahrer. Es müsse für Fahrradfahrer aber komfortabel sein. Bei langen Wartezeiten steige die Gefahr, dass die Leute auch bei Rot fahren. »Wir wollen eine fahrradfreundliche Kommune werden«, sagt er und kündigt an, diesen Gefahrenpunkt auch noch einmal im Zusammenhang mit dem Radverkehrskonzept der Gemeinde zu betrachten.

Was ist Ihre Meinung?

Es sei ein schlechter Witz, einen Radweg über eine Autobahnanschlussstelle zu bauen, schreibt eine Nutzerin auf Facebook. Wo sei denn das Problem, eine Ampelschaltung zu verändern, fragt ein anderer Steinhagener. Nach dem Unfall an der Bielefelder Straße diskutieren die Bürger. Und das WESTFALEN-BLATT ist weiterhin interessiert an Ihren Erfahrungen mit dieser Gefahrenstelle und Ihrer Meinung zu deren Entschärfung. Schreiben Sie uns per E-Mail unter steinhagen@westfalen-blatt.de.

...

»Eigentlich hätte der Fuß-Radweg auf der anderen Seite der Brücke verlaufen müssen, nicht vor den Anschlussstellen«, sagt SPD-Vorsitzender Heiko Hartleif. Er fordert eine räumliche Entzerrung, damit Radfahrer besser gesehen werden. Warnschilder und ein Spiegel – mithin: optische Signale, um speziell die Lkw-Fahrer aufmerksam auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen –, schlägt er zudem vor. Aber: »Es ist alles nur Behelf«, so Hartleif. Und SPD-Fraktionsvorsitzende Sabine Godejohann berichtet, dass sie dort tagtäglich schlimme Situationen beobachtet. »Man muss die Schwächsten in den Blick nehmen«, sagt sie. Das Problem bleibe auch nach Verbesserungen: wegen des weiter zunehmenden Verkehrs und wegen der Struktur dieser Auffahrt.

Der ADFC, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, fordert grundsätzlich Extra-Grünphasen für Radfahrer und Fußgänger, sagt Fritz Spratte vom Vorstand des ADFC Kreis Gütersloh mit Hinweis auf das Grundsatzprogramm. »Es ist nicht hinnehmbar, dass Behörden erst reagieren, wenn Unfälle passieren«, sagt er. Das Besondere dieses Radweges, der beidseitig auf einer Straßenseite geführt werde, rufe durch den Abbiegeverkehr Gefahrensituationen hervor. Spratte geht noch weiter: »Es geht letztlich auch darum, das Radfahren attraktiver und komfortabler zu machen.« Er schlägt Kontaktschleifen für die Ampelschaltung vor.

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