Maren und Heinrich Ordelheide berichten von ihrem Abenteuer Antarktis
Mit dem Kajak durchs ewige Eis

Steinhagen-Brockhagen (WB). Riesige bläulich schimmernde Eisberge, Buckelwale, die vorbei ziehen, Pinguine und Seerobben, ganz zutraulich: die Antarktis – Sehnsuchtsland, unerreichbar am anderen Ende der Welt. Doch der Brockhagener Heinrich Ordelheide (59) und seine Tochter Maren (27) waren da.

Freitag, 05.04.2019, 03:00 Uhr
Gleich zweimal waren Maren und Heinrich Ordelheide mit dem Kajak unterwegs. Im Hintergrund vor gigantischer Landschaft ganz klein die »Midnatsol«. Foto: Ordelheide

 

Mit der »Midnatsol« sind die beiden im Dezember von Feuerland aus zur antarktischen Halbinsel gereist, jenem Landzipfel, der sich im Norden des antarktischen Kontinents Richtung Südamerika entgegenstreckt. Keine Kreuzfahrt, mehr eine Expedition – genau das, was sich der Abenteurer Heinrich Ordelheide erhofft hatte. »Die Idee war immer schon irgendwie vorhanden«, sagt der Brockhagener, der seit jeher gerne in fernen Ländern unterwegs ist und Literatur von Erstbesteigungen und Entdeckungen liebt: »Ich bin kein Entdecker, aber ich reise gerne hinterher.« Und was kann Cookinseln im Südpazifik und Annapurna im Himalaya noch toppen?

Die Antarktis. »Wichtig ist mir, solche Reisen mit nahestehenden Menschen zu unternehmen«, freute er sich, dass Tochter Maren, von Beruf Lehrerin, mitkommen wollte. Sechs Tage Buenos Aires zum Auftakt – »eine wunderschöne Stadt«. Und dann ging’s aufs Schiff. Hurtigruten, die kennt man von Norwegen und der Arktis, aber auch die Antarktis erschließt die Reederei. In Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt in Patagonien, legte die »Midnatsol« ab.

Reisende säubern Reißverschlüsse

Tourismus ist nur mit starken Beschränkungen in der Antarktis, die wirtschaftlich nicht erschlossen werden darf, möglich, wie Heinrich Ordelheide erklärt: »Mehr als 500 Passagiere durften nicht an Bord sein. Und mehr als 100 Menschen nicht gleichzeitig ihren Fuß in die Antarktis setzen.« Die Zivilisation soll möglichst wenig Schaden anrichten. Und so sind die Reisenden während der Anreise gut beschäftigt, alle Reißverschlüsse von Kleidung und Rucksäcken peinlichst zu reinigen. Kein Stäubchen, vor allem keine Pflanzensamen dürfen in die Antarktis getragen werden. So etwas fördert das Expeditions-Feeling.

Und die zahlreichen wissenschaftlichen Vorträge zur Biologie, Geologie und Historie des nahenden Kontinents tun ein übriges. »Ich hatte Hörbücher mit, ich wollte aufs Laufband, ich wollte Wellness machen. Ich habe nichts geschafft«, so Heinrich Ordelheide. Aber dafür haben die beiden Brockhagener entspannt beim Schauen, Schauen, Schauen in die weiße unwirtliche Landschaft, die an ihnen vorbei zog.

Kein Abenteuer vom Liegestuhl aus

Doch natürlich war das kein Abenteuer vom Liegestuhl aus, in dem man es sich im antarktischen Sommer bei milden minus drei bis plus drei Grad bequem machen konnte. Die Ordelheides stiegen ins Kajak und kletterten auf Berge – immer schön auf der abgesteckten Route: »Es ist verboten, die vorgesehene Strecke zu verlassen, denn allzu leicht versinkt man hüfthoch im Schnee und hinterlässt so tiefe Löcher, die für die Pinguine zur tödlichen Falle werden können«, so Ordelheide.

Heinrich und Maren Ordelheide reisen in die Antarktis

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  • Heinrich und Maren Ordelheide reisen in die Antarktis
Foto: Heinrich und Maren Ordelheide
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  • Foto: Heinrich und Maren Ordelheide
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Die Pinguine sind zutraulich. Ebenso die Seerobben: »Man ist verpflichtet, fünf Meter Abstand zu den Tieren zu halten. Doch man muss sie auch nicht wegscheuchen, wenn sie auf einen zukommen«, erinnert sich Maren Ordelheide an eine anrührende Begegnung im Schnee. Im großen Schlauchboot ging es zur Wal­beobachtung: »Im kleinen Boot ist man der Natur noch näher«, schwärmt die Brockhagenerin.

Erster Halt war Yankee Harbour auf den Südshetland-Inseln, zweiter Deception Island, ein eingebrochener Vulkan, in den man abtauchen kann. Ein eiskaltes Abenteuer, auf das sich Heinrich Ordelheide einließ – und sich ganz kalte Füße holte. »Es ist, als ob das ganze Blut aus den Füßen gezogen wird.« Aber so schön...

Bis 65,5 Grad südlicher Breite

Vor Brabant Island herrschte Schneesturm, und im Lemaire Channel trieben so viele Eisschollen, dass ohne Eisbrecher kein Durchkommen war. 65,5 Grad südlicher Breite war der südlichste Punkt auf dieser Erde, den die Ordelheides erreicht haben, dann ging es zurück Richtung Norden.

Am Dienstag, 14. Mai, 20 Uhr, schildern die beiden auf Einladung der Kirchengemeinde Brockhagen den Mitgliedern des Abendkreises und allen weiteren Interessierten im Kantorhaus ihre Eindrücke und zeigen Bilder.

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