Polizeipuppenbühne in Steinhagen: Verkehrserziehung fängt im Kindergartenalter an
Links, rechts, links sehen und gehen

Steinhagen (WB/anb). Kinder haben ein um ein Drittel engeres Blickfeld als ein Erwachsener, sie haben eine längere Reaktionszeit, noch kein Richtungshören und kein Risikobewusstsein: Deshalb sind Kinder im Straßenverkehr besonders gefährdet.

Mittwoch, 03.04.2019, 07:30 Uhr
Die Kinder haben gut aufgepasst, wie Maus und Frosch mit dem Verkehr in der Stadt klarkommen. Die Polizisten Susanne Leicht und Ralf Hermes sind die Puppenspieler. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Und deshalb übt die Kreispolizei mit ihnen die wohl wichtigste Situation ein: das Überqueren der Straße. Ein Bildungsauftrag, den die Polizeipuppenbühne spielerisch erfüllt. Jetzt waren die beiden »Puppenspieler«, Hauptkommissar Ralf Hermes und Oberkommissarin Susanne Leicht, im Steinhagener Waldbadkindergarten – nur eine von 200 Kitas im Kreis, die sie regelmäßig besuchen.

Wie Maus und Frosch sicher über die Straße kommen

Das Stück der beiden heißt: »Wenn Maus und Frosch die Stadt erleben«. Die Kinder müssen kräftig mithelfen, damit es die beiden Tierchen sicher über die Straße schaffen. Bis das Theaterstück losgeht, haben die Kinder ab vier Jahren schon einiges zum Straßenverkehr gelernt. So haben sie vorab ein Lied eingeübt, das ihnen die Polizei auf CD geschickt hat: »Ein Blick nach links, nach rechts, nach links, das weiß doch jedes Kind«, heißt es im Refrain. Und morgens im Stuhlkreis mit den beiden Beamten haben sie schon das Aufstampfen geübt. Ralf Hermes erklärt: »Wer aufstampft, bleibt stehen. Und am Bordstein stampft man auf. Das automatisiert sich bei den Kindern.«

Erst ab 13 oder 14 sind Kinder gleichwertige Verkehrsteilnehmer

Nach dem Theater geht es dann hinaus ins wirkliche Leben – auf die Straße, um praktisch zu üben. Auch die Eltern sind dabei, die zwischendurch bei Ralf Hermes und Susanne Leicht ebenfalls ihre Lektion gelernt haben: Denn sie müssen wissen, dass sie ihre Kinder nicht überschätzen dürfen. »Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Erst mit dem 13. und 14. Lebensjahr sind sie gleichwertige Verkehrsteilnehmer«, sagt Susanne Leicht mit Hinweis auf die noch nicht voll ausgeprägte Wahrnehmung. Sie betont, dass Kinder bis zum achten Lebensjahr mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren müssen, bis zum zehnten Lebensjahr fahren dürfen. Zudem dürfen sie von einer Person über 16 Jahre begleitet werden.

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