Nach dem schweren Unfall wird über Verkehrssicherheit an der A33-Auffahrt diskutiert Empörung über gefährliche Kreuzung

Steinhagen (WB). »Dass ein solcher Unfall passieren musste, war vorprogrammiert«, schreibt ein Leser dem WESTFALEN-BLATT. Dass eine Radfahrerin am Dienstag an der Bielefelder an der Auffahrt zur A33 von einem abbiegenden Lkw erfasst und schwer verletzt worden ist, bewegt viele Bürger – und empört sie. Denn die Kreuzung gilt als gefährlich.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Die Ampel zeigt Grün für Autos wie für Fahrradfahrer und Fußgänger. Der Rechtsabbieger zur Autobahn muss dem Radfahrer Vorfahrt gewähren – doch viele, die hier unterwegs sind, berichten auch davon, dass sie von Autos geschnitten werden.
Die Ampel zeigt Grün für Autos wie für Fahrradfahrer und Fußgänger. Der Rechtsabbieger zur Autobahn muss dem Radfahrer Vorfahrt gewähren – doch viele, die hier unterwegs sind, berichten auch davon, dass sie von Autos geschnitten werden. Foto: Bluhm-Weinhold

Es passiert jede Minute: Die Fußgängerampel springt auf Grün, Radfahrer und Fußgänger setzen sich in Bewegung, und drei Sekunden später bekommen auch die Autos Grün. Der Geradeausverkehr ebenso wie die Rechtsabbieger zur Autobahn. Darüber hinaus gibt es noch eine Ampelphase, in der nur Rechtsabbieger einen grünen Pfeil haben, dann ist für Fußgänger und Radfahrer Rot. Beim Unfall am Dienstag habe der grüne Pfeil geleuchtet, versicherten die Zeugen übereinstimmend, so die Polizei. Das hieße, die Radfahrerin hätte Rot haben müssen. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Vorlauf von drei Sekunden für Fußgänger-Grün

Doch unabhängig von dieser Frage – der Unfall hat eine besondere Gefahrenstelle (wieder) in den Fokus gerückt. Bürgermeister Klaus Besser sagte dem WESTFALEN-BLATT gestern, er lasse gerade den Schriftwechsel vom vergangenen Jahr mit dem Landesbetrieb Straßen NRW und der Straßenverkehrsbehörde aufbereiten. Eine Forderung die nach wie vor gilt: »Radfahrer und Fußgänger müssen eine separate Grünphase erhalten«, hatte er im April 2018 gesagt, denn nur wenige Tage nach Eröffnung der Autobahnanschlussstelle war es mehrfach zu gefährlichen Situationen gekommen, weil Radfahrern und Fußgängern die Vorfahrt genommen wurde. Schulausschuss und Ordnungsausschuss hatten Ende April 2018 eine Änderung der Ampelschaltung beantragt – schon aus Gründen der Schulwegsicherheit, denn hunderte Kinder und Jugendliche sind dort jeden Tag unterwegs.

Erreicht wurde aber nur ein Vorlauf von drei Sekunden für die Fußgängerampel. Am 17. Mai 2018 ist das Ampelschaltprogramm entsprechend geändert worden. Straßen NRW hält den Vorlauf für ausreichend: »Es ist eine ganz normale Kreuzung«, sagte Landesbetriebs-Sprecher Sven Johanning gestern dem WESTFALEN-BLATT. Er sieht keine Unterschiede zwischen einer innerörtlichen Kreuzung und dieser an der Autobahnauffahrt: »Es geht immer um abbiegenden Verkehr.«

An die Lage des Radwegs gehalten

Warum ist der Geh-Radweg überhaupt auf der Seite mit zwei Auffahrten und einer Abfahrt geplant worden und nicht auf der gegenüberliegenden Seite, wo nur eine Abfahrt ist? »Wir haben uns an die Lage des Radweges gehalten, die schon vorher gegeben war«, so Johanning.

Und warum ist man im vergangenen Jahr nicht der Forderung der Gemeinde nach einer separaten Ampelphase gefolgt? »Wir müssen auch die Leistungsfähigkeit einer solchen Kreuzung im Auge behalten. Wir haben hier mit dem Vorlauf ja Ansätze von separater Schaltung« so Johanning. Zudem sei der Kreis maßgeblich, eine solche Ampelschaltung zu prüfen und anzuordnen.

Drittes Signal geprüft

Auch die Straßenverkehrsbehörde in Gütersloh hat erst einmal keine Sicherheitsbedenken, seitdem der Vorlauf in der Grünohase für Fußgänger eingerichtet ist und verweist auf Verkehrsbeobachtungen im Vorfeld. Zudem weist Bernhard Riepe, Leiter Verkehrslenkung, darauf hin, dass der grüne Rechtsabbiegepfeil erst anspringt, wenn Fußgänger schon acht Sekunden Rot haben.

Das Straßenverkehrsamt hat aber 2018 auch geprüft, ob man ein drittes Signal anbringen könnte: »Das heißt, dass der Verkehr auf der Abbiegespur angehalten wird, der Geradeausverkehr aber weiterläuft.« Die Voraussetzung für eine separate Fußgänger-Grünphase. Doch die Abbiegespur sei nicht unendlich lang, so Riepe. Staus könnten möglich sein. Zudem gibt die bisherige Anlage das dritte Signal nicht her. Sie müsste umgebaut und um einen Mast erweitert werden.

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